"Wozu ...?"

Alle sagen: „So wie es ist, kann es nicht weiter gehen.“
Deshalb gehen wir als Diözese einen Entwicklungsweg.
Wir suchen Antworten auf die Fragen:
Wozu sind wir heute Kirche? (VISION)
Was ist unser Auftrag? (MISSION)
Wie machen wir das? (STRATEGIE)
 
 
Das Ziel ist seit längerem formuliert: die Kirche der Diözese Rottenburg-Stuttgart geht diesen Weg der Entwicklung, um missionarische, diakonische, dialogische und sakramentale Kirche zu werden.
 
Anders ausgedrückt:
Als Kirche begegnen wir Menschen auf Augenhöhe (dialogisch),
sind wir zum Dienst am Menschen (diakonisch)
gesandt, das Evangelium zu bezeugen (missionarisch):
Gott zeigt sich durch uns in Tat, Wort und Zeichen (sakramental).
 
 
KIRCHE AM ORT – Kirche an vielen Orten“ ist der Entwicklungsweg der ganzen Diözese:
in allen Kirchengemeinden, Gemeinden, an allen kirchlichen Orten, in den Dekanaten und auch auf Diözesan- und Verwaltungsebene werden diese Fragen gestellt und Antworten entwickelt:
Wozu sind wir heute Kirchengemeinde, Krankenhausseelsorge, Verband, Bischöfliches Ordinariat, … ?
Was ist unser jeweiliger Auftrag? Wie machen wir das: jeder für sich und zusammen?
 
Der Rottenburger Entwicklungsweg ist ein Weg lokaler Kirchenentwicklung:
In der KIRCHE AM ORT werden die Fragen nach dem Wozu und dem Wie gestellt und bearbeitet.
In der KIRCHE AM ORT werden Ziele formuliert und Schwerpunkte gesetzt.
 

Die Grundorientierungen des Prozesses:

... so wird es gehen:

Sich anstecken lassen von zentralen Geistlichen Haltungen

vertrauen
lassen
erwarten
wertschätzen 
 

Sich einlassen auf die Lebenswirklichkeiten aller Menschen

und darin Gott entdecken
 
 
 
... und so gelingt der Blickwechsel ganz praktisch:

10 Perspektiven der Entwicklung

zu den Grundorientierungen und Perspektiven und der Beschäftigung mit ihnen
bietet die Arbeitshilfe 1 zahlreiche Materialien und Bausteine.

zu den "10 Perspektiven der Entwicklung" gibt es ein ganzes Heft mit mehr als 10 Anleitungen mit vielen ganzeheitlichen Übungen für Gruppen und Gremien: Kreative Bausteine auf dem Entwicklungsweg

 

Welche Haltung steckt hinter diesem Prozess?

Die Domkapitulare Matthäus Karrer („Pastorale Konzeption“) und Paul Hildebrand (Pastorales Personal“) beschreiben für die Christinnen und Christen der Diözese die Herzstücke dieses Prozesses:
 
"Der diözesane Entwicklungsweg „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“ ist Ihr Weg. Er gelingt, wenn er zu Ihrem Weg wird, wenn Sie ihn gestalten, ihm Farbe und Geschmack geben, Ihre eigene Note.
 
Wir als Diözesanleitung wollen diesen Ihren Weg unterstützen und fördern. Wir wollen Ihnen Materialien und Hilfen anbieten, aber noch mehr Gesichter und Menschen, die Sie begleiten und Ihnen Perspektiven eröffnen: hier im Ordinariat und vor allem in den Dekanaten.
 
Keinesfalls wollen wir Ihrer Entwicklung im Weg stehen, Ihnen gar Steine in den Weg werfen. Was wir aufrichtig wünschen, ist, dass wir uns alle in einem gemeinsamen Prozess befinden und uns voneinander und vom Heiligen Geist überraschen lassen.
 
Die Art, wie wir den Prozess angehen und Schritte gehen, soll widerspiegeln, dass dieser Prozess ein geistlicher ist und von geistlichen Haltungen getragen ist.
 
Der Prozess möge von Vertrauen getragen sein: Dass wir einander zutrauen, zukunftsfähige Schritte zu gehen und verantwortlich zu handeln. Das Vertrauen Gottes in uns Menschen und seine Kirche soll unser gegenseitiges Vertrauen leiten. In einzelnen Handlungen, in der Bereitschaft, Konflikte anzugehen und in der transparenten Kommunikation soll dies spürbar werden.
 
Der Prozess möge Lassen ermöglichen: lassen als weglassen von Handlungen, die nicht mehr möglich oder nötig sind. Genauso wichtig das gegenseitige Lassen – dem anderen, einem Gremium, einer Gruppe die Entscheidung und Ausführung überlassen, Allzuständigkeit loslassen, damit andere ins Spiel kommen und ihre Fähigkeiten entfalten. Meistens gibt es nicht nur einen Weg, sondern mehrere gute Möglichkeiten, eine Aufgabe zu bewältigen. Lassen ist loslassen, zulassen und sich einlassen auf den anderen, auf seine Sichtweise, auf seinen Lösungsvorschlag, auf seinen Weg.
 
Der Prozess ist nicht das Ziel. Wir machen keinen Prozess um des Prozesses willen. Wir gehen einen Weg, um zu erfahren, dass Gott uns auf diesem Weg entgegenkommt. Dazu gehört die Achtsamkeit auf die Zeichen der Zeit und was Gott uns dadurch sagen will. Das meint die Aufmerksamkeit für jede Lebensgeschichte, wie Gott darin vorkommt und ankommt. Damit verbunden ist eine Wachsamkeit im Jetzt: Jetzt ereignet sich das Evangelium, ist das Reich Gottes unter uns. Es wahrzunehmen und es zu benennen, ihm Raum zu geben und es zu verheißen, das bedeutet die geistliche Haltung erwarten.
 
Der Prozess möge von Wertschätzung geprägt sein: Tradition und Fortschritt, Klerus und Laien, Frauen und Männer, Hauptamtliche und Ehrenamtliche, Gläubige und Ungläubige, Junge und Alte, Aktive in der Kirche und Engagierte anderswo gehören zusammen, stehen zueinander auf Augenhöhe und sind ohne die anderen nur die halbe Kirche, nur der schlechtere Teil eines ersehnten Reiches, das Jesus uns als Gesellschaft Gleichgestellter verheißen hat.
 
Der Prozess ist ein geistlicher Übungsweg. Er ist dann auch ein pastoraler Prozess und eine Strukturreform. Aber zuerst soll er ein geistlicher Übungsweg sein. Ein Exerzitium der Kirche auf dem Weg zu sich selber. Üben heißt immer wieder und immer wieder neu. Üben beinhaltet auch Fehlerfreundlichkeit. Üben ist immer auch miteinander üben. Üben üben üben, das ist Christsein."
 

Literatur

Hier finden Sie interessante Literatur zu verschiedenen Themen pastoraler Entwicklung.

Kirchenentwicklung

Christhard Ebert u.a. (Hg.), Handbuch Kirche und Regionalentwicklung. Region - Kooperation - Mission. Im Auftrag des Zentrums für Mission in der Region, Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 2014.

Reinhard Feiter (Hg.), Frei geben - Pastoraltheologische Impulse aus Frankreich, Ostfildern: Grünewald, 22013.

Christian Hennecke, Dieter Tewes, Gabriele Viecens (Hg.), Kirche geht... Die Dynamik lokaler Kirchenentwicklungen, Würzburg: Echter, 2013.

Christian Hennecke im Gespräch mit Birgit Stollhoff: Seht, ich schaffe Neues - schon sprosst es auf. Lokale Kirchenentwicklung gestalten, Würzburg: Echter, 2014.

Paul M. Zulehner/Eckehard Rossberg/Anna Hnnersperger: Mit Freuden ernten. Biblisches Saatgut für Zeiten und Prozesse des Übergangs, Ostfildern: Schwabenverlag, 2013.

Missionarische Pastoral

Gebhard Fürst, Für eine bewohnbare Kirche. Perspektiven einer menschennahen Pastoral, Ostfildern: Schwabenverlag, 2010.

Katholische Arbeitsstelle für missionarische Pastoral, Nähe und weite statt Enge und Ferne. Zu den Chancen großer Räume für eine missionarische Pastoral (= KAMP kompakt 3), Erfurt 2015.

Diakonische Pastoral

Martin Kirschner/Joachim Schmiedl (Hg.), Diakonia. Der Dienst der Kirche in der Welt (= Katholische Kirche im Dialog 1), Freiburg u.a.: Herder, 2013.

Pastorale Räume diakonisch ausgestalten (= neue Caritas spezial 3), Oktober 2011 (hier geht's zum Download)

 

Studien und Umfragen

Reiner App u.a. (Hg.), Zukunftshorizont Kirche. Was Katholiken von ihrer Kirche erwarten. Eine repräsentative Studie. Herausgegeben von der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Ostfildern: Grünewald, 2014.

Marc Calmbach u.a. (Hg.), MDG-Milieuhandbuch 2013. Religiöse und kirchliche Orientierungen in den Sinus-Milieus, München: MDG, 2013.

Carsten Wippermann, Wie ticken Jugendliche? Sinus-Milieustudie U27, Düsseldorf: Verlag Haus Altenberg, 2008.

Carsten Wippermann, Milieus in Bewegung. Werte, Sinn, Religion und Ästhetik in Deutschland. Das Gesellschaftsmodell der DELTA-Milieus als Grundlage für die soziale, politische, kirchliche und kommerzielle Arbeit, Würzburg: Echter, 2011.

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