ERFAHRUNGEN - Archiv

Hier finden Sie Erfahrungswerte von Kirchenentwicklung - chronologisch gesammelt.
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Aber überall, wo hier "Kirche" draufsteht, ist auch "lebendige Kirche der Diözese Rottenburg-Stuttgart" drin ...

Menschen von hier

„Menschen von hier – erzählen von ihrem Glauben“ war der Titel des zweiten Abends in der Veranstaltungsreihe von Katholischem Dekanat und Katholischer Erwachsenenbildung am Mittwoch in der Frommener St. Pauluskirche. Krankenhausseelsorgerin Ulrike Erath, Pfarrerin Marlies Haist, Dekan Anton Bock und Landrat Günther Martin Pauli stellten sich den Fragen von Dekanatsreferent Achim Wicker und Ursula Grau, der Leiterin der Katholischen Erwachsenenbildung. In großer Offenheit erzählten die vier Gäste, wie sie zu ihrem Glauben kamen, was bei ihnen das „ich glaube“ ganz praktisch heißt, wo sie mit ihrem Glauben an Grenzen gekommen sind und wie wichtig ihnen dabei die „Gemeinschaft der Glaubenden“ ist. In manchen Momenten hätte man eine Stecknadel fallen hören können, so dicht war die Atmosphäre in der Pauluskirche.

„Was haben wir verbrochen, dass Gott uns das antut?“ Mit dieser Frage wird Krankenhauseelsorgerin Ulrike Erath immer wieder bei Gesprächen mit Menschen konfrontiert, die schwer erkrankt sind. Da komme sie an ihre Grenzen, mit ihrem ganz persönlichen Glauben an einen liebenden Gott, und dennoch sei sie überzeugt, dass auch gerade in solchen Situationen Gott einen weiter trage und begleite. Landrat Günther Martin Pauli schilderte, dass er im Arbeitsalltag immer wieder Entscheidungen fällen müssen, die schwierig sind und dass ihm sein Glaube dabei helfe, dies auszuhalten und danach auch weitergehen zu können. Pfarrerin Marlies Haist gewährte Einblick in ihren Glaubensweg, der nicht immer nur geradeaus verlief. Als Jugendliche habe sie viele Zweifel gehabt, auch gehadert mit Gott und ihrem Glauben, um dann aber doch zu merken, wie wichtig er für sie sei. Heute sei sie glücklich ihren Beruf als Pfarrerin ausüben zu dürfen.  Dekan Anton Bock zieht seine Bestärkung im Glauben auch aus dem Glauben der anderen, den er immer wieder erfahren und spüren darf. Das miteinander glauben, miteinander beten stärke ihn täglich und trage ihn. Alle vier Teilnehmer sprachen in großer Offenheit darüber, wo sie mit ihrem Glauben auch schon an Grenzen gestoßen sind. Dabei schilderten sie Schicksalsschläge naher Verwandter oder Familienmitglieder oder auch die Frage danach warum so großes Leid, wie z.B. aktuell in Syrien, vorkommt. Die Zuhörer zeigten sich am Ende dieses Abends beeindruckt von der Dichtheit des Gesprächs. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Tobias Conzelmann aus Meßstetten mit eigenen Liedern. Der junge Musiker traf mit seinem Texten punktgenau die Stimmung in der Kirche und verdichtete dadurch die Atmosphäre nochmals. Begleitet wurde er von einem jungen Muslim, den er in der Lea in Meßstetten kennengelernt hatte und der ihn seitdem begleitet. „Das ist gut, was ihr hier macht. Es ist wichtig, dass Menschen über ihren Glauben“ reden meinten beide übereinstimmend.

„Menschen von hier“ kommen am Mittwoch, 19. Juli, 20 Uhr, nochmals zu Wort. Dann lesen Pfarrerin Angelika Schoblocher, Dr. Petra Graf, Pfarrer Wolfgang Braun und Wolfgang Buse aus ihren Lieblingsbüchern. Bei gutem Wetter open Air vor der Kirche, bei schlechtem im Gemeindesaal.

Die Seelsorgeeinheiten und das Katholische Dekanat probieren im Rahmen des Prozesses „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“ immer wieder neue Ideen aus. „Menschen von hier“ ist ein Versuch untereinander ins Gespräch zu kommen.

 

Achim Wicker, Dekanatsreferent

Drei Frauen glauben an ein Ziel

Zweite Vorsitzende wollen die Menschen zusammenbringen.

Feiern im Freien bereitet Freude

... so geht's beim Käppele-Fest in Hartheim

Dekanatskonferenz im Schwarzwald

Mit dem Prozess „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“ beschäftigte sich die Konferenz der Hautpamtlichen Mitarbeiter im Katholischen Dekanat Freudenstadt vor kurzem. Dekan Markus Ziegler und Dekanatsreferent Achim Wicker hatten zu dem Treffen geladen. Jede Seelsorgeeinheit stellte dabei den anderen vor, wo sie sich gerade auf dem Entwicklungsweg befindet.

Bereits vor zwei Jahren gestartet ist die Seelsorgeeinheit 1a Baiersbronn-Seewald. Im letzten Jahr konnten vier Werkstattgruppen zu den Themen … abgeschlossen werden und auch einige Aktionen wurden durchgeführt. Für das dritte Jahr stehen an. In der Seelsorgeeinheit 1b Freudenstadt-Alpirsbach haben sich in beiden Gemeinden Prozessteams gebildet und sind gestartet. In der Zwischenzeit wurde in Freudenstadt ein Fragebogen entworfen, mit dem Menschen zu ihrer Sicht auf die Kirche am Ort befragt werden sollen.

In der SE 2a Waldachtal konnten sich ebenfalls ein Prozessteam bilden. Ein wichtiges Thema dort wird auch die Zukunft des Wallfahrtsortes Heiligenbronn sein. Um die Geistliche Dimension des Prozesses zu stärken hat die Seelsorgeeinheit das Modell „50+1“ der Diözese aufgegriffen und gemeinsam die Apostelgeschichte gelesen. Daraus sind zwei Kreise entstanden, die sich gerne weiter mit der Bibel und ihrer Botschaft für uns heute beschäftigen möchten.

Die SE 3a Steinachtal war bereits auf einer Klausurtagung, bei der wichtige Themen für die weitere Arbeit identifiziert wurden, darunter neues Ehrenamt und Willkommen von Neuzugezogenen. Große Banner in allen vier Kirchengemeinden weißen die Einwohner auf den Prozess hin: „Wir sind / wir werden Kirche am Ort bleiben.“ In der  SE 3b Horb – Miteinander unterwegs sind die einzelnen Kirchengemeinden bisher noch jede für sich auf dem Weg und probieren zukunftsfähige Modelle aus. So fand vor kurzem ein Gottesdienst an der Eyach in Mühringen statt.  Auf Ebene der Seelsorgeeinheit stehen strukturelle Themen, wie ein Verwaltungszweckverband für Kindergärten auf der Tagesordnung.

Die Seelsorgeeinheit Eutingen im Gäu geht im Juli auf Klausur und dokumentiert ihren eigenen Entwicklungsweg eindrucksvoll auf einer Schriftrolle, auf welcher wichtige Schritte aufgezeichnet sind. Diese stellten Pfarrer Beda Hammer und Gemeindereferntin Sr. Jelena vor. Das Prozessteam wird in der Seelsorgeeinheit mit Bernhard Vogl von einem Ehrenamtlichen geleitet.

Mit den Mitgliedern aller Prozessteams ist für November ein Treffen geplant, um dann in einem größeren Rahmen voneinander zu erfahren und zu lernen.

Pfarramtssekretärinnen im Dekanat Balingen

Zu einem Geistlichen Tag trafen sich die Pfarramtssekretärinnen aus dem Katholischen Dekanat Balingen mit Dekan Anton Bock und Dekanatsreferent Achim Wicker im Gemeindehaus Markusheim in Binsdorf. „Danke“ stand auf dem kleinen Gruß der auf den Tischen lag, „Danke“ sagt auch Dekan Anton Bock für die wertvolle Arbeit in den Kirchengemeinden.  Thema des Tages waren mit „Vertrauen“ und „Lassen“ zwei Haltungen aus dem Prozess „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“. Zu Fuß machten sich die Teilnehmer auf zur Loretokapelle und beschäftigten sich unterwegs mit den Haltungen. Zu jeder Haltung wurde an einer Station eine Bibelstelle gelesen und darüber gesprochen. Auch in der täglichen Arbeit können die Haltungen wichtig sein: was lasse ich zu, was kann ich sich entwickeln lassen, wie viel Gelassenheit habe ich, wo muss ich loslassen… Höhepunkt und Abschluss des Treffens war die gemeinsame Andacht in der Loretokapelle.

Erfahrungen mit der Apostelgeschichte in Eislingen

Die Aktion "die Apostelgeschichte in 50+1 Tag lesen" hat in Eislingen/Fils "gezündet". So beschreibt es Pfarrer Bernhard Schmid. "Es ist der Gedanke, dass wir heute hier bei uns die "Apostelgeschichte weiterschreiben, weil ja Gott selbst seine Geschichte mit uns weiterschreibt. In dem, was geschieht versuchen wir immer wieder die Spuren Gottes zu entdecken. Dazu hilft uns die Schriftrolle, die wir schon seit einigen Jahren im KGR führen. Drum unser spontanes Interesse am "Original" der Apostelgeschichte und die Frage, was das für uns heute bedeutet."

Diese Erfahrungen sind nun auch publiziert in einem Themenheft im Internet oder als pdf.

Pfarrer Schmid und sein Team erleben die Arbeit mit der Schriftrolle in der Gemeinde als hilfreichen "Baustein" auch für den Prozess "Kirche am Ort", weil da Geistliches und Konkretes sehr eng ineinander gehen (können). 
HIER ein Beispiel für einen Bibeltext aus der Reihe: Tag 52. Er will anregen, dass wir die Apostelgeschichte oder ein "drittes Buch des Lukas an Theophilus" weiterschreiben können...

Mehr vom konkreten Niederschlag von Apg50+1 auf der Eislinger Schriftrolle finden Sie HIER.

Bericht zum Abschluss der Fortbildungsreihe WANDLUNG 2017

Kirchenentwicklung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart hat einen Namen: „Kirche am Ort - Kirche an vielen Orten gestalten“. Von 2015 bis 2020 vollziehen alle Ebenen der Diözese einen Blickwechsel, um das Evangelium in der Lebenswirklichkeit der Menschen neu zu entdecken. Damit soll die Relevanz von Glaube und Kirche in einer vielfältiger werdenden Gesellschaft gestärkt werden.

Ein Herzstück des Entwicklungsweges bilden die verpflichtenden Fortbildungen für Hauptberufliche alle zwei Jahre. Von Januar bis Juli 2017 fanden insgesamt 25 sog. „Wandlungstage“ statt, an denen insgesamt 95 % der 1550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilgenommen haben. Der weitaus größte Teil von ihnen gehören pastoralen Berufen wie Gemeindereferent/-in, Pastoralreferent/-in, Diakone oder Priester. Aber auch Vertreterinnen und Vertreter aus Dekanaten, Schulen oder Verwaltungszentren ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, an Veränderungsprozessen aktiv mitzuwirken.

Alle Beteiligten bescheinigten den 25 Tagungsleitungen im Feedback im Schnitt eine glatte 2,0. Das würde immerhin zu einer Belobigung reichen. Wichtiger ist aber die Wahrnehmung, dass sich gegenüber dem ersten Durchgang 2015 an diesem Punkt die Zusammenarbeit zwischen Ordinariat und Mitarbeitenden wesentlich verbessert hat.

 <Ziele>

So wurden die Ziele, die Zusammenarbeit im Team an der Kirche am Ort zu stärken und das Thema Kirchenentwicklung als Grundthema pastoralen Handelns bereitwillig aufgegriffen und die sich bietenden Räume aktiv genutzt. Am Ende standen für konkrete Schritte, wie Kirchenentwicklung im jeweils unterschiedlichen Zusammenhang vor Ort betrieben wird.

Ein weiterer wichtiger Baustein war der Dialog mit der Kirchenleitung, zu dem zu jeder Tagung ein Bischof oder Hauptabteilungsleiter des Ordinariates vor allem zum Zuhören anwesend war. Das bot den pastoralen Mitarbeitern/innen die Gelegenheit, ihre Einschätzung zum Miteinander der verschiedenen Ebenen von Diözese, Dekanat und Seelsorgeeinheit zu Gehör zu bringen.

 <Inhalte>

 Zu Beginn wurden die persönlichen Modelle von Kirchenentwicklung betrachtet und hinterfragt. Dabei setzt die Diözese vor allem auf die Entfaltung geistlicher Haltungen, weil Kirchenentwicklung vor allem als ein geistlicher Prozess verstanden wird. Die Teilnehmenden erkannten, dass Kirchenentwicklung die Entwicklung der eigenen Person einschließt. So wurden sie motiviert, die eigenen Kompetenzen zu erweitern und einzubringen.

 Für eine intensive Bibelarbeit wurden Texte aus der Apostelgeschichte gewählt. Mithilfe der Methode lectio divina ging es zunächst um das genaue Hinhören auf das Wort Gottes. Aber auch die Teilnehmenden konnten das, was der Bibeltext in ihnen auslöste zur Sprache bringen.

 Am Abend gab es in verschiedenen Medien-Bars Inspirationen aus der ganzen Welt, wie lebendig Kirche sein kann. Neben dem Anschauen war viel Platz für die unterschiedlichen Sichtweisen von Kirche. Da wurde deutlich, dass eine große Qualität von „katholisch sein“ die große Vielfalt und gleichzeitige Einheit in Jesus Christus ist.

 

 <das war neu>

 Vier verschiedene Workshops zu Werkzeugen der Kirchenentwicklung bildeten den Auftakt zum zweiten Tag. Einer der Renner war das bis dahin wenig bekannte Werkzeug „Gründen“ des Aachener Pastoraltheologen Florian Sobetzko. Er nutzt Erkenntnisse aus der Kirchenentwicklung der USA und verbindet sie mit einfachen Schritten der Prozessplanung, um gesetzte Ziele zu erreichen. Das Werkzeug kann aber auch gut eingesetzt werden, um bestehende Aufgaben schnell und sicher zu überprüfen, warum sie nicht den Effekt haben, den man sich davon verspricht.

  

<das waren Themen der Teilnehmenden>

 In sog. „Kollegialen Werkstätten“ thematisierten kleine Gruppen Grundsätzliches und Konkretes. Insgesamt wurden dabei mehr als 70 Themen eingebracht. Einen Schwerpunkt bildete Ideen rund um Gottesdienst und Spiritualität. Aber auch eine Vielzahl konkreter Projektideen wurden vorgestellt oder vertieft. Deutlich wurde, dass das diözesane Anliegen einer „Kirche an vielen Orten“ mehr und mehr ins Bewusstsein und in die Umsetzung kommt.

 Beispiele für Themen der Kollegialen Werkstätten:

-        Was will ich bewirken? Was motiviert mich? Was kann ich wirklich gut?
-        Handlungsräume von Leiter/-innen von Einrichtungen /SE /KG
-        Gott schreibt mit uns Geschichte – Prozesse geistlich mit einer Schriftrolle begleiten
-        "Just do it" Handlungsräume für Leiter/-innen von Einrichtungen/ Seelsorgeeinheiten/ Kirchengemeinden
-        Glaubenswege von Kindern und Jugendlichen
-        "Die frohe Botschaft verkünden" - Ideenwerkstatt
-        Das Ehrenamt boomt… nur nicht bei uns!
-        Religionsunterricht als pastoraler Ort
-        Kirche & Welt - Vernetzung von Kirche und weltlichen Organisationen
-        Transformieren "alter" Angebote in neue Praxis (z.B. Himmelfahrtsprozession)

Kirche auf der Gartenschau in Bad Herrenalb

Titelbild Flyer Talk im Garten

"Die Gartenschau in Bad Herrenalb vom 13. Mai bis zum 10. September 2017 lädt ein zum Entdecken, zum Innehalten und Weitergehen" - so werben die Kirchen auf der Gartenschau in bad Herrenalb für Ihren gemeinsamen Beitrag.

"Im Schatten einer vielstämmigen Buche inmitten des Kurparks findet der Besucher einen Platz der Stille. Menschen verschiedener Konfessionen haben hier einen Garten „gepflanzt an den Wassern des Lebens“ gestaltet. Ein Holzkreuz und eine Glocke werden von vier Stelen des Unterensinger Künstlers Jörg Seemann gerahmt. Das „kleine Paradies“ lädt ein zum Ankommen und Innehalten, um gestärkt weiterzugehen. Die christlichen Kirchen heißen Sie willkommen, sich an den „Wassern des Lebens“ niederzulassen."

Der  "Treffpunkt Kirche" ist ein Ort, der für die #kircheanvielenorten exemplarisch ist. Dort, wo die Menschen schon sind, docken wir an mit dem, was wir zum Thema "Mensch und Natur" beitragen können.

Mehr dazu unter http://www.gepflanzt.com/

Digital trifft Pastoral

Digitale Medien durchdringen alle Lebensbereiche und spielen für menschliche Kommunikation eine immer größere Rolle. Die sog. Sozialen Kommunikationsmittel sind ein hohes Gut und erfordern gleichzeitig kritische Prophetie. So sieht es die Expertengruppe Social media der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz.

Im Entwicklungsprozess "Kirche am Ort - Kirche an vielen Orten gestalten" ist die digitale Welt einer der Orte, die in vielerlei Hinsicht Neuland bedeuten. Umso reizvoller ist es, über diesen Weg Lebenswirklichkeiten von Menschen kennenzulernen. Hier bin ich als Kirche nicht der Einheimische, sondern der neu Zugezogene. Dieser Perspektivwechsel ist hilfreich, vielleicht sogar heilsam.

Da nicht alle alles machen können (und sollen), treiben wir das Thema "Digitalisierung und Pastoral" auch im Rahmen von "Kirche am Ort ..." weiter. Dabei geht es nicht zuerst um Richtlinien und Vorschriften, sondern um die Lust am Entdecken. Das ist nichts anderes als die Wahrnehmung der Zeichen unserer Zeit, wie sie das Konzil beschreibt. Im nächsten Schritt klären sich dann die unterschiedlichen Perspektiven (u.a. Kommunikation, Medienpädagogik, Ästehtik, Marketing...). Daraus entstehen dann Ziele kirchlicher Kommunikation, verbunden mit den dazu passenden Formen und Instrumenten.

Einige haben schon begonnen ...

www.internetseelsorge.de

Live-Übertragung der Gottesdienste der Katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul in Weil der Stadt  

Livestream aus dem Rottenburger Dom (jeden zweiten Mittwoch im Monat, 19-20 Uhr)

Mein Sonntagsevangelium

espresso.church

...

Hier finden Sie eine Übersicht über ein paar spirituelle Mobil-Apps:

Stundenbuch-App

Gott offen

App2Heaven

Click to pray (englisch)

Amen.de

Pray as you go (englisch)

Sacred Space

 

 

Wer kennt weitere Beispiele aus unserer Diözese? Gerne per mail an kirche-am-ort@drs.de

Erfahrungsbericht Projekt Apostelgeschichte 50+1

Zwei Wochen vor Beginn des Projekts wurden die Informationsflyer zur Apg 50+1 auf der Informationstheke ausgelegt und etwa eine Woche vor Beginn auf der elektronischen Informationstafel im Atrium und am Haupteingang beworben.

 Von Beginn an, wurden auf dem Holztisch zwei Plexiglas-Aufsteller hingestellt, in die täglich die aktuelle Schriftstelle aus der Apostelgeschichte gesteckt wurde. Immer wieder konnte man beobachten, wie unsere Kaffeegäste, den Aufsteller zur Hand nahmen und den Tagestext lasen. Dadurch kamen kurze Gespräche zu den Texten oder zur Aktion zustande und dies auch unter den Gästen am Holztisch selbst. In der ersten Woche lagen immer wieder auch Impulsfragen zu dem Text auf dem Tisch, was aber nur ganz vereinzelt wahrgenommen wurde.

 Auf einem Stehtisch waren die Flyer der Aktion „Apostelgeschichte in 50+1 Tag lesen“ und die „Lectio Divina“ aufgestellt. An den Tagen, an denen eine Schriftstelle dran war, die im Heft „Kirche an vielen Orten – Apostelgeschichte lesen“ ausführlicher mit einem Faltblatt beschrieben ist, wurden diese Faltblätter ebenfalls ausgelegt. Dies wurde gerne in Anspruch genommen.

 An der Kirchenwand standen eine bzw. zwei Stellwände, die wöchentlich mit neuen Plakaten und Aktionsmöglichkeiten gestaltet wurden.

Die Plantafeln und der Stehtisch standen „strategisch“ auf der Strecke zu unseren Toiletten. Viele blieben kurz stehen, um zu lesen, was auf den Tafeln stand. Um ein schnelles Erfassen dessen, was mit der Aktion verbunden ist, zu erkennen, war das Logo der Diözese sehr hilfreich.  

In der ersten Woche befand sich auf einer Stellwand der Text aus Apg 1,1-3. Auf der zweiten Wand fanden sich drei Blätter mit der Möglichkeit, sich schriftlich zu beteiligen. Die Fragestellung lautete:

 Gottesfreunde / Gottesfreundinnen

sind…                                                 können…                                           wollen…

…lebendig                                        …begeistern                                     …die Welt aus der                                                                                                                                  Perspektive des Glaubens                                                                                                                       sehen

 An jedem Punkt hing jeweils ein Stift (in unterschiedlicher Farbe), der die Gäste zum Schreiben einlud. Dies wurde auch gerne genutzt, allerdings eher dann, wenn von uns niemand in der Nähe war; die Anonymität war offensichtlich hierzu wichtig. Schon in der ersten Woche war sichtbar, dass auch Menschen ihren Frust und Ärger auf den Plakaten hinterließen.

 

In der zweiten Woche war der Abschnitt Apg 6,1-7 auf der Wand zu lesen. Dazu war die Möglichkeit sich zu den Fragen „Voraussetzungen für Veränderungen“ und „Welche Veränderungen wünschen Sie sich von der Kirche?“ zu äußern. Zu Beginn waren die Beiträge sehr konstruktiv und auch anregend. Je länger jedoch die Wand stand, desto mehr fühlte sich ein/e Schreiber/in herausgefordert, seine/ihre Schmähungen ebenfalls zu dokumentieren. Dies wird vermutlich in einem so öffentlichen Gebäude und hochfrequentierten Besucherstrom nicht zu vermeiden sein.

 

In der dritten Woche war neben der Textpassage die Aufforderung, sich einzelne Worte, die auf farbigen Textblättern geschrieben waren und die aus dem Text herausgehoben wurden, vom Stehtisch mitzunehmen. Obwohl oft jemand vor der Wand stand, wurden die farbigen Textblätter wenig mitgenommen.

 

In der vierten Woche nahmen wir die Anregung auf, die Kommunikationswörter der Passagen aus der Apostelgeschichte hervorzuheben und in einzelnen Blättern unter die Textstelle des Tages zu hängen. Dazu wurde die Bibel ab dieser Woche auf dem Stehtisch mit ausgelegt, damit diese Worte im Textzusammenhang mitgelesen werden konnten. Diese wurde vielfach in die Hand genommen. Wenn ich mit den Gästen dann ins Gespräch kam, stellte sich heraus, dass auch andere Textstellen gesucht wurden. Eine russische Frau wollte beispielsweise wissen, wie ihre Lieblingsstelle auf Deutsch sich anhört und war enttäuscht über die nüchterne Übersetzung (aus dem Hohenlied).

 

In der fünften Woche begann ich die Woche mit einem Thema zu überschreiben: „Der Glaube breitet sich aus“ und lud die Gäste ein, auf farbigen Plankarten uns mitzuteilen, durch wen sie zum Glauben gekommen sind und welche Erfahrungen sie in ihrem Glauben gestärkt haben.

Am Samstag der fünften Woche war der AKM zum Stuttgart Yard-Tag im Haus. Manche lasen interessiert die Impulse, weil sie das Logo von „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“ wohl gekannt haben. So kam ich an diesem Tag häufig ins Gespräch mit den Jugendlichen; einige von ihnen schrieben auf Karten ihre Gedanken dazu auf.

Diese sechste Woche bekam den Titel "Hoffnung, aus der wir leben". Neben Ausschnitten aus der Apg, die in dieser Woche gelesen werden und die den Hoffnungsaspekt vertiefen, waren die Gäste eingeladen, uns aufzuschreiben, woraus sie Hoffnung schöpfen und was ihnen Hoffnung macht / schenkt / gibt.

Die siebte und letzte Woche bekam den Titel „Das Zeugnis des Paulus“. Um einander Zeugnis zu geben, aus welcher Schriftstelle wir unsere Kraft holen, waren die Gäste eingeladen, uns ihr „Lebens-Wort“ aus der Bibel, aufzuschreiben.

Da in den davorliegenden Tagen schon immer wieder die Frage aufkam (mündlich und per Mail), wie es nach der Apostelgeschichte denn weitergehen würde, lud ich die Gäste ein, uns ihre Wünsche, wie wir mit der Bibel weitergehen können, aufzuschreiben. Leider kam hierzu kein Beitrag.

Zusammenfassung:

Insgesamt waren die sieben Wochen eine interessante Erfahrung, mit welchen Mitteln Menschen für die Bibel ansprechbar sind. Die Schreibmöglichkeit erwies sich als eine Art Einladung sich zu äußern, vor allem für diejenigen, die nicht unbedingt ins Gespräch kommen wollen.

Wir mussten in den ersten drei Wochen die Erfahrung machen, dass ein Schreiber mit seinen Kommentaren andere abhielt, sich zu äußern. Als wir den Mann identifizieren konnten (er ist psychisch krank), fand ein Gespräch statt, so dass dies ab da nicht mehr vorkam.

Sieben Wochen in solch hoher Intensität die Auseinandersetzung an einem Buch der Bibel aufrechtzuerhalten, war bisweilen auch anstrengend – aber der Austausch, der dadurch zustande kam, war eine Bereicherung. So sind mir vor allem Gespräche mit Schülern der oberen Klassenstufen geblieben, die sich nach Ansprache gerne eingebracht haben.

Alles in allem sind unsere Erfahrungen positiv. Zum Teil regen sie uns auch zum Nachdenken an, wie wir auch künftig das Evangelium bzw. die biblische Botschaft den Menschen auf einladende Weise nahe bringen können. Wir leben in einer multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft; dies zeigt sich auch in unseren Gästen. Hier offen für Gespräch und Auseinandersetzung zu bleiben oder auch noch zu werden, das ist unsere Aufgabe.

Ganz herzlich bedanken möchte ich mich bei Bärbel Janz-Späth für ihre hilfreichen Anregungen zur Gestaltung der Wochen und der Gemeinde Eislingen, durch deren Beispiel wir ermutigt wurden, dieses Projekt ganz offen anzugehen.

Sr. Nicola Maria Schmitt, Haus der Katholischen Kirche Stuttgart

St. Maria als - so hat es Stuttgart gemacht ...

 

 

So entwickelt das Stadtdekanat Stuttgart den Standort St. Maria weiter:

Gemeinde  sucht nach Ideen für die Zukunft von St. Maria   

Die Kirche soll über die Gottesdienste   hinaus genutzt werden

 Bürgerbeteiligung und katholische Kirche, das dürfte für viele Menschen nicht so leicht zusammengehen. Die katholische Kirche in Stuttgart macht jetzt den Versuch am Beispiel von St. Maria. Die Marienkirche in der Tübinger Straße ist ein architektonisches Schmuckstück in Zentrumsnähe, aber das Gotteshaus ist innen stark renovierungsbedürftig. Zudem ist die Kirche für die Bedürfnisse der Gemeinde zu groß geworden. Die Gemeinde und das Stadtdekanat haben dies zum Anlass genommen, eine Bürgerbeteiligung im Kleinen anzustoßen. St. Maria wird ein geweihter Ort bleiben, die Gemeinde wird dort auch weiterhin ihre Gottesdienste feiern. Welche Nutzungen aber sind darüber hinaus möglich? Angesprochen werden sollen Menschen, die an Kirche und Stadtentwicklung interessiert und die bereit sind, Ideen für den Kirchenraum zu entwickeln. Bei dem Projekt unterstützt wird die katholische Kirche von dem Verein Stadtlücken.

Ideenschenker und die weitere Ideensuche

Um einen Anstoß zu geben, haben in den vergangenen Wochen 60 Ideenschenker aus Politik, Kultur, Verwaltung und dem Sozialen ein Päckchen erhalten, in dem sich Pläne der Marienkirche, Buntstifte, ein Teebeutel und ein Stick fanden. Darin enthalten war auch die herzliche Einladung, Vorschläge zu entwickeln, wie das Gotteshaus in der Tübinger Straße über die regelmäßigen Gottesdienste hinaus genutzt werden könnte. Erste Ideen sind in dieser Woche auch bereits zurückgekommen. Diese sehen St. Maria auch als Ort für Kunstausstellungen und Kunstprojekte, als Ort interreligiöser Treffen, als Ort der Tischgemeinschaft und Gastronomie, als seelsorgerlich-therapeutisches Zentrum oder als caritativen Begegnungsort. Da über die Ideenschenker hinaus alle an der kirchlichen Entwicklung interessierten Menschen angesprochen werden sollen, schließt sich in den nächsten Wochen eine offene Beteiligung an. Von Samstag, 20. Mai, bis Samstag, 3. Juni, wird es in der Marienkirche eine Werkstatt geben, in der Besucher Vorschläge malen, beschreiben, basteln oder auch am Computer entwickeln können. In dieser Zeit werden täglich von 12 bis 18 Uhr Ansprechpartner aus der Gemeinde in der Kirche sein. Einige der eingegangenen Ideen werden in der Kirche ausgestellt. Wer nicht in die Tübinger Straße kommen kann, hat über die Facebook-Seite St. Maria (www.facebook.com/stmariaals) die Möglichkeit, Vorschläge einzubringen. Darüber, welche Ideen umgesetzt und finanziert werden, entscheiden die Gemeinde und das Stadtdekanat Stuttgart im Einvernehmen mit der Diözese.

 

St. Maria - prominentes Beispiel für die Standortentwicklung der katholischen Kirche Stuttgart

Die katholische Kirche in Stuttgart befindet sich an vielen Orten im Aufbruch. Mehr als 20 Standorte werden parallel weiterentwickelt, einer davon ist die Marienkirche. St. Maria ist eine der architektonisch wertvollsten katholischen Kirchen in Stuttgart, die mit hohem Aufwand außen saniert worden ist. Schon jetzt ist absehbar, dass die Innensanierung des neugotischen Gotteshauses hohe Kosten mit sich bringen wird. „Eine einfache Standortsanierung bliebe unter dem Potential dieser architektonisch herausragenden Kirche, der noch dazu durch ihre prominente Lage in der Innenstadt eine besondere Bedeutung zukommt“, sagt der katholische Stadtdekan Christian Hermes. Die Kirche ist nicht nur für die Gemeindemitglieder, sondern für viele Menschen im Süden ein wichtiger Ort. „Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, den Horizont so weit wie möglich zu öffnen. Wir sehen uns als Kirche in der Stadt und wollen uns nicht auf eine Nische zurückziehen, sondern im Gegenteil die Stadtgesellschaft einbeziehen.“ Hermes sieht den Beteiligungsprozess als Experiment. „Wenn wir gute Erfahrungen machen, kann ich mir eine solche Ideenfindung auch andernorts vorstellen.“

Für Paul Kugler, den leitenden Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Süd, ist St. Maria eine typische Großstadtgemeinde – mit allen Vor- und Nachteilen. „Viele Menschen kommen tagsüber als Besucher in die Kirche, weil die Tübinger Straße für Fußgänger und Radfahrer die Verbindungsstraße zwischen der Innenstadt und dem Süden ist. Die Kirche ist gut frequentiert, aber unsere Gemeindemitglieder wohnen nicht mehr in der Nähe der Kirche, was für das Gemeindeleben schwierig ist“, so Kugler. Auch ist die Kirche für die Bedürfnisse der Gemeinde alleine zu groß, deshalb sieht der leitende Pfarrer die offene Ideenfindung als große Chance für die Gesamtkirchengemeinde und für den Stadtbezirk. Rund um die Kirche ist in den vergangenen Jahren viel passiert, mit den Veränderungen an der Paulinenbrücke, dem Neubau des Gerber. „Jetzt muss auch bei uns etwas passieren“, so Kugler. Auch Domenik Schleicher, der zweite Vorsitzende von St. Maria, stellt fest, dass das klassische Gemeindeleben in St. Maria nicht mehr funktioniere, weil viele der treuen und aktiven Ehrenamtlichen wegen hoher Immobilienpreise an den Stadtrand gezogen seien. „Wir verfallen deswegen nicht in Depression, sondern suchen nach neuen Wegen“, so Schleicher. Er hofft, dass mit St. Maria neben den Zentren für Jugendpastoral und Kirchenmusik und dem geplanten Spirituellen Zentrum ein weiterer kirchlicher Leuchtturm in der Stadt entstehen wird.

Den Beteiligungsprozess maßgeblich mitgestaltet haben in den vergangenen Wochen die Mitglieder des Vereins Stadtlücken, die im vergangenen Jahr mit einer zweiwöchigen Aktion rund um den Österreichischen Platz auf sich und ihre Interessen aufmerksam gemacht haben. Die Akteure der Stadtlücken haben sich 2016 zusammengefunden, aus dem Bedürfnis heraus, den städtischen Lebensraum mitzugestalten und Aufmerksamkeit für den Stadtraum zu wecken. Sie haben die Idee von „St. Maria als“ entwickelt: „Uns ist es wichtig, dass es Orte gibt, an denen der persönliche Kontakt zwischen Menschen entstehen kann und wir wieder miteinander ins Gespräch kommen können“, sagt Sebastian Klawiter von den Stadtlücken. Für die jungen Stadtplaner, Gestalter und Architekten ist allein schon der Kirchenraum spannend. „Diesen großzügigen Raum zu betreten löst viele Gefühle aus, einmal aufgrund der gebauten Atmosphäre, zum anderen aufgrund der Werte, die mit einem Kirchenraum verknüpft sind“, so Klawiter.

 

Geschichte der Marienkirche mit Zahlen und Fakten zur Gemeinde

St. Maria, erbaut in den Jahren 1871 bis1879 im neugotischen Stil, wurde nach der Eberhardskirche als erster Neubau einer katholischen Kirche in Stuttgart nach der Reformation errichtet, damals nahezu am Stadtrand. Im Zweiten Weltkrieg stark zerstört, wurde sie bis 1950 wiederaufgebaut und schließlich um die Jahrtausendwende außen umfassend renoviert. Die Innenrenovierung soll in den nächsten Jahren folgen. Da die Untersuchungen von Decken und Wänden der Kirche noch nicht abgeschlossen sind, ist noch nicht klar, wie hoch die Umbaukosten sein werden. St. Maria gehört heute mit den Gemeinden St. Josef in Heslach und St. Antonius von Padua in Kaltental zur Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Süd mit insgesamt 12 000 Katholiken, von denen rund 6000 auf dem Gemeindegebiet von St. Maria leben. Flächenmäßig zieht sich das Gemeindegebiet St. Maria vom Heusteig- und Leonhardsviertel bis zum Lehenviertel am Marienplatz. Die Marienkirche wird auch von der englischen Gemeinde als Gottesdienstort genutzt. Die Gemeinde hat sich im Jahr 2015 von ihren Gemeinderäumen in der Fangelsbachstraße getrennt und hofft, mit dem Umbau der Marienkirche wieder Räumlichkeiten zu erhalten.

 

Veranstaltungsreihe rund um die Ideensuche

 - Zur Eröffnung am Samstag, 20. Mai, 17 Uhr, wird der Stuttgarter Lichtkünstler Laurenz Theinert die Marienkirche mit seinem selbst erfunden Lichtpiano beleuchten.

-  Am Mittwoch, 24. Mai, heißt es um 18 Uhr „Jazzen und Schmatzen mit Loretta“. Die Stuttgarter Gastronomin lädt bei Jazzmusik zur Tischgemeinschaft.

-  Am Donnerstag, 25. Mai, um 19 Uhr laden die Stadtlücken unter dem Motto „Einmal im Monat“ zu einem Diskussionsabend zu dem Thema, wie Kirchen genutzt werden können.

-  Am Samstag, 27. Mai, 20 Uhr, tritt der australische Liedermacher Tim McMillan in St. Maria auf

-  Am Dienstag, 30. Mai, um 19 Uhr werden sich der Domorganist Johannes Mayr und der Performancekünstler Thomas Putze auf ungewöhnliche Weise mit der Grablegung Jesu beschäftigen.

-  An den Sonntagen, 21. Mai und 28. Mai, lädt die Gemeinde um 11 Uhr zum Gottesdienst. Am 28. Mai wird im Gottesdienst ein Kind getauft. Auch zum Abschluss der Veranstaltungsreihe wird am Samstag, 3. Juni, um 21 Uhr ein ökumenischer Abendrot-Gottesdienst zum Thema Aufbruch/Aufbrechen gefeiert. Die Abendrot-Gottesdienste richten sich an junge und junggebliebene Menschen verschiedener Konfessionen und werden gestaltet von katholischen und evangelischen Theologen und Ehrenamtlichen aus Bad Cannstatt. Bereits um 18 Uhr gibt es eine Abschlussrunde mit allen an dem Prozess Interessierten.  

 

Wir sind Kirche am Ort ...

"Kirche am Ort..." in der Seelsorgeeinheit Steinachtal

Anfang letzten Jahres starteten die KGRs der SE in die erste Phase von KiamO. Es ging darum die Menschen, Ereignisse und die Beobachtungen in Gesellschaft und Kirche in den Blick zu nehmen. Dies geschah mit Hilfe einer Schriftrolle. Ihre Wahrnehmungen schrieben die KGR-Mitglieder auf eine Schriftrolle und bewerteten diese für sich als positiv oder negativ. In einem zweiten Schritt wurden diese Wahrnehmungen im Licht des Evangeliums gedeutet. „Wo brennt mein Herz“, „Wo geht eine Saat auf“, Wo geht eine Tür zu“, „Wo spüre ich Mauern“. In manchen Sitzungen wird die Schriftrolle wieder aufgerollt und noch einmal auf diese Beobachtungen geschaut.

Im Mai letzten Jahres fand der gemeinsame Auftakt am Lindendom (wachsende Kirche im Wald) statt. In einem „Weg-Gottesdienst“ wurden die Teilnehmer unter anderem befragt: „Was stelle ich mir unter Kirche vor.“, „Was wünsche ich mir von der Kirche“, „Was denke ich von der Kirche“.

Das Prozessteam gründete sich im Frühahr 2016. Mitglieder des Prozessteams sind: Stephanie Gärtner (KGR Bittelbronn), Hannelore Bettau (KGR Grünmettstetten), Devika Schilling und Marita Lecchler (KGR Altheim), Michael Walz (Mesner St. Martinus Talheim), Monika Schneider (Wegbegleiterteam der SE), Bettina Gerster (Religionslehrerin in Talheim) Alfred Kreidler (KAB Grünmettstetten, 2. Vorsitzender Dekanatsrat), Gemeindereferentin Manuela Knopp und Pfarrer Armin Noppenberger. Um auf diesen Prozess möglichst viele verschiedene Menschen aufmerksam zu machen entwickelte das Prozessteam einen Banner. Diese Banner werden an gut einsichtigen Stellen in den jeweiligen Gemeinden befestigt. In einem nächsten Schritt geht es darum mit einzelnen Gruppierungen und Menschen außerhalb der Gottesdienstgemeinde ins Gespräch darüber zu kommen.

Bei einer zweitägigen Klausur aller KGRs der SE Steinachtal Anfang April diesen Jahres auf der Liebfrauenhöhe beschäftigten sich die Mitglieder der KGRs ebenfalls mit dem Prozess. Gemeinden wurden mit verschiedenen Materialien aufgebaut, Lebensmittelpunkte in den Orten und Vernetzungen in den Blick genommen. Es ging darum, was Zukunft hat, haben soll. Daraus ergaben sich drei Werkstätten auf der Ebene der Seelsorgeeinheit: verändertes Ehrenamt, Tankstellen (Orte/Möglichkeiten um aufzutanken), Umgang mit Neuzugezogenen. Eine wichtige Werkstätte für Altheim, Grünmettstetten und Talheim ist die Jugendarbeit. Altheim möchte enger mit den örtlichen Vereinen kooperieren und für Talheim ist die Kirchenmusik ein wichtiges Thema.

Als nächste Schritte steht die Planung an, wie gehen wir mit den Werkstätten weiter in Phase zwei.

 

Apostelgeschichte ökumenisch lesen in Eislingen

Nach der Wandlungstagung im Januar waren wir, das Pastoralteam, entflammt und begeistert von der Idee die Apostelgeschichte in dieser Form in unseren Gemeinden zu lesen.

Über unseren Pastoralausschuss, KGR und das ökumenische Dienstgespräch wurde die Idee gestreut und mit einem Vorbereitungsteam erste Gedanken zur Planung veranlasst.

  • Unterschiedlichste Orte (Kirchen, Privathäuser, öffentliche Plätze und Orte) und Einzelpersonen und Gruppen sollen angesprochen werden und sich miteinbringen.
  • Am besten per Mundpropaganda.

Terminsammlung
Die Termine wurden über eine gemeinsame Doodleliste zusammengetragen, auf die alle katholischen und evangelischen Pfarrbüros sowie pastorale Mitarbeiter Zugriff haben und neue Termine eintragen können. Parallel dazu wurden an einer zentralen Stelle die Termine in eine Wordliste übertragen, die jetzt zum Flyer wurde.
Überraschend schnell – innerhalb von zwei Wochen – war die Liste zu 90% gefüllt, einige wenige (vor allem Wochenendtermine blieben übrig). Sie konnten durch direkte Ansprache Engagierter aus der Gemeinde doch noch gefüllt werden.

Inhaltliche Gestaltung
Währenddessen wurde im Pastoralteam inhaltlich an der Vorbereitung weitergearbeitet.
Begleitender Koffer: als sichtbares Zeichen wird von Station zu Station ein Koffer weitergegeben, der eine Bibel, Tuch, Kerze und Feuerzeug enthält. Die Durchführenden sind eingeladen damit einen Mittelpunkt ihres Lesekreises zu gestalten.
Mit dem Koffer soll ebenfalls ein kleines Logbuch weitergegeben werden, wo jede leitende Person / Gruppe einige Impressionen festhalten soll.

Bibeltext mit Impulsfragen: die Teilnehmer sind eingeladen, ihre eigene Bibel mitzubringen, gleichzeitig wird es aber auch einige Bibeltextblätter geben mit entsprechenden Impulsfragen. Diese sollen anregen gemeinsam über den Bibeltext ins Gespräch zu kommen.

Anregungen und Hinweisblatt für die Leiter: in Anlehnung und mit Hilfestellung des Heftes vom Katholischen Bibelwerk wurde dieses Hinweisblatt erstellt, das den Leitern als Richtschnur dienen soll.

Anregungen zum Lesen daheim: wer nicht an den Stationen teilnehmen will/kann, sondern zuhause, kann dies auch tun und anhand dieses Blattes seine eigene Zeit gestalten. (Die Impulsfragen werden auf der Homepage zum Download bereitstehen)

In allen Gottesdiensten innerhalb der 51 Tage wird immer der jeweilige Tagesabschnitt als Lesung gelesen.

Öffentlichkeitsarbeit
Alles Arbeiten wäre sinnlos, wenn es nicht auch verbreitet werden würde. Es wird ein „Verteilpacket“ erstellt mit dem diözesanen Aufsteller, eingelegt werden der Terminplan und die Anregungen zum Lesen daheim. Diese wird in allen vier katholischen und evangelischen Kirchen zu den Ostergottesdiensten verteilt.

Ebenfalls wird dieses in den Monatsbrief unserer katholischen Kirchengemeinde eingelegt. In den Vermeldungen wird darauf hingewiesen und wir habe eine Pressemitteilung an die Ortspresse herausgegeben.

Kurzes Zwischenfazit
Mit nur einem sehr kurzen zeitlichen Vorbereitungsfenster ist in einer sehr dichten Zeit viel entstanden und hat positiv zu keimen begonnen. Diese Aktion kann nicht alleine gemeistert werden, sondern bedarf einer guten Zusammenarbeit mit allen Beteiligten und viel Freude. Aber diese kam allein durch die positive Resonanz, die diese Aktion in der Gemeinde bereits ausgelöst hat.

Erreichbarkeit
Unsere Kirchengemeinde ist unter https://stmarkus-liebfrauen-eislingen.drs.de/ im Internet zu finden, dort wird es auch immer wieder neue Eindrücke geben. Bei Rückfragen, Interesse, Materialaustausch usw. sind wir als Pastoralteam alle ansprechbar: Pfarrer Bernhard J. Schmid, Pastoralreferent Hariolf Hummel, Gemeindeassistentin Katharina Pilz

 

... und hier gibt es die verwendeten Materialien als pdf:
50+1 Anregungen für Leiter
50+1 Terminplan Personen und Institutionen
Anregungen zum Lesen daheim
Tag 1
Tag 2
Tag 3
Pressemitteilung
Zusammenfassung

Ist die Kirchengemeinde eine Art Einfamilienhaus mit gleichgesinnten BewohnerInnen?
Oder gleicht die Gemeinde der Zukunft eher einer Berghütte; einer verlässlichen, schützenden Station für Menschen auf ihren Lebenswegen? Welches Bild von Kirche leitet Ehrenamtliche wie hauptberuflich Verantwortliche bei ihrem Handeln? Was können Gemeinden von einer „Berghütte auf der Schwäbischen Alb“ lernen?

Ein Vortrags- und Gesprächsabend über die Zukunft der Kirche und den Gemeinden vor Ort mit Prof. Dr. Herbert Haslinger, Pastoraltheologe an der Theologischen Fakultät Paderborn, „Gastvater“ Kai Münzing, Mitarbeiter im Naturfreundehaus Dettingen, evangelischer Kirchenpfleger sowie Mitglied der 15. Evangelischen Landessynode,
und Barbara Strifler,  Dekanatsreferentin im dekanat Essluingen-Nürtingen.

Freitag, 23. Juni 2017, 18.00 – 21.00 Uhr
Naturfreundehaus Waldheim Dettingen/Erms,
Gewann Rammelplatz, Am Sonnenfelsen, 72581 Dettingen

Eintritt frei, Anmeldung bis 16. Juni an die Dekanatsgeschäftsstelle dekanat@kirche.es, Tel.: 0711 7941870

Veranstalter: Dekanat Esslingen-Nürtingen in Kooperation mit dem Dekanat Reutlingen-Zwiefalten, der Katholischen Erwachsenenbildung im Landkreis Esslingen und dem Verein NaturFreunde Deutschlands.

Die (Apostel)Geschichte geht weiter!

Das ist die aufregendste Botschaft von Kirche. Mit Karwoche und Ostern durchleben wir die Höhepunkte und zentralen Inhalte unseres Glaubens. Und damit beginnt alles.
Einzelne, Gruppen, Gemeinschaften, Kirchengemeinden können diese Bewegung vom gekreuzigten Jesus über den auferstandenen Christus zum lebendigen Gott-ist-da nun mit dem Entwicklungsweg "Kirche am Ort - Kirche an vielen Orten gestalten" verbinden.

In 50 und 1 Tag lesen wir - beginnend mit Ostersonntag am 16. April 2017 - die Apostelgeschichte. Jeden Tag ein Stück. Dafür haben wir einen PLAN. Bis Pfingstmontag. Und dann geht es weiter. Weil die Geschichte der Kirche nie endet. Sie geht auch heute weiter - in jeder und jedem, die sich dem Auferstandenen anvertrauen.

Zum Lesen gibt es verschiedene Unterstützungen:
ein PLAKAT macht andere auf die Aktion aufmerksam; ein LESEPLAN teilt die Geschichte in mundgerechte Stücke auf; eine ANLEITUNG zeigt mit Lectio divina eine andere Methode Bibel in Gruppen zu lesen; ein IDEEN-Flyer gibt Tipps, wie die Apostelgeschichte und "Kirche an vielen Orten" miteinander kreativ verbindet.
Diese Materialien können auch kostenlos in größerer Stückzahl über die Bestellplattform der Diözese angefordert werden.

Natürlich kann der Startschuss zum Bibellesen jederzeit erfolgen. Manche wollen vielleicht erst den Geburtstag von Kirche abwarten und beginnen deshalb am Pfingstsamstag (03. Juni bis 23. Juli 2017).

Die Geschichte geht also in jedem Fall weiter ... gottseidank!

 

... auf der Seite ERFAHRUNGEN finden Sie konkrete Umsetzungsbeispieleaus Eislingen und Stuttgart - mit Vorlagen zum Inspirieren und Motivieren ...

Von Leucht- und anderen Türmen ...

Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Rottweil haben sich entschieden: sie wollen den neuen ThyssenKrupp-Turm über eine Hängebrücke mit ihrer Stadt verbinden.

Es ist die Zeit der großen Ideen. Unmögliches wird möglich, wo zur Idee die Überzeugung kommt.
So ist es auch, wenn Kirche sich entwickelt. Die Idee, die Sehnsucht, die Vision alleine reicht nicht. Kirche ist Tat.

An vielen Orten ist derzeit zu beobachten, wie Bewegung in die Seelsorgeeinheiten kommt. Nicht überall ist das gleich innovativ und beeindruckend. Die ersten Schritte sind eher mühsam, wenn deutlich wird, wie sehr Organisation und Struktur die Tagesordnungen bestimmen anstelle von Vison und Weiterentwicklung.

Gut nur, dass Gott - im Unterschied zu vielen von uns - Geduld nicht nur kennt, sondern auch hat. Diese Geduld kommt aus seiner Liebe. Er hat unendlich viel davon, deshalb kann er auch warten, bis wir Menschen so weit sind.

Wenn wir als Diözese, als Seelsorgeeinheit, als Gemeinschaft oder als Einzelne so weit sind, dass wir akzeptieren, dass nicht mehr wir es sind, die die Türme bauen müssen, sondern dass es reicht, wenn wir uns um die Verbindungen innerhalb unserer Gesellschaft bemühen, dann wächst das Reich Gottes.
Wenn wir als Verantwortliche (ehren- und hauptamtlich) uns weniger um das Äußere (Organisation) und mehr um das Innere (Glaube-Liebe-Hoffnung) mühen, dann leuchtet das Licht der Liebe Gottes nicht nur nachts ...
Wenn wir als Botinnen und Boten der Liebe Gottes an dem Platz, an den wir uns der Wirklichkeit stellen, einfach nur  versuchen "da" zu sein, wird sich das Reich Gottes wieder und wieder ereignen.

Wolfgang Müller

Tolle Ideen

Die Homepage des Katholischen Dekanats Ostalb kann sich sehen lassen:
einfach, klar und anschaulich zeigt sich hier, wie "Kirche an vielen Orten" aussieht.

Besonders gut gefällt mir in der Rubrik des Entwicklungsweges die Aufstellung, wie der Stand im Dekanat ist. So wird deutlich, wo die einzelnen Seelsorgeeinheiten stehen. Denn Kirche sind wir ja einerseits für uns am jeweils konkreten Ort (#kircheamort). Aber andererseits sind wir ja auch Kirche mit vielen anderen (#anvielenorten).

In gedruckter Form gibt das Dekanatsteam das >>echo<< heraus. In der aktuellen Ausgabe findet sich dort neben der interessanten Titelstory "Kirche braucht Frauen" auch ein Extra-Blatt zum Prozess "Kirche am Ortv - Kirche an vielen Orten gestalten".

Schau mal hin ... nachmachen lohnt sich!

Wolfgang Müller

 

Tafelsilber für alle

Katholische Christen erkunden ihr Umfeld

Die Kirchengemeinden im Landkreis müssen auch Neues wagen, um die Menschen weiter erreichen zu können. Das ist eine zentrale Botschaft der Veranstaltung, zu der das katholische Dekanat vergangenen Mittwoch eingeladen hatte. Unter dem Titel „Schatzkarten des Lebens entdecken" stand das unmittelbare Umfeld der Kirchengemeinden im Zentrum. Über 60 Besucherinnen und Besucher waren der Einladung ins Ludwigsburger Bischof-Sproll-Haus gefolgt.

Der Tübinger Theologieprofessor Michael Schüßler sagte zu Beginn: „Es ist nicht unsere Aufgabe, nach draußen zu gehen und die Menschen wieder in die Kirche zu holen." Das Evangelium sei nämlich keineswegs das Tafelsilber des Christentums. Vielmehr müsse die Botschaft des Evangeliums nach außen getragen werden. Er verwies dabei auch auf das Zweite Vatikanische Konzil. Hier hatte sich die katholische Kirche unter anderem dazu verpflichtet, die Zeichen der Zeit immer neu zu deuten. Heute müssten Christinnen und Christen auch über die Sprache der Verkündigung nachdenken, so Schüßler. Die sei häufig für Außenstehende schwierig zu verstehen.

„Wir müssen andere nicht zum Glauben bekehren, sondern für andere da sein – eben aus der Motivation unseres eigenen Glaubens." sagte der Professor. Er erzählte von einer Bamberger Kirche, in der jeden Mittag ein Gebet angeboten wurde. Wegen gefährlicher Risse im Mauerwerk musste die Kirche geschlossen werden. Die Ehrenamtlichen machten kurzerhand aus der Not eine Tugend und stellten eine Kirchenbank in den Park. Dort sitzt seitdem jeden Mittag eine Stunde lang eine Seelsorgerin und steht für Gespräche zur Verfügung – mit großer Resonanz. „Die Menschen machen sich eben viel mehr Gedanken über Gott, als man oft vermutet." stellte Schüßler fest.

Dr. Stephanie Goeke von der Caritas ermutigte die Besucher ebenso, sich nicht in den eigenen Kirchenmauern zu verschanzen, sondern den Sozialraum aktiv zu erkunden. „Verschicken Sie keine Fragebögen!" war ihr Plädoyer. Vielmehr sei es spannend, sich die Stadt in einem Rundgang zum Beispiel von Kindern oder Rollstuhlfahrern zeigen zu lassen. „Der Fokus ist dabei wirklich der Alltag der Menschen." Aus dem Satz „Ich will anderen helfen" müsse dann nach und nach der Satz „Ich will mit anderen etwas gestalten" werden.

Die Zuhörerinnen und Zuhörer konnten gleich eine Methode ausprobieren: Auf der Karte ihrer Seelsorgeeinheit sollten sie unter anderem die Orte markieren, die sie gerne besuchen. Dies sei eine gute Methode, um mit den Menschen vor Ort ins Gespräch über ihre Bedürfnisse zu kommen. Eine Besucherin meinte begeistert: „Das probieren wir bald bei uns auf dem Wochenmarkt!"

Das Dekanat Ludwigsburg ist die mittlere Ebene zwischen dem Bischof und den Kirchengemeinden im Landkreis Ludwigsburg. Es umfasst 46 Kirchengemeinden mit über 116.000 Katholikinnen und Katholiken. Zu den Aufgaben gehören unter anderem die Koordination der Seelsorge, die Vernetzung der Akteure und die Vertretung der katholischen Kirche in Politik und Gesellschaft.

Fabian D. Schwarz

 

Baiersbronn: Auf ins Werkstattjahr ... !

Neues von unserem Entwicklungsprozess „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“

Im September ist das erste Prozess-Jahr zu Ende gegangen – nicht jedoch die erste Phase dieses Entwicklungsprozesses. Sie war und ist geprägt von einer geistlichen Erneuerung unserer Kirchengemeinde und jedes Einzelnen. Hierzu können uns die geistlichen Haltungen Wertschätzen, Erwarten, Lassen und Vertrauen eine Anregung sein. Und sie ist geprägt von der Haltung des Hin-Hörens und Hin-Sehens auf das, was ist. Diese Haltungen möchten wir gerne beibehalten und uns darin immer wieder neu und tiefer einüben.

Das zweite Jahr soll dazu dienen, einige Dinge in unserer Kirchengemeinde auf den Prüfstand zu stellen und zu  überlegen, welche Veränderungen und Neuausrichtungen es braucht. Das soll keinesfalls all das Bisherige schmälern oder unreflektiert verwerfen. Vielmehr ist es wichtig, Wertvolles zu bewahren und den Blick für das Wesentliche unseres Glaubens zu schärfen.

Ganz konkrete Bereiche, die uns besonders am Herzen liegen und darum einen Schwerpunkt in der Reflexion erhalten sollen, sind die Vorbereitung auf den Empfang der Sakramente der Erstkommunion und der Firmung. Gerade weil diese Zeit der Vorbereitung für die Kinder, Jugendlichen und Familien eine wertvolle und prägende Zeit sein kann und soll, ist es uns ein Anliegen, nicht einfach irgendwie weiter zu machen, sondern in einem bewussten Jahr der Zäsur tragfähige und sinnvolle Konzepte zu erarbeiten.

Ursprünglich war die Überlegung, die Katechesen in diesem Jahr aus diesem Grund ganz zurückzustellen. Mit den Kindern, Jugendlichen und Familien, die aus persönlichen Gründen diese Zäsur nicht mitgehen können, konnten konstruktive Wege für dieses Werkstattjahr gefunden werden, worüber wir uns sehr freuen und dankbar sind.

Dieses zweite Jahr wird ein „Werkstattjahr“ sein. Leiten soll uns als Kirchengemeinde dabei die Frage: Wie kann aus dem in der ersten Phase Gehörten eine gemeinsame Vision und ein gemeinsamer Weg für unsere Kirchengemeinde werden?

Dieses Jahr haben wir begonnen mit einem Begegnungsabend in der Glashütte in Buhlbach. An diesem Abend sind vier Werkstattgruppen entstanden, die sich ungefähr einmal pro Monat treffen, um kreative und konkrete Vorschläge, Projekte und Experimente zu erarbeiten, die dann dem Kirchengemeinderat empfohlen werden.

Diese Werkstattgruppen sind im Einzelnen:

~ „Kirche für die Menschen am Ort“ Leitfrage: Wie können wir als Kirchengemeinde unserem Auftrag „Kirche für die Menschen zu sein“ gerecht werden? Ansprechperson: Judith Weiß

~ „Projekte und Kooperationen“ Leitfrage: Welche Projekte und Kooperationen bereichern und befruchten unsere  Kirchengemeinde und bringen die Menschen in Begegnung mit Gottes Botschaft? Ansprechperson: Silvia Braun

~ „Katechese“ Leitfrage: Wie gelingt es uns, unseren lebensbereichernden und faszinierenden Glauben weiterzugeben? Ansprechperson: Dominik Weiß

~ „Gottesdienst“ Leitfrage: Wie können wir die Schätze unserer Gottesdienste erfahrbar und spürbar für alle werden lassen? Ansprechperson: Michael Schemminger

Diese Werkstattgruppen sind keine festen und geschlossenen Einrichtungen. Sie sind offen für alle Interessierte und freuen sich über Unterstützung, Mitarbeit und Anregungen. Alle Gemeindemitglieder sind eingeladen, Rückmeldungenzu geben, aktiv den Entwicklungsweg mitzugestalten und ihn im Gebet zu begleiten – denn Kirche sind wir gemeinsam.

Michael Schemminger

... mehr dazu im Newsletter der Katholischen Kirche Baiersbronn.

Tafelsilber für alle

Katholische Christen erkunden ihr Umfeld

Die Kirchengemeinden im Landkreis müssen auch Neues wagen, um die Menschen weiter erreichen zu können. Das ist eine zentrale Botschaft der Veranstaltung, zu der das katholische Dekanat vergangenen Mittwoch eingeladen hatte. Unter dem Titel „Schatzkarten des Lebens entdecken" stand das unmittelbare Umfeld der Kirchengemeinden im Zentrum. Über 60 Besucherinnen und Besucher waren der Einladung ins Ludwigsburger Bischof-Sproll-Haus gefolgt.

Der Tübinger Theologieprofessor Michael Schüßler sagte zu Beginn: „Es ist nicht unsere Aufgabe, nach draußen zu gehen und die Menschen wieder in die Kirche zu holen." Das Evangelium sei nämlich keineswegs das Tafelsilber des Christentums. Vielmehr müsse die Botschaft des Evangeliums nach außen getragen werden. Er verwies dabei auch auf das Zweite Vatikanische Konzil. Hier hatte sich die katholische Kirche unter anderem dazu verpflichtet, die Zeichen der Zeit immer neu zu deuten. Heute müssten Christinnen und Christen auch über die Sprache der Verkündigung nachdenken, so Schüßler. Die sei häufig für Außenstehende schwierig zu verstehen.

„Wir müssen andere nicht zum Glauben bekehren, sondern für andere da sein – eben aus der Motivation unseres eigenen Glaubens." sagte der Professor. Er erzählte von einer Bamberger Kirche, in der jeden Mittag ein Gebet angeboten wurde. Wegen gefährlicher Risse im Mauerwerk musste die Kirche geschlossen werden. Die Ehrenamtlichen machten kurzerhand aus der Not eine Tugend und stellten eine Kirchenbank in den Park. Dort sitzt seitdem jeden Mittag eine Stunde lang eine Seelsorgerin und steht für Gespräche zur Verfügung – mit großer Resonanz. „Die Menschen machen sich eben viel mehr Gedanken über Gott, als man oft vermutet." stellte Schüßler fest.

Dr. Stephanie Goeke von der Caritas ermutigte die Besucher ebenso, sich nicht in den eigenen Kirchenmauern zu verschanzen, sondern den Sozialraum aktiv zu erkunden. „Verschicken Sie keine Fragebögen!" war ihr Plädoyer. Vielmehr sei es spannend, sich die Stadt in einem Rundgang zum Beispiel von Kindern oder Rollstuhlfahrern zeigen zu lassen. „Der Fokus ist dabei wirklich der Alltag der Menschen." Aus dem Satz „Ich will anderen helfen" müsse dann nach und nach der Satz „Ich will mit anderen etwas gestalten" werden.

Die Zuhörerinnen und Zuhörer konnten gleich eine Methode ausprobieren: Auf der Karte ihrer Seelsorgeeinheit sollten sie unter anderem die Orte markieren, die sie gerne besuchen. Dies sei eine gute Methode, um mit den Menschen vor Ort ins Gespräch über ihre Bedürfnisse zu kommen. Eine Besucherin meinte begeistert: „Das probieren wir bald bei uns auf dem Wochenmarkt!"

Das Dekanat Ludwigsburg ist die mittlere Ebene zwischen dem Bischof und den Kirchengemeinden im Landkreis Ludwigsburg. Es umfasst 46 Kirchengemeinden mit über 116.000 Katholikinnen und Katholiken. Zu den Aufgaben gehören unter anderem die Koordination der Seelsorge, die Vernetzung der Akteure und die Vertretung der katholischen Kirche in Politik und Gesellschaft.

Fabian D. Schwarz

 

Veranstaltung im Dekanat Esslingen-Nürtingen

Hier geht's zum Veranstaltungsplakat:
SINUS-Milieus und der pastorale Entwicklungsprozess

Marktplätze voller Ideen

Am „Marktplatz“ fanden viele anregende, ideenreiche Gespräche statt.

Die Seelsorgeeinheit Neresheim schließt die Phase 2 des Wandlungsprozesses Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten mit einem Marktplatz der Ziele ab

Eine Geh-Hin-Kirche sein. Dass das gar nicht so einfach ist, haben die Kirchengemeinderäte der katholischen Seelsorgeeinheit Neresheim am eigenen Leib gespürt. Dennoch: Alle haben sich aufgemacht, haben Familien, Alleinstehende, junge und alte Menschen besucht und gehört, was sie sich von der Kirche heute erwarten. Am vergangenen Samstag sind die Kirchengemeinderäte im Gemeindezentrum zusammengekommen und haben ausgewertet, was für die Zukunft wegweisend sein kann.

„Eine Geh-Hin-Kirche zu sein, das kostet Überwindung“. Pfarrer Adrian Warzecha spricht damit aus den Herzen der engagierten Kirchenleute, die sich zur Klausurtagung zusammengefunden haben, um miteinander im Gespräch zu sein, auszuloten, was machbar ist und was nicht. Viele gute Ideen werden gesammelt, etwa in Sachen Jugend- und Seniorenarbeit, oder in der Art, wie Gottesdienste ansprechend und mit überraschenden Elementen gefeiert werden können. An fünf „Marktplätzen“ haben sich die Frauen und Männer aus den sechs Kirchengemeinden der Seelsorgeeinheit zusammengefunden, miteinander diskutiert, von guten und schlechten Erfahrungen erzählt. Wie kann man im sozialen Bereich noch mehr tun? Wie erreicht man Menschen, die Hilfe brauchen könnten oder einfach nur ein offenes Ohr? Und wie schafft man es, die Zeichen der Zeit mit jenen der Kirche neu und wertschätzend zusammenzubringen?

Die fünf „Marktplätze“ orientieren sich an den Zielen des diözesanweiten Wandlungsprozesses „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“ und richten den Blick darauf, eben eine „Geh-Hin-Kirche“ zu werden, gleichzeitig eine dienende, offene und auch zeichenhafte Kirche zu sein. „Welche der vielen Ideen nun konkret werden können entscheidet jede Gemeinde für sich“, erklärt Pfarrer Adrian Warzecha. Auch müsse genau überlegt werden, was die Menschen am Ort von Kirche erwarten und Sinn mache, in die Tat umgesetzt zu werden.

Davor haben die Kirchengemeinderäte auf das geblickt, was die letzten anderthalb Jahre bereits innerhalb des Wandlungsprozesses geschehen ist. Dazu zählt die Einstellung der Caritas-Beauftragten Elisabeth Klaus, die immer mittwochs von 9.00 bis 11.00 Uhr im Pfarrbüro in der Oberen Gasse 3 persönlich anzutreffen und vormittags auch täglich (außer mittwochs) zu erreichen ist. Elisabeth Klaus berät Menschen in schweren Situationen und verfügt über das Wissen weiterer Schritte, die dann gegangen werden können.

Überwiegend positive Erfahrungen haben die Kirchengemeinderäte bei ihren „Botschafter-Besuchen“ gemacht. Schwierig sei die Vereinbarung von Terminen gewesen. Doch dann seien oft gute, tiefgreifende und sehr persönliche Gespräche entstanden, die den Gemeindemitgliedern gutgetan haben.

Die Seelsorgeeinheit Neresheim ist auf einem guten Weg die Ziele des Wandlungsprozesses genauso wie ihre eigenen mit mutigen Schritten zu erreichen.

 

Sibylle Schwenk

Foto (Schwenk): Am „Marktplatz“ und seinen Ständen fanden viele anregende, ideenreiche Gespräche statt.
Im Bild v.l. die Kirchengemeinderätinnen Anja Gerkinger, Ines Schill und Susanne Hirschmann.

WANDLUNG 2017 hat begonnen ...

26 verpflichtende Fortbildungen für alle pastoralen Mitarbeitenden finden von Januar bis Juni quer durch die gesamte Diözese statt.

Der Startschuss fällt am 23. Januar auf der Liebfrauenhöhe, im Kloster Schöntal und in Untermarchtal, wo die erste Runde von "WANDLUNG" stattfindet. Ziel der Fortbildung ist es, die Einzelnen und die Teams zu motivieren, Kirchenentwicklung zusammen mit anderen Akteuren vor Ort aktiv zu gestalten. Denn Kirchenentwicklung ist kein Zusatzgeschäft, sondern der Normalzustand. Das lässt sich beispielweis ein der Apostelgeschichte anschaulich nachlesen. Konkrete Schritte der Kirchenentwicklung anzuleiten, zu begleiten und mitzugehen ist deshalb Kernaufgabe jeder Mitarbeiterin un d jeden Mitarbeiters.

 Dazu bietet WANDLUNG aber auch die Plattform, dass Kirchenleitung und die mittlere Ebene sind mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Gespräch sind, um lokale Kirchenentwicklung zu unterstützen und zu fördern.

 

Fragen Sie doch mal nach bei einem Ihrer pastoralen Mitarbeiter, wann diese "auf WANDLUNG" sind und was sie dort Neues entdeckt haben.

 

... und hier nocheinmal auf einen Blick die ZIELE des Entwicklungsweges "Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten":

Erstes Ziel: Die vier geistlichen Haltungen des Prozesses prägen unser Miteinander und unsere Einstellung zu den Menschen der Gegenwart.

Zweites Ziel: Ausgangspunkt allen kirchlichen Handelns sind die Lebenswirklichkeiten der Menschen an vielen  Lebensorten.

Drittes Ziel: Die lokale Kirche ist eine Kirche an vielen Orten.

 

... übrigens: Materialien rund um WANDLUNG gibt es auf der Downloadseite in einem eigenen Kasten.

Meine Kirche am Ort – Vinz – Seniorenprojektchor

Seit 3 Jahren laden die Vinzentinischen rsthelfer Albstadt, Kirchenmusikdirektor Rudolf Hendel und die Albstadt Seniorenheime Seniorinnen und Senioren einmal monatlich zum gemeinsamen Singen in die Seniorenheime in Albstadt ein. In der vergangen Zeit ist dadurch auch innerhalb der Seniorenheime eine Vernetzung und unter den Bewohnern, Mitarbeitern und Gemeindemitgliedern eine wunderbare Freundschaft  entstanden. Es ist eine große Freude zusammen mit den in den Seniorenheimen lebenden Menschen zu singen, zu sprechen und nach „getaner Arbeit“ sich an den  liebevoll zubereiteten Häppchen zu erlaben…

Zum Singen kommen auch Sängerinnen und Sänger aus unseren Albstadt Gemeinden, welche dadurch die Verbundenheit zur Gemeinde lebendig werden lassen. Einmal im Jahr heißt es: „Schülerchor trifft auf Seniorenchor“ und „Theater verzaubert“, wo die Generationen wunderbar verbunden sind.

• Mittwoch, 15.02.2017 von 9.30 Uhr – 10.30 Uhr Senova Truchtelfingen

Mittwoch, 29.03.2017 von 9.30 Uhr – 10.30 Uhr Haus Lukas Ebingen

Mittwoch, 26.04.2017 von 9.30 Uhr – 10.30 Uhr Haus Raichberg Onstmettingen

Mittwoch, 17.05.2017 innerhalb Reisen ohne Koffer Lautlingen

Mittwoch, 21.06.2017 von 9.30 Uhr – 10.30 Uhr Augustenhilfe Tailfingen

Mittwoch, 19.07.2017 von 9.30 Uhr – 10.30 Uhr Bocksberg Bitz

Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Diakon Michael Weimer, Tel. 07431/763869 oder Kirchenmusikdirektor Rudolf Hendel, Tel. 07432/994582

 

Diakon Michael Weimer

 

http://www.dekanat-balingen.de/Bilder/dekantszeitung/Dekanatszeitung_1_2017.pdf

Meine Kirche am Ort – auf Sternensuche

Im Schein der Kerzen der vorweihnachtlichen Zeit auf die Spur zu kommen und den Schultag einmal ganz anderes zu beginnen, luden dieses Jahr Erwachsene des Kirchengemeinderates St. Maria zum ersten Mal Grundschüler der  Schillerschule Onstmettingen zu zwei Adventsfrühschichten in die kath. Kirche St. Maria ein. Die Idee entstand innerhalb des neuen Entwicklungsweges „Kirche am Ort - Kirche an vielen Orten gestalten“, der die Seelsorgeeinheiten auffordert, Kirche zukunftsfähig zu gestalten und neue Schwerpunkte zu setzen, die für die jeweiligen Gemeinden passend sind. Zusammen mit dem Religionslehrer Andreas Schwarz, der seit September im Dekanat Balingen als Dekanatsbeauftragter für Schulpastoral/Kirche und Schule zuständig ist, nahm die kath. Kirchengemeinde diese Chance wahr und startete das obengenannte Projekt.

Im Mittelpunkt dieser kleinen Feier stand das Symbol „Stern“, dessen Bedeutung gerade in der Adventszeit einen  zentralen Platz einnimmt. So erfuhr die Gruppe, Sterne als Zeichen des Himmlischen, des Unendlichen, als Lichtquelle, Wegbegleiter sowie Orientierung in der Finsternis und Hoffnungsschimmer zu deuten.

Abgerundet wurden die Frühschichten mit einem kleinen Frühstück im Gemeindesaal, dass die Kinder sichtlich genossen. Für alle Teilnehmer war es eine sehr positive Erfahrung miteinander so in den Tag hineinzugehen und alle freuen sich schon auf das nächste Jahr, wenn diese besinnliche Feier in der Adventszeit wieder angeboten wird.

 

Monika Spiegler

http://www.dekanat-balingen.de/Bilder/dekantszeitung/Dekanatszeitung_1_2017.pdf

Wie geben wir unserer Kirchengemeinde ein Gesicht?

 

Weihnachtsmärktle Onstmettingen rund um das Seniorenheim Haus Raichberg

Wie geben wir unserer Kirchengemeinde ein konkretes Gesicht? Wie machen wir aufmerksam auf uns und wagen uns vor die Kirchentür ?

Aus diesen Gedanken heraus entstand die Idee, mit der Aktion „Weihnachten ist ….“ auf dem Onstmettinger  Weihnachtsmärktle präsent zu sein und dort auf Menschen ganz unterschiedlicher Lebenssituationen und Lebenszusammenhänge zu treffen und die echte Weihnachtsbotschaft in den Focus zu stellen. Um dem herkömmlichen Weihnachtsmarktangebot wie Glühwein, Schals und Kerzen entgegenzuwirken, entschied sich der Kirchengemeinderat St. Maria, das Bistro Cafe des Haus Raichberg zu bewirten, um dort in gemütlicher Atmosphäre bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen mit den Marktbesucher anhand kleiner Impulskärtchen, die nach dem echten Sinn von Weihnachten fragen, ins Gespräch zu kommen.

Explizit versuchte man die Besucher, durch die Darstellung der Krippenszene im Stall zu Bethlehem, kurz in dem Weihnachtstrubel innezuhalten und ein Friedenslicht an der Krippe zu entzünden. So zeigen sich Mitglieder der Kirchengemeinde St. Maria jedes Jahr wieder neu auf dem Weihnachtsmarkt, um offen und einladend ein Zeugnis von dem zu geben, was sich hinter dem Weihnachtsfest verbirgt.

 

Monika Spiegler

http://www.dekanat-balingen.de/Bilder/dekantszeitung/Dekanatszeitung_1_2017.pdf

Kirchenentwicklung im Dekanat Balingen

In den letzten Monaten haben Dekan Anton Bock und Dekanatsreferent Achim Wicker in allen Seelsorgeeinheiten über „KiamO“ informiert. Teilweise waren dies Treffen mit den Gemeinsamen Ausschüssen, teilweise große Versammlung mit allen Kirchengemeinderäte oder Treffen mit den Hauptamtlichen. Dabei wurde deutlich, dass die Zustimmung für diesen, von der Diözese vorgeschlagenen Entwicklungsweg, sehr unterschiedlich ist. Unstrittig aber war bei allen Gesprächen, dass es in den allermeisten Kirchengemeinden nicht so weitergehen soll, wie bisher. Viele sehnen sich nach der scheinbar heilen Vergangenheit zurück und sehen sich doch einer Gegenwart gegenüber, die auch dadurch gekennzeichnet ist, dass die Kirche in der jetzigen Form Mitglieder verliert.

Über 5.000 Katholiken waren es im Dekanat Balingen in den vergangenen 15 Jahren. Kirche zukunftsfähiger zu machen und wieder mehr Menschen zu erreichen, sind daher nur zwei Ziele von KiamO. Als Ergebnis soll am Ende ein für die Seelsorgeeinheit gemeinsam formuliertes Pastoralkonzept stehen.

Als erste hat die Seelsorgeeinheit Ebingen, Lautlingen, Margrethausen im September 2016 ihren Entwicklungsweg  begonnen. Die Mitglieder des Prozessteams sind aktuell bei der Sozialraumanalyse und haben sich hier unter anderem die Kindergärten (kirchliche und kommunale) vorgenommen, um zu schauen, wie mit diesen enger zusammenarbeitetet werden kann. Ein weiterer Schwerpunkt wurde bereits auf die Öffentlichkeitsarbeit gesetzt, die verbessert werden soll. Die Seelsorgeeinheit wird von einem Gemeindeentwickler und einem Moderator begleitet.

Die Seelsorgeeinheit Talgang mit den beiden Tailfinger Gemeinden und Onstmettingen ist im November mit der ersten Sitzung des Prozessteams gestartet. In der Sitzung wurde ein Zeitplan für den Entwicklungsweg erstellt und vor allem darüber beraten, wie man möglichst viele Menschen zu Wort kommen lassen kann. Es wird einen Fragebogen geben, der an alle Gemeindemitglieder verschickt wird, aber auch Informations- und Gesprächsstände vor Supermärkten. Begleitet wird sie von Dekanatsreferent Achim Wicker.

Die Seelsorgeeinheit Am kleinen Heuberg hat im Dezember ihr Prozessteam gebildet. Die erste Sitzung war Anfang  Januar. Eine Gemeindeentwicklerin der Diözese begleitet den Prozess.

Die Seelsorgeeinheit Heuberg wird den Entwicklungsweg im April 2017 mit einer Klausur starten. Sie wird begleitet von Dekanatsreferent Achim Wicker. Ein Prozessteam wurde bereits gebildet.

Die Seelsorgeeinheit Oberes Schlichemtal hatte im November die Kirchengemeinderäre aller neun Kirchengemeinderäte zu einem Gespräch mit Dekan Anton Bock und Dekanatsreferent Achim Wicker eingeladen. Bereits wenige Tage später traf sich der Seelsorgeeinheitsausschuss, um die weiteren Schritte zu besprechen. Der Seelsorgeeinheitsausschuss wird auch gleichzeitig das Prozessteam bilden.

Die Seelsorgeeinheit Balingen wird sich in ihrem Entwicklungsweg KiamO der ganz eigenen Frage stellen: wie werden wir Seelsorgeeinheit unter Berücksichtigung der Lebenswirklichkeit der Menschen vor Ort? Durch den Weggang von  Pfarrer Ginter steht diese Aufgabe nun an. Bei einem ersten Treffen aller Kirchengemeinderäte wurden Erwartungen / Wünsche, sowie Befürchtungen ausgetauscht. Erfreulich: die positiven Rückmeldungen überwogen. Die  Kirchengemeinderäte der Heilig Geist Gemeinde hatten sich auf einer Klausur mit den vier Haltungen „Vertrauen, Erwarten, Lassen, Wertschätzen“. Die Ergebnisse dazu sind auf einer Litfasssäule in der Heilig-Geist Kirche zu sehen.

Achim Wicker

Ungewöhnliche Orte ...

 

Edelstein-Seminar im Dekanat Ehingen-Ulm

„In Läden für Heilsteine herrscht eine meditative Atmosphäre und man taucht in eine fast schon sakrale Form- und Farbwelt ein“, sagt Dekanatsreferent Wolfgang Steffel, der sich seit 2005 mit Edelsteinen beschäftigt. Edelsteine sind jedoch keine Modeerscheinung. Es gibt in der Bibel und im Glauben eine fast dreitausendjährige Tradition in der Deutung der Edelsteine. Man sollte die Edelsteine nicht der Esoterik überlassen, bemerkt Wolfgang Steffel, der ein Edelsteinseminar entwickelt hat, das auch im Fernsehen Beachtung findet. Das Seminar ist Bestandteil der kreativen Katechese und folgt der Idee, dass sich Gott in allen Dingen suchen und finden lässt.

Gegen Reizüberflutung

Edelsteine sind stumm und doch beredt. Das Berühren der Steine und Betrachten wirkt heute wie ein Gegenprogramm zur Digitalisierung und Reizüberflutung. „Ich habe einen Rosenquarz daheim“, berichtet Mathilde Weigel aus Illerrieden. „Wenn ich den in der Hand halte, habe ich das Gefühl, als ob er mir die Hitze und das Gelenkrheuma aus der Hand zieht“, berichtet sie. „Das geht aber nur mit dem Rosenquarz“, ist Mathilde Weigels Erfahrung. Ihr Mann Dr. Ludwig Weigel sieht in kristallinen Steinen vor allem die Ordnung.

Edelsteinen wird seit Jahrtausenden eine Bedeutung zugeschrieben. Schon Hildegard von Bingen schrieb im 12. Jahrhundert Bücher über die Steine. In bedeutenden Schriften zur Theologie stehen die Steine ganz nah bei Gott, da sie am vierten Schöpfungstag zusammen mit den Sternen geschaffen wurden. Edelsteine werden als Schutzsteine gegen die bösen Geister beschrieben und als Arznei für mehr Gottesnähe. Die Heilige traut den Steinen auch Heilkraft zu und findet im grünen Smaragd die „Grünkraft des Geistes“. Bei Hildegard von Bingen wird der Achat gegen Insektenstiche empfohlen und der Chalzedon gegen Gallenbeschwerden. Außerdem fördere der Stein die Redegewandtheit und wurde so zum Stein der Anwälte und Rechtsgelehrten.

Man darf dem Edelstein jedoch keine Macht zuschreiben. „Das wäre Magie“, sagt Wolfgang Steffel. Edelsteine verweisen in christlichen Darstellungen stets auf Christus. Und nur Christus hat die Macht. Man kann auch die Bedeutung der Edelsteine nicht nachschlagen wie in einem Lexikon. Es komme immer auf den Zusammenhang an, meint der Referent. Bedeutungsherleitungen können über den Namen, die Herkunft, die Farbe, die Kirchenväter oder die klösterliche Tradition erfolgen. So leitet sich der Karneol von lateinisch Carnis = Fleisch ab. Er steht somit für den Menschen aus Fleisch und Blut. Rote Edelsteine wie die Rubin werden oft mit den Wunden und der Verletzlichkeit in Verbindung gebracht.

Ein „starker“ Jesusstein ist der Bergkristall, in dem das Wort „Christ“ versteckt ist. „Das ist mein Lieblingsstein, weil er so durchsichtig und klar ist“, sagt die Ulmer Ordensfrau Schwester Sigrid. „So möchte ich auch gerne sein“. Simone Schulz meditiert über eine Schwefelsonne mit kreisrunden Strahlen. „Der Schwefel erinnert an gefallene Engel und die Tiefe, die Sonne an Licht“, meint die Untermarchtalerin. Das Böse sei in diesem Stein nicht ausgegrenzt.

Wolfgang Steffels Lieblingsstein ist der Amethyst (lat.: nicht berauscht, nüchtern), der nach der hellroten Farbe stark verdünnten Rotweins benannt ist. „Mir gefällt an diesem Stein der Widerstreit zwischen Hingabe und Realitätssinn, zwischen Mut und Zögern“, sagt Steffel. Für Renate Walter hat der Amethyst eine ganz andere Bedeutung. „Ich hatte Ohrclips mit einem Amethyst und meiner Mutter die gleichen geschenkt“, erzählt die Ulmerin. „Als meine Mutter starb, habe ich die Clips getauscht. Nun liegt sie mit meinen Ohrclips im Grab und ich trage ihre.“

Info Die Sendung „Edel(stein) sei der Mensch, hilfreich und gut“ wird im Regio TV Schwaben ausgestrahlt. Im Internet ist die Aufzeichnung unter www.kip-tv.de zu sehen. Ein Leporello zur kreativen Katechese mit Edelsteinen ist erhältlich im katholischen Dekanatsamt Ehingen-Ulm, Telefon (0731) 9206010.

Quelle: Südwestpresse

... es beginnt ...

Espresso.church

Einen Espresso für die Seele. Warum? Nun ja, manchmal brauchen wir im Leben einen kurzen Energie-Shot: Einen klassischen Kaffee, einen Cappuccino oder eben einen Espresso. 

Ein guter Espresso kann ein Stück Wellness in den Alltag bringen. Steht ein Espresso vor mir, streue ich sehr bewusst den Zucker in die Tasse und rühre dann genauso genussvoll um. Bevor ich den Espresso trinke, rieche ich daran. Manchmal schließe ich dabei die Augen und freue mich schon auf den ersten Schluck. So zaubert der Espresso nicht nur neue Energie in meinen Körper, sondern bezaubert auch meine Seele. Mein Espresso-Moment ist kurz, intensiv und leidenschaftlich. Dann schmecke ich nicht nur den Espresso, sondern ein Stück meines Lebens. Dann bin ich im Hier und Jetzt.

Diesen Zauber möchte die Espresso-Church in Deinen Alltag bringen. Ein kurzer Shot, ein kleiner Moment – zwischendurch – überraschend und nicht einplanbar – vielleicht dann, wenn Du es am wenigsten erwartest: so ist Espresso-Church. Dem Leben lauschen und einen Espresso miteinander genießen.

Du kannst uns per WhatsApp (01522-1390590) oder auf Facebook (ww.fb.me/espressoforme) folgen.

 

Eine wahre Geschichte

Schnell vergisst man in all dem Vorweihnachtstrubel, in welcher Zeit man sich eigentlich befindet - einer Zeit des Wartens und Besinnens. Und wenn man dann mal ein wenig Zeit zum Nachdenken findet, endet es oft in Zweifeln und Philosophien darüber, was für einen Sinn eigentlich alles hat, was man zur Zeit tut. Doch dann ergeben sich Geschichten wie diese, die einen einfach nur berühren und so viel Wärme schenken:


Ein junges Flüchtlingspaar, das vor ca. 1 Jahr in den Ludwigsburger Osten kam - geflohen in ständiger Angst vor Folter und Krieg. Es sind nicht nur die Narben auf der Haut, die ständig daran erinnern... Fremd in einem neuen Land, einer neuen Stadt, ohne Kenntnis der Sprache, trotz Studium und sehr guter Qualifikationen kein Ausblick auf eine zeitnahe Arbeit. Da bleibt erstmal nicht viel... Doch dann sind da Menschen und eine Gemeinde, die das Bedürfnis verspüren zu helfen. Und so wird diesem Paar geholfen: sie werden ernstgenommen, erhalten eine Aufgabe in der Gemeinde; die einen helfen bei der Wohnungssuche, andere unterstützen das Paar beim Gang zum Amt oder bei verschiedensten Anträgen - und das aus vollem Herzen. Das Resultat: Die Anträge sind durch, das Paar hat eine Wohnung, eine Tätigkeit in der Gemeinde und - wundervolle Neuigkeiten. Denn vor wenigen Tagen sind sie stolze Eltern eines kleinen Sohnes geworden! Und das schönste daran: aus lauter Dankbarkeit für die Hilfsbereitschaft unserer Gemeinde haben sie diesem kleinen Mann den Namen PAULUS gegeben.


Das ist doch das, worauf es in unserem Leben ankommt: Menschlichkeit, gegenseitiges Nehmen und Geben, der Glaube an das Gute... Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Wir wünschen euch eine wundervolle Weihnachtszeit und viele solcher kleinen Geschichten, die uns zumindest für einen kleinen Augenblick mal dazu bringen stillzustehen und ganz bei uns zu sein

Julia Senz
https://www.facebook.com/jugendstpaulus/?fref=ts

"... Kirche an vielen Orten gestalten" diesmal:

www.ehrenamt-verbindet.de

Zum Internationalen Tag des Ehrenamtes startet die Diözese Rottenbrug-Stuttgart ihr neues Internetportal zur Stärkung und Weiternetwicklung des Ehrenamtes.

Mit neun Geschichten starten wir eine neue Offensive zum freiwlligen Engagement. Davon lebt nicht nur Kirche, davon lebt unsere Gesellschaft und unsere Welt. Noch immer sind gerade wir Baden-Württemberger Weltmeister in dieser Disziplin. Wir wollen, dass das nicht nur so bleibt, sondern sich auch weiter entwickelt.

Deshalb gibt es jetzt unter www.ehrenamt-verbindet.de Anschauliches und Wertvolles rund ums Thema Ehrenamt.

"Kommt und seht!"

Die katholische Kirche will's wissen

Die SE der katholischen Kirchengemeinden Freiberg - Pleidelsheim/Ingersheim verteilt insgeamt 10.000 Fragebögen und will wissen, was Menschen in ihren Heimatorten von Kirche wollen.
Neben der prima Idee - u.a. auch wegen der Verwendung des Online-Tools Lamapoll - reizen die Fragen auch dazu, das mal selber zu beantworten, auch wenn mann/frau nicht am Neckar wohnt ...

 

"Wir die Kirchengemeinderäte der katholischen Kirchengemeinden Freiberg am Neckar und Pleidelsheim/Ingersheim sind gemeinsam aufgebrochen, um "Kirche am Ort und an vielen weiteren Orten zu gestalten". Wir wollen es wissen! Ihre Wünsche und Erwartungen, Ihre Fragen und Hoffnungen, Ihre Sehnsüchte und Träume interessieren uns!

Die katholische Kirche will's wissen - egal welcher Kirche, Konfession oder Religion Sie angehören oder wenn Sie nichts mit Kirche "am Hut" haben, es interessiert uns, wie Sie die katholische Kirche sehen und erleben.

Im Gespräch mit Freunden oder in Ihrer Familie werden Sie vielleicht zu unterschiedlichen Anschichten kommen. Teilen Sie uns diese gerne auf mehreren Anwortbögen in dieser Unterschiedlichkeit mit.

Gerne können sie den  Fragebogen auch online ausfüllen. Die Umfrage geht bis zum 22. Januar 2017.

"... Kirche an vielen Orten gestalten" diesmal:

25 Jahre KiZ in Kirchheim unter Teck

Das KiZ wurde im Jahr 1991 von der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ) gegründet. Was es alles kann und bedeutet, erfuhren die Besucher des Jubiläumsfestes am 18. November 2016 im Bohnauhaus in vielen Grüßen an der Infowand und im eingespielten Video. Weihbischof Thomas Maria Renz schrieb, das KiZ erreiche Jugendliche, die die katholische Jugendarbeit sonst nicht erreiche: Hauptschüler, Auszubildende, Arbeitslose. Jugendliche unterschiedlichster Herkunft verbrächten dort ihre Freizeit, treffen Freunde. Landrat Heinz Eininger schätzt das KiZ als „verlässlichen Partner“.

Wolfgang Müller vom Bischöflichen Ordinariat schrieb sogar, „hier im wilden Süden Kirchheims hat die Zukunft der Kirche längst begonnen“. Er muss es wissen, war er doch von 1995 bis 2011 als Pastoralreferent von Maria Königin vor Ort.  Noch immer ein „warmes Gefühl“ hat ein Jugendlicher, der zwei Jahre lang fast jeden Tag im KiZ war. Es habe ihn von der Straße geholt, „damit ich nicht zu viele Dummheiten mache“. Ein Stück weit sei sie auch erzogen worden, meinte eine ehemalige Besucherin und sprach vom „freundschaftlichen Betreuen“.

Markus Knorpp von der Agentur für Arbeit freut sich, dass das KiZ auch größere Maßnahmen wie ein mehrtägiges Berufsvorbereitungsseminar stemmen kann. Das Angebot ist vielseitig: Von 14 bis 18 Uhr ist das Bohnauhaus offen, das KiZ arbeitet im Ganztagsbereich der Rauner-Werkrealschule, ist im Sommerferienprogramm im Pavillon dabei und vieles mehr. Aus seiner Arbeit ist die heute große Berufsinformationsmesse in der Stadthalle entstanden. Das KiZ-Team aber ist entgegen allem Anschein klein: Zu Leiter Wolfgang Schinko kommen die Diplom-Sozialarbeiterin Doris Kurka mit 75 Prozent, dazu Projektmitarbeiter Ralph Freistädter mit 30 Prozent und Ann-Kathrin Müller im freiwilligen sozialen Jahr. Das war es auch schon - plus Ehrenamtliche.

Doch Schinko schätzt die Kleinheit und Flexibilität. Als die Stadt Kirchheim für ein paar auffällige Viertklässler eine Jungengruppe brauchte und andere noch in ihren Gremien berieten, machte das KiZ bereits das erste Gruppentreffen, eine Woche nach der Anfrage. Woran Schinko jedoch leidet, ist das ständige Ausfüllen von Anträgen für Projektmittel. Wäre die Finanzierung kontinuierlicher, sagte er, könnte er sich noch mehr um die Jugendlichen kümmern.

Die Tombola ohne Nieten wurde komplett von Neuntklässlern der Rauner-Werkrealschule und ihrer Lehrerin Cigdem Büyüktokatli organisiert, die Schüler hatten auch alle Gewinne eingeworben. Bewegend war die Lesung von Undine Zimmer aus ihrem Buch „Nicht von schlechten Eltern“ über ihr Aufwachsen in einer Hartz-IV-Familie. Bewegend waren auch die Erzählungen der ehemaligen KiZBesucher. Zwei Wochen lang hatte Schinko einen ehemaligen Förderschüler gecoacht, bis dieser seine Bewerbung beim Daimler fertig hatte. Heute arbeitet er dort. „Dass es mir so gut geht, wie es mir geht, habe ich Wolfgang und Doris zu verdanken“, sagte er.

"... Kirche an vielen Orten gestalten" diesmal:

Undine Zimmer, Lesung aus ihrem Buch  „Nicht  von schlechten Eltern, meine Hartz IV-Familie“

Ein Plastikfrosch, eine Capri-Sonne, ein Autoschlüssel, … drei von zehn Gegenständen, die Undine Zimmer zu ihrer Lesung ins Katholische Gemeindehaus Marienheim in Ebingen mitgebracht hat. „Nicht von schlechten Eltern – meine Hartz Iv-Familie“ heißt das Buch der jungen Frau aus Reutlingen, mit dem sie Einblicke in ihre Kindheit gewährt. Aufgewachsen ist sie in Berlin-Spandau im Bezirk Falkenhainer Feld. Umgangssprachlich würde man das Umfeld als Problembezirk bezeichnen. Vater und Mutter haben sich früh getrennt, die Mutter ist arbeitslos geworden und arbeitslos geblieben, die kleine Familie lebt von Sozialhilfe, hat kein Geld und im neuen Umfeld deshalb auch kaum soziale Kontakte.

Was ist Armut? Für Undine Zimmer ist dies vor allem, wenn man seine Träume und sein Leben nicht verwirklichen kann und man seinen Platz in der Gesellschaft nicht findet: „Chancen brauchen Mut und meist auch ein bißchen Geld“. Die Mutter lernt Krankenschwester, arbeitet ein paar Jahre in dem Beruf, kann diesen Arbeit aber wegen körperlichen Beschwerden bald nicht mehr ausüben. Sie will das Abitur nachmachen, hat Freude am Lernen und gute Noten. Dann wird sie schwanger und der Vater ist mit der Betreuung des Kindes bald überfordert, Oma und Opa gibt es nicht. Die Mutter bricht das Abitur ab und kümmert sich um ihr Kind. Einen Halbtagesjob kann sie trotz vieler Anstrengungen nicht finden. Also bleibt sie zu Hause und erzieht die Tochter. Später folgen 1 €-Jobs und Hartz IV. Und dann gibt sie einen Einblick, was es heißt in einer Hartz-IV Familie aufzuwachsen. Der grüne Plastikfrosch steht für ihren ersten Fasching und alle folgenden. Der erste war eine Katastrophe – die anderen auch: die meisten Mädchen im Kindergarten kamen als Prinzessinnen mit rosa Kleidchen und Krone. Undine Zimmer hatte kein Geld und damit auch nichts zum Verkleiden. Eine verständnisvolle Erzieherin hat sie damals geschminkt und doch erinnert sie sich noch heute an die Tränen.  Die Capri-Sonne steht für die Demütigungen, die ihre Mutter immer wieder aushalten musste. Andere Mütter hatten immer Caprisonne dabei und haben diese großzügig verschenkt. Ihre Mutter konnte das nicht. „Es ist ein Unterschied, ob man etwas nicht kaufen kann oder es bewusst nicht kauft“. Bei Undine Zimmer gab es nie Müsliriegel oder frische Brötchen als Schulvesper.  Auf dem Vorlesetisch liegt auch ein Autoschlüssel, für viele Menschen ein tägliches Utensil. „Es gab in meiner Kindheit Menschen mit einem Auto und andere ohne Auto. Wir gehörten immer zu den anderen“.  Das Auto ist für sie bis heute das Statussymbol schlechthin. Im Auto entsteht eine enge Gemeinschaft. Oft wurde sie von anderen Menschen mitgenommen: „Ich war dann teil von etwas, das mit eigentlich fremd war. So lange ich im Auto saß, gehörte ich dazu. Ich stellte mich dann oft schlafend, um am Ziel nicht aussteigen zu müssen. Wer ein Auto hat, fährt hin und holt ab. Wer ein Auto hat, muss niemanden bitten. Autos sind souverän.“  Sie werde oft gefragt, wie sie es selber geschafft habe, zu studieren, eine gute Arbeit zu finden, so weit zu kommen und das trotz ihrer Eltern . Undine Zimmer sieht dies anders: „Ich habe es wegen meiner Eltern geschafft.“ Die klassischen Klischeebilder kann sie nicht bedienen. Bei Zimmers zu Hause wurde klassisches Musik gehört und klassisches Literatur gelesen, man lebte sparsam und bescheiden und kam meist mit dem Geld irgendwie hin: „Was meine Mutter und ich uns nicht leisten konnten, das gab es eben nicht.“ Am Ende der Diskussion fragt ein Teilnehmer, was sie sich im Umgang mit sich und ihrer Hartz-IV Familie gewünscht hätte? Öfter mal ein Lächeln, Menschen, die Mut machen und Chancen eröffnen und ein Unterstützungssystem, das nicht entmündigt und demütigt. Vielfach sei die Einstellung noch immer, dass die Menschen ja selber Schuld seien. Die Zuhörer haben an diesem Abend erfahren, dass dies nicht so ist. Und das ist nicht nur in Berlin so.

Eingeladen zu dem Abend hatte das Katholische Dekanat Balingen im Rahmen des Entwicklungsweges „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“ in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung (keb) und der Caritas. Dekanatsreferent Achim Wicker führte durch den Abend.

 

"... Kirche an vielen Orten gestalten" diesmal:

Diözesanes Facebook-Vernetzungstreffen

Im Haus der Katholischen Kirche in Stuttgart vernetzten sich Facebookerinnen und Facebooker aus der ganzen Diözese "face to face" und sind sich einig: auch soziale Medien sind eine Plattform für #kircheanvielenorten.

Neben ausführlichen Austauschrunden über die eigenen Strategien und Erfahrungen gab es zahlreiche hilfreiche Tipps für den Umgang mit Bild- und Persönlichkeitsrechten. Am Nachmittag wurden unterschiedliche Ansätze diskutiert und auch das Thema "Wen erreiche ich wie?" erörtert.

Der Anfang ist gesetzt - und die Geschichte geht weiter! "Vernetzung" wird GROSS geschrieben im Entwicklungsprozess: auf facebook findet sie schon täglich statt.

... und das sind einige der Erkenntnisse des Tages:

"Wir sind nicht allein." (Vernetzung)

"Gott geht alle Wege mit - auch auf facebook." (#kircheanvielenorten)

"Du bist die Botschaft!" (das Evanglium übersetzt sich in konkreten Menschen)

"Gemeinsam sind wir unausstehlich!" (Solidarität und Relevanz weiter entwicklen, gerade gegen die Zerstörungstendenzen in Gesellschaft und Kirche) 

 

Lokale Kirchenentwicklung im Landkreis Ludwigsburg

Den Blickwechsel Wagen

Erstes Vernetzungstreffen Kiamo im Dekanat am 29. September 2016
 
Als Mitglied einer Kirchengemeinde kann man sich heute leicht in Sentimentalitäten verlieren: Früher war eben alles noch ganz anders, die Leute kamen in Scharen in die Gottesdienste, das Gemeindeleben florierte. Dass sich die Lage deutlich geändert hat, spüren viele engagierte Gläubige. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hat aus diesem Grund den Entwicklungsprozess „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“ ins Leben gerufen. Dabei geht es nicht darum, wie die Kirchengemeinden durch noch besseres Engagement von Haupt- und Ehrenamtlichen am Leben erhalten werden können, sondern vielmehr darum, wie mit den Menschen die Botschaft Jesu Christi an verschiedenen Orten durch christliches Handeln wirksam und wahrnehmbar werden kann. Auch im katholischen Dekanat Ludwigsburg ist dieser Prozess ins Rollen gekommen. Vergangenen Donnerstag luden nun die Verantwortlichen zu einem ersten Austausch- und Vernetzungstreffen ins Gemeindezentrum Freiberg. „Wir wollen die Leute darin bestärken, sich der lokalen Kirchenentwicklung zu stellen“, sagt Dekanatsreferent Alexander Bair. Denn anders als in den übrigen Dekanaten ist die Teilnahme an „Kirche am Ort“ freiwillig. Dass die Gemeinden vor Ort die Herausforderung annehmen, wurde an der großen Resonanz deutlich. Aus allen Seelsorgeeinheiten waren Vertreterinnen und Vertreter dabei, insgesamt kamen über 50 Personen. In einer Austauschrunde wurde deutlich, dass die verschiedenen Gemeinden vor gleichen Fragen stehen: „Der Weg, den wir als Kirche bisher gegangen sind, scheint nicht mehr zu funktionieren“, bringt es ein Teilnehmer auf den Punkt. „Und ob der neue Weg richtig ist, wird sich zeigen.“ Und so werden in vielen Gemeinden größere Umfragen gestartet, um herauszufinden, was die Leute heute noch von der Kirche wollen. In der Seelsorgeeinheit Südliches Strohgäu, zu der unter anderem Ditzingen und Gerlingen gehören, wurden die Bürgermeister und Ortsvorsteher zu ihrer Sicht auf Kirche befragt. „Die Analyse des eigenen Sozialraums und die Fremdwahrnehmung sind zentrale Punkte des Prozesses“, sagt Alexander Bair. Er sieht die Gefahr der kirchlichen Selbstoptimierung, wenn Gemeinden lediglich das verbessern wollten, was sie bisher gemacht haben. „Es braucht aber einen echten Blickwechsel, bei dem es nicht darum geht, wie wir unsere Kirche wieder fit machen, sondern darum, wie die Menschen mit dem Evangelium in Berührung kommen.“ Dass dieser Blickwechsel manchmal ganz von selbst kommt, merken viele Kirchengemeinden zum Beispiel durch die Flüchtlingssituation. Lioba Stehmer aus der Seelsorgeeinheit Strohgäu berichtet, wie plötzlich Menschen, die bisher eher kirchenfern waren, sich einbringen wollten, weil es ihnen wichtig war. Doch auch für die Zukunft bleibt die Frage, wie die Kirche am Ort lebendig bleibt, spannend. Die Gesamtkirchengemeinde Ludwigsburg hat ein Haus am Marktplatz erworben, das unter dem Leitbild „Heilsame Begegnungen – Kirche mitten inder Stadt“ als Zentrum und Anlaufstelle für die Bürger in Ludwigsburg entwickelt wird. „Über kurz oder lang müssen wir als Kirche verstärkt dorthin gehen, wo die Menschen sind.“ sagt Diakon Gebhard Altenburger von der Gesamtkirchengemeinde Ludwigsburg. Dekan Alexander König ermutigte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Abschluss, weiter ihre Kirche vor Ort mit verschiedenen Farbtupfern zu gestalten. „Es geht gerade mal nicht um die Frage, wie man einen Bass für den Kirchenchor findet oder wie wir die Kirchen vollkriegen. Jetzt haben wir die große Chance, unsere Kirche so zu gestalten, wie wir sie wollen.“ Das Dekanat Ludwigsburg ist die mittlere Ebene zwischen dem Bischof und den Kirchengemeinden im Landkreis Ludwigsburg. Es umfasst 45 Kirchengemeinden mit über 115.000 Katholikinnen und Katholiken. Zu den Aufgaben gehören unter anderem die Koordination der Seelsorge, die Vernetzung der Akteure und die Vertretung der katholischen Kirche in Politik und Gesellschaft.
 
 
 
 

"... Kirche an vielen Orten gestalten" diesmal:

Gelebter Glaube ist Teilen und Gespräch
Calwer Dekanatstag in Neubulach

Was gibt Menschen Kraft? Was stärkt sie bei Lebensübergängen? Wie muss sich Kirche verändern, damit sie wieder zu einem Ort wird, an dem Menschen Lebenskraft finden?

Mit diesen Fragen beschäftigten sich sechzig Menschen aus dem ganzen Dekanat. Im Vortrag der Freiburger Theologin Hadwig Müller wurde deutlich, dass die Kraft aus einem inneren Hören wächst, das Menschen dazu bewegt aktiv zu werden. Müller wies darauf hin, dass alle Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte oft nur darauf gezielt hätten, die zur Gewohnheit gewordenen Aktivitäten einer Gemeinde aufrecht zu erhalten: "So werden kaum neue Erfahrungen gemacht."
Deshalb müsste die Priorität bei Christen liegen, die Gespräch und Austausch brauchen, um ihren Glauben darin zu entdecken. Das wurde an disem Nachmittag dann auch gleich in die Tat umgesetzt. 

Vortrag Hadwig Müller "Kraft zum Leben"

Auswertung der Arbeitsgruppen

"... Kirche an vielen Orten gestalten" diesmal:

Dekanatsforum in Horb

Dekan Markus Ziegler und Dekanatsreferent Achim Wicker zogen ein positives Fazit des zweiten Dekanatsforums.
Mit über 80 Teilnehmern aus dem ganzen Dekanat war die Veranstaltung gut besucht.  Auf die Frage ob und was sie von diesem Tag an Erkenntnissen mit in ihre Gemeinden nehmen, gab es ganz unterschiedliche Antworten. Viele beschäftigten sich mit dem Impulsreferat von Generalvikar Dr. Clemens Stroppel. Dieser fordert mehr Zeugnis im Alltag, verbunden mit Offenheit, Barmherzigkeit und ein beharrliches Festhalten an Glauben und Liebe. Ganz praktisch haben sich etliche Teilnehmer vorgenommen sich mehr mit der Bibel zu beschäftigen oder sich in Bibelteilen-Gruppen zu engagieren oder auch die Gründung von kleinen christlichen Gemeinschaften zu überlegen  Teilnehmer fühlten sich auch angeregt, das caritative Engagement in der Kirchengemeinde mit dem anderer Partner zu verbinden. Der Tag hat aber auch zur Gemeinschaft im Katholischen Dekanat Freudenstadt beigetragen, weil er Kontakte in und über Seelsorgeeinheiten hinaus gestärkt hat. 
Zum Abschluss erhielt jeder Teilnehmer ein kleines Prisma als Sehhilfe mit nach Hause: durch das Prisma sieht die Welt völlig anders aus, es lässt die Einzelheiten hervorleuchten und ermöglich so konkretes Handeln.

Freudenstädter Dekanatsforum in Horb - Workshops

Beim Dekanatsforum kann jede Teilnehmerin /jeder Teilnehmer zwei Workshops besuchen. Die Eintragung erfolgt vor Veranstaltungsbeginn in ausgehängte Listen.

Workshop 1: Kleine christliche Gemeinschaften
Wie wird in unseren Kirchengemeinden Gemeinschaft erfahrbar? Wo können Menschen das Gefühl bekommen, dazuzugehören und mit anderen gemeinsam im Leben und im Glauben unterwegs zu sein? Wir haben in unserer Gemeinde erste Versuche zur Gründung „Kleiner Christlicher Gemeinschaften“ unternommen. Die Zukunftsvision ist die von einer Kirche als Gemeinschaft von Gemeinschaften, in denen Menschen miteinander im Glauben wachsen und als getaufte und gefirmte Christen gemeinsam Verantwortung in der Kirchengemeinde und in ihrem Lebensraum übernehmen.

Im Workshop wollen wir gemeinsam diese Vision in den Blick nehmen, aber auch ganz praktische Schritte auf dem Weg dorthin betrachten.
Referent: Dominik Weiss, Pastoralreferent, Pfarrbeauftragter, Baiersbronn

 

 Workshop 2: Marktplatz Kirche Schramberg
„Marktplatz KIRCHE" versteht sich als ökumenische Stimme, die auf aktuelle Fragen und Anliegen der Menschen in unserer Gesellschaft eingeht, Positionen dazu aufzeigt und die christliche Sichtweise mit einbringt. „Marktplatz KIRCHE" will damit Impulse geben zur Meinungsbildung einzelner und in der Öffentlichkeit. Pro Jahr werden unter einem Jahresthema vier bis fünf hochkarätige Veranstaltungen mit prominenten und sachkundigen Referentinnen und Referenten sowie Kabarett-, Film- und Theaterveranstaltungen angeboten.

Ein Projekt von 14 evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in Zusammenarbeit mit der Katholischen Erwachsenenbildung (keb) Rottweil, dem Evangelischen Bildungswerk Balingen-Sulz und der Volkshochschule Schramberg.

 Referent: Klaus Andreae, Schramberg, Vorsitzender des Leitungskreises

 

Workshop 3: Kirche und Schule – ein starkes Team
Kirche und Schule …
… lebt von Menschen, die Interesse und Lust haben Kirche und Schule miteinander zu vernetzen.
…  wird bewegt von Menschen, die bereit sind für Kinder und Jugendliche zu Wegbegleitern zu werden.
… bekommt ein Gesicht durch Menschen, die bereit sind die Idee von Kirche & Schule weiterzudenken, den ein oder anderen Faden aufzugreifen und Interesse an der Umsetzung dieser Gedanken haben.

Im Workshop erhalten Sie einen Überblick über bestehende und erprobte Kooperationen von Kirche und Schule. Des Weiteren können wir gemeinsam überlegen, welche Anknüpfungspunkte es in Ihrer Gemeinde geben kann.

Referentin: Christina Rehberg, Religionslehrerin i.K., Dekanatsbeautragte für Schulpastoral / Kirche und Schule, Dekanat Freudenstadt

 

 Workshop 4: Diakonisch Gemeinde sein in Mühringen
Wenn bürgerliche Gemeinde und Kirchengemeinde(rat) sich auf den Weg machen, eine Gemeinde zu sein, wie Jesus sie will, kann viel Gutes entstehen. In Mühringen wirken Diakon Ewald Wurster, Ortsvorsteherin Monika Fuhl, Kirchengemeinderäte und Vertreter der Kommune eng zusammen und sprechen und handeln im Dienst am Nächsten mit einer Stimme. Dies spüren die Menschen vor Ort.

Im Workshop berichten sie von ihrer Zusammenarbeit und zeigen auf, wie dies in der praktischen Umsetzung aussieht.

 Referenten: Monika Fuhl, Ortsvorsteherin, Kirchengemeinderätin, Ewald Wurster, Diakon i.R.

 

Workshop 5: Workshop für Suchende
Seit mehr als viertausend Jahren suchen Menschen Gott und haben ihn ganz unterschiedlich gefunden. Suchende sind: Abraham, Jesus, Paulus… Franziskus… und wir im Dekanat Freudenstadt. Wir erzählen von konkreten Sucherfahrungen und tauschen uns darüber aus.

Referenten: Pfarrer Armin Noppenberger, Altheim und Pastoralreferent Michael Paulus, Freudenstadt

 

Workshop 6: Wie geht Prozess? - Annäherungsversuche aus Baiersbronn
Der Prozess "Kirche am Ort - Kirche an vielen Orten gestalten" ist eine spannende Herausforderung. Wie kann der Start gut gelingen? Welche Schritte können gegangen werden? In diesem Workshop werden Ideen und Erfahrungen zu den ersten Schritten aus der Kirchengemeinde Baiersbronn/Seewald vorgestellt. In einem zweiten Teil soll es dann darum gehen, gemeinsam weitere Vorschläge anzudenken, mögliche Wege zu finden, zu diskutieren und sich über Erfahrungen und Überlegungen auszutauschen.

Referenten: Judith Weiss, Pastoralreferentin, Michael Schemminger, Gemeindeassistent, Birgit Klumpp, Leiterin des Kath. Kindergarten St. Marien, Baierbronn, Ben Baiersbronnerle

 

Workshop 7: Flüchtlingshilfe - Eine lösbare Aufgabe ?
Die Aufgabe der Zeit ist die Betreuung von Flüchtlingen.
Wie können wir mit unserer christlichen Grundhaltung Hilfe und Unterstützung anbieten?
Anhand von Beispielen werden wir die Arbeit von Asylkreisen kennenlernen.
Darüber hinaus versuchen wir Argumentationshilfen zu finden, die uns an "Stammtischen" die Möglichkeit geben, konkret und sachlich die Situation der Asylsuchenden  zu beschreiben.

Referent: Michael Walz, Talheim

Kirche am Ort - lokal und global

Der Beitrag der Gemeinden für Katholiken anderer Muttersprache

Das macht uns aus:

Nós católicos(as) nas Comunidades com outros idiomas materno trazemos nossa identidade cultural e religiosa para a sociedade e a Igreja local. (portugiesisch)
Wir Katholiken anderer Muttersprache bringen unsere kulturelle und religiöse Identität in die Gesellschaft und in die Kirche am Ort ein.

Mi u našm zajednicama čvamo vlastito i otvoreni smo za susrete s drugima: zajedno smo na putu k jednoj viškulturalnoj pastoralnoj suradnji.(Kroatisch)
In unseren Gemeinden schützen wir das Eigene und öffnen uns für Begegnungen mit Einheimischen: Gemeinsam sind wir auf dem Weg zu interkultureller pastoraler Zusammenarbeit.

Hier sind wir stark:

Ne sjellim frymën botës së gjerë në kishën lokale.(albanisch)
Wir bringen einen Hauch der weiten Welt in die Kirche am Ort.

Chúng tôi có mộ cuộ sốg đạ sốg độg.(vietnamesisch)
Wir haben eine lebendige spirituelle Praxis.

Sosteniamo intensamente la pratica dei Pellegrinaggi. (italienisch)
Wir pflegen eine intensive Wallfahrtspraxis.

Nós somos especialistas em migração e assistência spiritual intercultural. (portugiesisch)
Wir sind Spezialisten für Migration und interkulturelle Seelsorge.

U žvotu našh zajednica, za razliku od mnogih drugih, u velikom broju sudjeluju radnici i njihove obitelji. (Kroatisch)
An unserem Gemeindeleben nehmen im Unterschied zu vielen anderen Gemeinden viele Arbeiter und ihre Familien aktiv teil.

On s’y connaitre bien en entretien des familles interculturelles. (französisch)
Wir verstehen etwas von interkultureller Familien-Arbeit.

 

Was wir zur Entwicklung der Kirche am Ort beitragen können


Tego chcielibyśy razem z parafiami i jednostkami duszpasterskimi razem szukać: (polnisch)
Das möchten wir mit den Pfarreien und Seelsorgeeinheiten zusammen suchen:

Jemi në kërkim të nji rrugë e cila nga kisha na garanton ta jetojmë identiteti tone fetar. (albanisch)
Wir suchen einen Weg, die von der Kirche uns garantierte eigene religiöse Identität zu leben.

Olyan Egyházat keresünk, amely a személyi kapcsolatokat fontosnak tartja. (ungarisch)
Wir suchen eine Kirche der persönlichen Beziehungen.

Gusto namo nga magbuhat ug taytayan para sa mga pamilya nga kinahanglan nga makigtingub sa kadaghanan sa ngadto-ngadto. (Cebuano – die Sprache der Insel Cebu und vom Süden der Philippinen)
Wir möchten Brücken bauen für die Familien, die sich zunehmend integrieren wollen.

Consideriamo importante il lavoro in comune nel team della Pastorale. (italienisch)
Wir schätzen die gemeinsame Arbeit im Pastoralteam.

 

(Quelle: Sprecherkreis der Muttersprachlichen Gemeinden)

"... Kirche an vielen Orten gestalten" diesmal:

Foto: Michael Walz

Zielgerade Martinsjahr 2016

In dieser Woche endet das Martinsjahr - das Jubiläumsjahr der Diözese zum 1700. Geburtstag unseres Diözesanpatrons.
Und überall wird sie wieder erzählt - seine bekannteste Geschichte. Kinder und Erwachsene tragen die Botschaft vom Teilen damit weiter.

Zahlreiche Martinskirchen gibt es in unserer Diözese und im zurückliegenden Jahr haben wir alle zusammen versucht, dem Vorbild des Heiligen näher zu kommen. So ist die Geschichte vom Teilen keine Erinenrung, sondern eine Vergegenwärtigung.

Und so wie hier im Glasfenster der St. Martinskirche in Talheim bei Horb gibt es viele Zeugnisse - traditionelle und ganz neue - wie sich Reich Gottes ereignet. Es ist ganz einfach, weil Gott einfach ist ...

Personalstatistik

Zahlen sind nicht alles, aber manchmal auch interessant.
Hier sehen Sie die Personalstatistik unserer Diözese:

(zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Kirche an vielen Orten - oft geht's ganz einfach

Kirchenchorjubiläum trifft auf 1250-Jahr-Feier - gesehen in Frankenbach

Eine Kirche im Wandel mit Humor und Lächeln

Was erwartest Du von Deiner Kirche? Was ist Kirche für Dich? Mit diesen und noch weiteren Fragen zu Kirche und Glauben hat sich die katholische Seelsorgeeinheit Ellwangen am Samstagmorgen auf den Marktplatz gestellt. Direkt vor der Basilika St. Vitus konnten die Menschen nicht nur Kürbisse und Karotten einkaufen, sondern auch Vorstellungen äußern, wie sie sich Kirche heute vorstellen. Mitglieder aus den Gemeinden St. Vitus, St. Wolfgang, Heilig-Geist und St. Patrizius Eggenrot, waren gemeinsam mit Pfarrer Michael Windisch vor Ort und luden zum Gespräch ein.

Litfaßsäule zu Geistlichen Haltungen

In der Kirchengemeinde Heilig Geist Balingen steht eine Litfaßsäule, auf der Zugänge zu den geistlichen Haltungen des Entwicklungsweges zu sehen sind.

Die 1854 erfundene  Litfaßsäule erfreut sich immer noch großer Beliebtheit. Für "Kirche am Ort - Kirche an vielen Orten gestalten" macht eine solche Säule deutlich: es gibt viele Zugänge - hier zu Geistlichen Haltungen - und: eine Kirchengemeinde steht für etwas.

Pack die Badehose ein

Sommerfreizeit in Kooperation von BDKJ und Caritas ein voller Erfolg

Seit Herbst 2015 liefen die Vorbereitungen für die erste Sommerfreizeit in Kooperation des Kath. Jugendreferats/BDKJ-Dekanatsstelle Balingen und der Caritas Schwarzwald-Alb-Donau. Ein Ort, ein Haus, Teamer/-innen und Programmpunkte mussten gefunden werden. 30 Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 15 Jahren sollten vom 01. bis 07. August 2016 eine Woche am Bodensee verbringen können.

Die Vorbereitung des siebenköpfigen Teams wurde ein voller Erfolg. Daran maßgeblich beteiligt waren auch die Jugendstiftung JUST der Diözese Rottenburg-Stuttgart und das Förderprogramm „INkonzept – Wir helfen Ihnen helfen“ des Diözesanrats der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Aufgrund der großzügigen finanziellen Unterstützung konnte der Teilnehmerbeitrag sehr gering gehalten werden und die Betreuerinnen und Betreuer konnten sich vor der Freizeit eine Fortbildung gönnen.

Hauptamtlich begleitet wurde das Team von Sophie Zäh, Dekanatsjugendseelsorgerin im Kath. Jugendreferat Balingen, und Andreas Budisky, Leiter Sozialer Projekte der Caritas Schwarzwald-Alb-Donau.

Schon das Haus Maria See in Gundholzen mit Privatsteg am Bodensee war ein Highlight. Vor allem das Boot, das den Teilnehmern zur Verfügung stand, und die angenehmen Temperaturen luden ein, ins kühle Nass zu springen. Darüber hinaus erwarteten die Kinder und Jugendliche spannende und aktionsreiche Programmpunkte: eine Fackelwanderung bei Nacht, Grillen am Lagerfeuer, Bastelaktionen aus Zeitungspapier, den Bau einer Mohrenkopfschleuder, die sog. Sauspiele, bei denen jede und jeder so richtig dreckig werden durfte, und vieles mehr. Ein weiteres Highlight war der Ausflug in den Wildpark Allensbach per Bus und Schiff.

Teamer wie Teilnehmer sind sich einig: „Nächstes Jahr wollen wir wieder für eine Woche gemeinsam auf Sommerfreizeit!“

Kirchenentwicklung - mittendrin dabei

Beim Studientag von Dekanen und Dekanatsreferentinnen und -referenten der Diözese am 21. September in Ergenzingen war ein breiter Raum für Wahrnehmen der Erfahrungen des Entwicklungsweges "Kirche am Ort - Kirche an vielen Orten gestalten" in den verschiedenen Dekanaten eingeräumt.
Dabei ging es insbesondere um die Frage, welche Veränderungen auf der Ebene der Seelsorgeeinheiten und im Dekanat wahrgenommen werden.

Nach zahlreichen Informationen aus dem Ordinariat, bei denen insbesondere das Thema Stellenplanung interessierte, präsentierten sich die Unterstützungssysteme der Diözese. Diese spielen ja bei der Unterstützung des Prozesses vor Ort eine ganz wesentliche Rolle.

Am Nachmittag standen dann die Wahrnehmungen der einzelnen Personen im Mitrtelpunkt. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es allen ist, die Realitäten zu sehen und sie auch anzunehmen. Große Einigkeit bestand auch in der Einschätzung, dass im Mittelpunkt allen Handelns doch das Vertrauen auf Gott und die Menschen stehen muß - damit bestätigt sich, dass Veränderung vor allem ein geistliches Geschehen ist. Unabhängig davon forderten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von der Diözesanleitung ein, die Themen Personalentwicklung, sowie Auswahl und Rollenveränderung verbindlich zu beschreiben und notwendige Entscheidungen der Leitungsebene zeitnah zu treffen.

Zur Geh-Hin-Kirche werden

Im >>echo<<, der Ostalb-Dekanatszeitung Ausgabe Juli 2016, beschreibt Pressereferentin Sibylle Schwenk, wie der Entwicklungsprozess in Neresheim angekommen ist:

„Die Jammerphase über mangelnden Kirchenbesuch haben wir längst hinter uns gelassen“, Judith Durner, Mitglied des Prozessteams.

Es kostet schon ein bisschen Überwindung. Rausgehen aus dem geschützten Raum der Kirche, der Kirchengemeinde, Lebenswirklichkeiten wahrnehmen und sich anhören, was Menschen von Kirche heute erwarten. Die Seelsorgeeinheit Neresheim mit ihren sechs Kirchengemeinden in Elchingen, Ohmenheim, Kösingen, Dehlingen, Dorfmerkingen und Neresheim selbst, geht Schritt für Schritt voran. Was an den Adventssonntagen mit den vier Grundhaltungen des diözesanen Wandlungsprozesses „Kirche am Ort“ – vertrauen, lassen, erwarten, wertschätzen -  begonnen hat und in der Orientierung der Lebenswirklichkeiten der Menschen vor Ort fortgeführt wurde, entwickelt sich weiter.

„Wir haben bei der Klausurtagung im Februar entschieden, dass die Kirchengemeinderäte jeweils zu zweit Menschen unserer Seelsorgeeinheit besuchen und mit ihnen über Kirche und Glauben reden“, beschreibt Judith Durner, zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats Neresheim und Mitglied des Prozessteams. Die „Jammerphase“, die sich ständig und immer von mangelndem Kirchenbesuch geprägt sieht, hat man in Neresheim längst hinter sich gelassen.

Zur Geh-Hin-Kirche werden. Das steckt als ein Ziel der Wandlung dahinter. „Wir sind da, es gibt uns“, soll als Botschaft rüberkommen. Und es geht darum, über Dinge zu reden, die normalerweise nicht thematisiert werden. „Es gibt eine gewisse Not über Seelsorge, über den Glauben und innere Werte zu sprechen“, beschreibt Pfarrer Adrian Warzecha. Spirituelle Elemente im Leben zulassen. Das soll auch als Teil des Prozesses wieder mehr Platz bei den Kirchengemeinderatssitzungen haben. „Wir müssen auch unseren eigenen Glauben anschauen“, ist Pastoralreferent Ulrich Schneider überzeugt.

Erste Erfahrungen der Kundschafter – das zehnköpfige Prozessteam hat sich im Übrigen bereits im Vorfeld an Betriebe und Institutionen vor Ort gewagt – sind fast durchweg positiv. Die Aufnahme der „Kirchenleute“ war bisher immer sehr gastfreundlich, auch wenn es zuweilen mehrere Anläufe benötigte, um einen Gesprächstermin zu ergattern.

Innerhalb des Wandlungsprozesses gibt es bereits erste Ergebnisse: Als Folge des Anspruches, eine diakonische Kirche zu sein, hat man sich entschieden, eine Projektstelle mit sechs Stunden wöchentlich für eine(n) Caritas-Beauftragte(n) einzurichten. Diese wird von der Gesamtkirchengemeinde und dem Dekanat finanziert. Außerdem wird es einen „Runden Tisch der sozialen Dienste“ geben, wo alle sozialen Akteure der Seelsorgeeinheit samt den Kommunen und der Caritas zusammenkommen.

Experimentieren ist angesagt. Neues wagen. Aufbrechen. Was im „Experiment am See“, nach Erscheinen dieses Beitrags geplant ist, bleibt bis dahin noch ein Geheimnis. Lassen wir uns überraschen.

                       

 

Sakramentenkatechese im gesellschaftlichen und kirchlichen Wandel

Handout zu einem Vortrag von Prof.Dr. Dr. Michael N. Ebertz aus Freiburg anläßlich einer Fortbildungsveranstaltung des Berufsverbands der Gemeindereferent-innen der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Foto: A. Kamlage

Kirche der Tat

250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Caritas und Pastoral bei der Pastoraltagung in Ergenzingen

 Die Tagung „Blickwechsel“ fand zum inzwischen vierten Mal statt und hatte diesmal die diakonische Dimension von Kirche im Fokus. Dementsprechend setzten sich die Teilnehmenden aus verschiedenen Bereichen von Caritas und Pastoral zusammen. Das war in dieser Form neu.

Bischof Dr. Gebhard Fürst bezeichnete in seinem Resümee die Berufung aller Christen zum diakonischen Handeln zusammen mit der Berufung zum Diakonat und dem professionellen Dienst der Caritasmitarbeiterinnen und -mitarbeiter als „drei Seiten einer Medaille“. Diese würden sich wechselseitig bedingen und können füreinander fruchtbar gemacht werden für den Menschen und um seines Heils willen.

 Zu Beginn der Tagung war die diakonische Identität der Teilnehmenden gefragt. In nach Berufen bunt gemischten Gruppen wurde schnell deutlich, wie vielfältig und konkret die diakonische Dimension von Kirche in der Diözese Rottenburg-Stuttgart gelebt wird.

 Prof. Rainer Bucher, Pastoraltheologe aus Graz unterstrich in seinem Grundsatzreferat entlang des Gleichnisses vom Barmherzigen Samariter, dass über das religiöse Heil das Handeln und nicht der Glaube entscheide: „Entweder ist Kirche diakonisch oder sie hat mit diesem Jesus nichts zu tun.“ Er forderte als neue pastorale Grundhaltungen Demut, liebende Aufmerksamkeit und Ermutigung durch Vertrauen.

 Dr. Michael Trauthig, Redakteur bei der Stuttgarter Zeitung war mit seinem Außenblick gefragt. Er kritisierte, dass bei kirchlichen Interviews und Pressekonferenzen ein zunehmend formelhaftes Reden zu beobachten sei. Besonders die Hemmung zu Realitäten zu stehen sieht er dabei als Zeichen verlorengegangener Souveränität. Gefragt, was Kirche von der Gesellschaft lernen könne, ermutigte er mehr Demokratie zu wagen und wurde darin auch von Bischof Fürst bestärkt.

 Für den Bischof liegt die diakonische Kirche als Kirche der Tat sehr am Herzen. Zur gegenwärtigen Kirchenentwicklung gehört für ihn, dass die Pole missionarisch und diakonisch sich mehr durchdringen und füreinander noch fruchtbarer werden. Das diakonische Handeln dürfe aber beim einzelnen nicht stehen bleiben. Wesentlich zum diakonischen Handeln gehöre die prophetische Ansage, auch um den Preis der Anfeindung seitens der kritisierten Systeme  oder politischer Gruppierungen.

 Die bestens organisierte Pastoraltagung Blickwechsel hat auf jeden Fall dazu beigetragen, dass die Diözese dem Ziel näher gekommen ist, diakonische Kirche zu werden.

Fotos: Angelika Kamlage (www.angelika-kamlage.de)

 

... und hier zum Nachlesen:

Impulsreferat Prof. Rainer Bucher

Bischof Fürst: Resümee

Pastoralteam ist für mich ...

Eine Erfahrung aus St. Elisabeth, Stuttgart

(aus: lichtblick 1-2016)

Wir hören genau hin ... . Hearing 2016

Vertreterinnen und Vertreter verschiedener diözesaner Berufsverbände trafen sich auf der Liebfrauenhöhe in Ergenzingen mit dem Team der Prozessteuerung "Kirche am Ort - Kirche an vielen Orten gestalten".

Ziel der Hearings war genau hinzuhören, wie die hauptberuflichen Mitarbeiterinen und Mitarbeiter den Entwicklungsprozess aufnehmen. Die verantwortlichen Vertreterinnen und Vertreter gaben sehr offen und sehr klar wieder, wie es bei den pastoralen Diensten, aber auch bei Pfarrsekretärinnen gerade Stand der Dinge ist.

 

Auf der facebook-Seite des Kirchenetwicklungsprozesses werden derzeit einzelne Statements zur breiteren Diskussion gestellt:https://www.facebook.com/groups/1734968043382708/

Jede Menge Herz in Herbrechtingen

Die Auftaktveranstaltung des Dekanats Heidenheim zum Entwicklungsprozess „Kirche am Ort - Kirche an vielen Orten gestalten“ hat am 12. Juni 2016 viele beeindruckt. Aus allen sechs Seelsorgeeinheiten, der italienischen muttersprachlichen Gemeinde und dem Dekanatsrat waren Frauen und Männer zusammengekommen, um ihren Rucksack für den Weg in die Zukunft zu packen. Jeder hatte ein eigenes Symbol dabei. Diese gingen von vertrauten Gegenständen über Besonderheiten bis hin zu tiefgründigen Symbolen, die Vergangenheit und Zukunft zusammenbrachten. Durch die meisten Symbole zog sich als roter Faden ein starkes Bemühen durch, Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen Weg zu ermöglichen, Kirche als zukunftsfähig zu erleben. Hier beginnt das Dekanat nicht am Nullpunkt, sondern hat sich über die vergangenen Jahre mehr und mehr diesen Belangen geöffnet.

Im Gottesdienst, der von einer Vielzahl von ganz unterschiedlichen Professionen bespielt und durchgeführt wurde, stand der Dekanatsrucksack im Mittelpunkt. Ilse Ortlieb, die als Dekanatsreferentin den Entwicklungsweg zusammen mit dem Prozessteam maßgeblich begleitet, stellte ihn als Weg in die Zukunft vor. Beim anschließenden Empfang im Gemeindesaal zeigte sich der aus Rottenburg angereiste Referent der Hauptabteilung Pastorale Konzeption, Wolfgang Müller, sehr beeindruckt und erfreut über die hohe Motivation, die in diesem Auftakt zu spüren sei. Mit seinem Partner Wolle, dem Schaf, entspann er kurzweilig, aber tiefgründig, dass die Herde Jesu Christi keinen Aktionismus, sondern vertrauen brauche. Dabei betonte er, dass die Gemeinden ja nicht bei Null beginne, sondern alle in den zurückliegenden Jahren schon zahlreiche Veränderung erlebt haben. Über das große Herz für die Jugend zeigte sich der ehemalige Leiter der Jugendkirche Ludwigsburg besonders erfreut. Nach dem am selben Wochenende zueende gegangene Jugendforum der Diözese zeige das Dekanat Heidenheim, wie aus Worten schon jetzt taten geworden sind.

#KircheamOrt aktuell auf dem Katholikentag

Im Leibniz-Saal des Kongresszentrums stellten Dr. Johannes Warmbrunn, Sprecher des Diözesanrates und Domkapitular Matthäus Karrer zusammen mit Dr. Christiane Bundschuh-Schramm die Kernpunkte des diözesanen Entwicklungsprozesses "Kirche am Ort - Kirche an vielen Orten gestalten" vor.

Bereits eine halbe Stunde vor Beginn war der Raum heillos überfüllt mit Menschen aus allen Teilen Deutschlands. Das Interesse am Thema Kirchenentwicklung war allenthalben auf dem ganzen Katholikentag groß und das wurde auch in diesem Workshop deutlich. Im Unterschied zu Vortrags-und Diskussionsveranstaltungen bieten Werkstätten allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine aktive Mitgestaltung an.

Nach einer kurzen Einführung in die Besonderheiten des Rottenburger Entwicklungswegs waren die Anwesenden aufgefordert zu notieren, was sie persönlich brauchen um aufzubrechen. In den Beiträgen wurde deutlich, wie groß das Bedürfnis nach Transparenz und klaren Zielbeschreibungen quer durch die Republik ist.

Christiane Bundschuh-Schramm sprach von der "Kirche, die uns locken will" und skizzierte den Entwicklungsweg als Aufbruch vom vertrauten sicheren Ufer über den Fluß der Veränderung zum neuen Ufer, an dem Gott selber schon auf uns wartet. Anhand der Prozessmaterialien "Wie wir Kirche sehen" konnten die Teilnehmenden ihre Vorstellungen der Kirche des neuen Ufers beschreiben. Identität und Vernetzung waren wiederkehrende Begriffe, die mit Beschreibungen wie "wirkliche Begegnung findet statt" oder "in Bewegung bleiben" näher identifiziert wurden.

Für Domkapitular Karrer geht es im gesamten Prozess um die "Wozu-Frage" von Kirche. Damit stellte er die Inhalte eindeutig vor die Strukturen. Dr. Warmbrunn unterstrich die Bedeutung der lokalen Entwicklung und den Blickwechsel auf die Lebenswirklichkeiten der Menschen, in denen sich Evangelium genauso ereigne wie in den gewohnten Gleisen.

Im Anschluss war genügend Zeit, um nachzufragen und eigene Erfahrungen von Kirchenentwicklung einzubringen. Für alle ermutigend ist das Vertrauen auf Gott, der alle diese Wege nicht nur mitgeht, sondern sich bereits im Erkunden des Neuen zeigt.

Pastorales Neuland entdecken

 

 

Podium: Pastorales Neuland entdecken
Katholikentag in Leipzig 28. Mai 2016

 „Jedes Bistum ist dabei, das Rad neu zu erfinden“, stellte Moderator Klaus Nientiedt beim Podium „Pastorales Neuland entdecken“ der Konferenz der Diözesanräte Mitte-Südwest am 28. Mai im Haus Leipzig fest. Dabei unterscheiden sich die Ausgangsbedingungen – die einen drängt laut Domkapitular Matthäus Karrer (Diözese Rottenburg-Stuttgart) die finanzielle Not, die andern ziehen Konsequenzen aus Personalhochrechnungen, die dritten suchen eine inhaltliche Neuausrichtung, um angesichts gesellschaftlicher Veränderungen zukunftsfähig zu bleiben. Doch die Fragestellung ist überall dieselbe: Wie kommt die Kirche wieder näher zu den Menschen? Können XXL-Gemeinden wirklich die Lösung sein?

 Die vier Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass es einen Blickwechsel braucht.

Markus Konkolewski, Leiter des Bereichs Kommunikation, Steuerung und Organisationsentwicklung des Bistums Magdeburg, plädierte für die Umsetzung überschaubarer Projekte, „die Lust machen“, anstatt eine Gesamtlösung für die alten Strukturen zu suchen. Statt „Was geht noch?“ könne man die Frage stellen: „Was geht jetzt wieder?“ Dies bewähre sich in den ostdeutschen Bistümern, die stärker unter dem Gläubigenmangel leiden als unter Priestermangel, hauptsächlich weil die jungen Leute in den Westen ziehen, „wo sie lokal ankommen, aber nicht bei der Kirche“.

 „Wir müssen neu entdecken, eucharistisch zu leben“ H.Schönemann

„Wir bieten nicht an, was wir haben; wir hören und sehen nicht, was Menschen brauchen“, so analysierte Ingeborg Schillai, Präsidentin der Diözesanversammlung Bistum Limburg, die westdeutsche Situation. Sie setzt auf das gemeinsame Priestertum: „Alle Menschen sollten erkennen, dass sie auf Grund ihrer Taufe und Firmung Verantwortung haben – und zwar nicht nach dem Motto ‚was muss noch gemacht werden‘, sondern ‚was kann ich? was ist meine Begabung?‘.“ Anstatt zu warten, bis die Leute kommen, sollten Christen „dahin gehen, wo Menschen etwas von Kirche brauchen, in die Schule, ins Krankenhaus.“ Damit trifft sie sich mit Karrers Ansatz: „Es braucht eine Haltung, den veränderten Lebensverhältnissen der Menschen gerecht zu werden.“ Karrer plädierte dafür, nicht nur das Ehrenamt innerhalb der Kirche wertzuschätzen, sondern gerade auch das Ehrenamt von Christen in weltlichen Bezügen.

Hubertus Schönemann, Leiter der Katholischen Arbeitsstelle für missionarische Pastoral in Erfurt, mahnte, es sei zu wenig, sich um die Versorgung mit Eucharistie zu sorgen. Eucharistie könne nur gefeiert werden, wo auch eucharistisch – aus einer Haltung der Hingabe und Dankbarkeit – gelebt werde.

 „Große Räume haben Vorteile“ H.Schönemann

Hubertus Schönemann provozierte einen erweiterten und theologisch tieferen Denkhorizont hinsichtlich des Gemeinde- und Amtsverständnisses: „Priestermangel haben wir nur in einem bestimmten Verständnis von Kirche und Priesteramt.“ Die Frage sei nicht, wie man es hinbekomme, dass Priester übersichtlich die Gemeinden steuerten. „Eine Pfarrei kann groß sein, wenn sich nicht alle kennen müssen, sondern wenn kleine Gemeinschaften in der Gemeinde den Glauben leben.“ Große Einheiten haben laut Schönemann durchaus Vorteile, denn sie bieten “die Chance, unterschiedliche Lebenswirklichkeiten in den Blick zu bekommen und darauf zu reagieren.“ Als Beispiel nannte er Aachen, wo sich innerhalb einer Gemeinde verschiedene Personalgemeinden entwickeln – eine Jugendkirche, ein Angebotsspektrum für ästhetisch Anspruchsvolle und anderes Milieugerechtes.

Schönemann sprach sich aus theologischen Gründen für territoriale Gemeinden aus, „denn das ist uns von Gott anvertrauter Raum“. Was in den letzten Jahrzehnten zusammengefallen sei, müsse jetzt wieder getrennt und neu gedacht werden: die territoriale „Pfarrei“ und die aus Beziehungen bestehende „Gemeinde“.

 „Was brauchen die Menschen, die mit uns zusammenleben?“I. Schillai

Schönemann warnte davor, angesichts vieler Strukturfragen die zentrale, die „missionarische“ Frage zu vergessen: „Wozu ist Kirche da? Welche Sendung haben wir Christen?“ Erst wenn dies beantwortet sei, könne man fragen, welche Strukturen geeignet sind, diese Sendung zu erfüllen. Viel Applaus erntete sein Appell „Wir brauchen Priester, die sich selber nicht so wichtig nehmen, die unterstützen, wie Getaufte ihre Sendung wahrnehmen.“ Karrer unterstrich, priesterliche Berufung sei nicht von einer bestimmten Sozialform der Kirche abhängig. ER selber sei im Jugenddachverband BDKJ, in der Gemeinde, im Dekanat Priester gewesen und sei es jetzt im Ordinariat. Im Blick auf die jungen Priester hoffe er auf den „Franziskuseffekt“. Er habe den Eindruck, dass nach einer Phase der Konzentration auf Lehramt und Regelkonformität jetzt wieder mehr Priesternachwuchs nach der dienenden Dimension des Priesteramts frage.

 „Räte sind ein Schatz“M. Karrer

Räte und Gremien sind eine zukunftsfähige Komponente der Kirche, ergab die Diskussion. „Rätestruktur erzeugt immer Reibung, dennoch bin ich ein glühender Vertreter davon“, bekannte Matthäus Karrer und betonte, sie dürften nicht als „Abnickgremium“ aufgefasst werden. Ingeborg Schillai wies auf die Gefahr hin, dass sie angesichts ihrer inzwischen selbstverständlichen Akzeptanz die inhaltliche Auseinandersetzung vernachlässigten.

 „Ohne Ökumene geht Zukunft für Kirche gar nicht.“M Konkolewski

Dem Publikum lag für die Zukunft der Kirche die Ökumene am Herzen. Hubertus Konkolewski macht im Bistum Magdeburg die Erfahrung: „Der Erfolg ist größer, und es macht mehr Spaß.“

 zur Präsentation

Cäcilia Branz
Diözesanrat und Priesterrat Rottenburg-Stuttgart

Begegnen, vernetzen, beteiligen

Tagung zur nachhaltigen Integration von Flüchtlingen im ländlichen Raum

 HEILIGKREUZTAL - Aus verschiedenen Teilen Baden-Württembergs kamen 130 Personen im Kloster Heiligkreuztal zu einer Tagung zum Thema „Die Flüchtlingsfrage entscheidet sich im ländlichen Raum – Nachhaltige Integration als gemeinsame Herausforderung von Kirche und Kommune“ zusammen. Sie alle sind mit Flüchtlingen und der Frage nach deren Integration beschäftigt: Ob als Ehrenamtlicher in einem der zahlreichen Helferkreise, als Bürgermeister einer ländlichen Gemeinde, als Mitarbeiterin im Landratsamt oder als Referentin in einer Bildungseinrichtung. Eingeladen hatten der K-Punkt Ländliche Entwicklung im Kloster Heiligkreuztal, der Gemeindetag Baden-Württemberg, die Akademie Ländlicher Raum Baden-Württemberg und der Verband kath. Landvolk sowie zahlreiche Kooperationspartner aus kirchlichem und kommunalem Bereich.

Die Redner aus den unterschiedlichen Bereichen waren sich einig, dass der ländliche Raum maßgeblich zur Integration von Flüchtlingen beitragen kann und muss. Künftig werde es laut Dr. Joachim Drumm, Leiter der Hauptabteilung Kirche und Gesellschaft der Diözese Rottenburg-Stuttgart, nicht mehr darum gehen ob wir Migranten aufnehmen, sondern wie Integration in einer globalen Welt funktionieren kann. Deutlich wurde auch, dass die Bürgerinnen und Bürger mitgenommen werden müssen und nicht vor vollendete Tagsachen gestellt werden dürfen. „Stellen Sie Diskussionsplattformen zu Verfügung. Wenn die Bevölkerung ihre Fragen stellen können, können auch Ängste abgebaut werden“, ermutigte Hartmut Alker vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg. Die Kirche habe laut Dr. Thomas Broch, Flüchtlingsbeauftragter der Diözese Rottenburg-Stuttgart, einen besonderen Auftrag zur Integration. Sie habe dabei kein Sonderwissen, aber eine spezifische Erfahrung. Die Kirche verstehe sich schon lange als Weltkirche, die überall da sei, wo Menschen an Jesus Christus glauben. „Im Fremden begegnet uns der gekreuzigte und auferstandene Herr. Das ist der Horizont vor dem wir als Christen diese Fragen thematisieren“, so Broch.

Die Vernetzung zwischen Kirche, Kommune und Vereinen sei im Hinblick auf die anstehenden Aufgaben unabdingbar. Integration gehe alle an. Als Anker der Integration schlug Steffen Jäger, Beigeordneter des Gemeindetags Baden-Württemberg, vor, in den Rathäusern einen Flüchtlingsmanager zu installieren. Dieser solle Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Integration sei. Hier sei die Finanzierung allerdings noch nicht klar. Jäger forderte einen Masterplan zur Integration, denn Staat und Gesellschaft das Recht und die Pflicht haben festzulegen, wie Integration gelingen kann.

 Kerstin Leitschuh

 

Katholisches Dekanat Balingen eröffnet Prozess zur lokalen Kirchenentwicklung

„KiamO“ sind die fünf Buchstaben, die derzeit im Katholischen Dekanat Balingen in vieler Munde sind.
Hinter der Abkürzung verbirgt sich der Prozess „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“, welchen das Dekanat am vergangenen Sonntag offiziell gestartet hat. Dekan Anton Bock  konnte in der Wallfahrtskirche auf dem Palmbühl 100 haupt- und ehrenamtliche Vertreter und Vertreterinnen der Seelsorgeeinheiten und Kirchengemeinden aus dem ganzen Dekanat begrüßen.

Dekanatsreferent Achim Wicker sprach in seiner Hinführung von „einem starken Zeichen für die lokalen Kirchenentwicklung“ angesichts des großen Interesses. Vom Palmbühl ging es zu Fuß zur Schömberger Grundschule, um so auch ganz direkt zu erfahren, was Zeichen einer neuen „Geh-hin-Kirche“ sein kann, welche die Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit wahr und ernst nimmt und dorthin geht, wo die Menschen sind.

Vor der Grundschule präsentierte das Prozessteam exemplarisch, wie Kirche für die Menschen am Ort Schule aussehen kann. Michael Elmenthaler, Koordinator für den Prozess in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, erläuterte dann in der Zehntscheuer im Detail, was auf die Seelsorgeeinheiten in den nächsten Jahren zukommt, wenn sie sich für den Prozess entscheiden. Die Realitäten vor Ort gilt es in den Blick zu nehmen, dabei mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen und dann zu schauen und zu entscheiden, welche Kirche am Ort und für die Menschen man sein will. Dabei ist es auch wichtig, zu schauen, wer Partner sein kann.

Im Anschluss stellte Dekan Anton Bock das Prozessteam vor, welches im Dekanat die Entwicklung begleitet. Diesem gehören an: Dr. Petra Graf (Ebingen), Rita Koch ( Balingen), Monika Spiegler (Onstmettingen), Elisabeth Eckenweber (Weilen unter den Rinnen), Manuela Mayer (Regionalleiter der Caritas Schwarzwald-Alb-Donau), Dekanatsreferent Achim Wicker und Dekan Anton Bock. Feierlicher Höhepunkt des Auftakts war die Andacht in der Schömberger Stadtkirche St. Peter und Paul, welche vom Prozessteam gestaltet wurde. Danach ging es noch mit 80 Teilnehmern in den Gasthof Staudamm zum gemütlichen Beisammensein und Austausch – auch so geht Lebenswirklichkeit.

 

An vielen Orten Kirche neu entdeckt

Tobias Haas – Seelsorger für Familien mit behinderten Kindern – bei der Aktion, eine Rollstuhlfahrerin mit 12 weiteren Personen auf einen kleinen Teppich zusammen zu bringen

Ehrenamtliche unterwegs im Dekanat Esslingen-Nürtingen

„Das ist gelungene Inklusion!“ rief Tobias Haas, Seelsorger für Familien mit behinderten Kindern. Eine Rollstuhlfahrerin war Mittelpunkt geworden anstatt Hindernis. Mit dieser beeindruckenden Interaktion begann die Busfahrt für 50 katholische Ehrenamtliche aus dem Dekanat Esslingen-Nürtingen im Jugendhaus St. Antonius in Wernau. „Kirche an vielen Orten erfahren“, war das Motto der Dekanatsfahrt am vergangenen Samstag. Im Rahmen des diözesanen Entwicklungsprozesses „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“ waren Mitglieder der Kirchengemeinderäte und ehrenamtlich Engagierte eingeladen.

In Nürtingen gaben die Mitarbeiter des „Fokus Familie“ einen Einblick in ihre Arbeitsbereiche. Von der Schwangerschaftsberatung über die Familienpflege und Gehörlosenseelsorge bis hin zur Psychologischen Familien- und Lebensberatung findet sich im Fokus Familie in der Werastraße 20 alles unter einem Dach. Durch die beeindruckende Vernetzung und Kooperation der verschiedenen Dienste ist es möglich, schnelle und konkrete Hilfe zu leisten. So konnte einer in Not geratenen schwangeren Frau mit behindertem Kind innerhalb von drei Tagen eine Familienpflegerin zur Seite gestellt werden.
Ein Höhepunkt der Busfahrt durch den Landkreis Esslingen war der Besuch der S21-Baustelle in Weilheim. Dort hatten die Teilnehmer die Möglichkeit einen Einblick in die Arbeitswelt von Betriebsseelsorger Peter Maile zu bekommen. „Durch den Peter erleben wir Kirche ganz anders“, sagt Armin Stauss, Bauleiter der österreichische ARGE. Peter Maile sucht den direkten Kontakt zu den Arbeitern während ihrer Schicht im Tunnel oder am Feierabend in den Wohncontainern. Es geht um Beziehungsthemen, um Mobbing, Einsamkeit, Trauer und Tod. Maile sagt von sich selbst, er sei der Einzige in diesem Betrieb, der Zeit hat. Er ist ein neutraler Ansprechpartner für die Bauarbeiter. Bei ihm steht der Mensch im Mittelpunkt, nicht dessen Leistung. Kirche bekommt hier ein konkretes Gesicht.
In Ruit, dem jüngsten Dekanatsmitglied, das vor einem Jahr zusammen mit Kemnat zum Dekanat Esslingen-Nürtingen stieß, gab Pastoralreferentin Brita Groß Zeugnis ihrer Arbeit als Klinikseelsorgerin. Brita Groß erzählte von den Angehörigen einer Frau, die seit sieben Jahren im Wachkoma liegt. Deren Zustand verschlechterte sich markant und dennoch redete niemand über den Tod. Groß bricht das Eis, spricht über das Ende der lebenserhaltenden Maßnahmen, über Tod und Abschied. Und wie so oft, spürte sie Erleichterung bei den Angehörigen, dass sie als Seelsorgerin den Mut hatte, Klartext zu reden.
Am Ende der Dekanatsfahrt bedankte sich eine Frau aus Denkendorf bei Dekanatsreferentin Barbara Strifler, Organisatorin der Fahrt. Sie sei seit Jahrzehnten in der Kirche aktiv, aber heute habe sie nochmals einen ganz neuen Einblick bekommen, wo und wie Kirche vor Ort präsent ist. Die vielen Gesichter und die dazugehörigen Geschichten nehme sie als Ermutigung für ihr Engagement mit.
Neben den genannten kirchlichen Diensten stellten sich auch das Jugendreferat Esslingen-Nürtingen (Julia Eberle), die Fachstelle Kirche und Schule (Nicole Schmieder), die Kirchenmusik (Thomas Specker), die Katholische Erwachsenenbildung (Dr. Emanuel Gebauer), die Notfallseelsorge (Gabriele Greiner-Jopp) und die Familienpastoral (Gabriele Leuser-Vorbrugg) vor. So wurde ersichtlich, dass viele verschiedene kirchliche Orte zusammen Kirche im Dekanat bilden. Dies zu erkennen und sichtbar werden zu lassen, ist eines der Ziele des Entwicklungsprozesses von „Kirche am Ort“.

Das Katholische Dekanat Esslingen-Nürtingen erstreckt sich über den Landkreis Esslingen. Es umfasst 34 Kirchengemeinden und jeweils vier italienische und kroatische katholische Gemeinden. Die Kirchengemeinden sind in 14 Seelsorgeeinheiten zusammengefasst. Fast 120.000 Katholiken leben im Dekanat. Die Leitung des Dekanats liegt bei Dekan Paul Magino und seinem Stellvertreter Pfarrer Martin Schwer in Zusammenarbeit mit dem Dekanatsrat, der Geschäftsstelle und der Rechnungsführung.

 

PM: Ute Rieck, Dekanatsreferentin für Öffentlichkeitsarbeit

Zweite Vorsitzende sind gefragt!

Knapp hundert gewählte Vorsitzende von Kirchengemeinden aus den Dekanaten Biberach und Saulgau versammelten sich am 27. Februar 2016 zum Regionalforum im Kloster Untermarchtal. Bei strahlendem Sonnenschein und frostigen Temperaturen folgten die engagierten Frauen und Männer der Einladung der Diözese, über die besondere Aufgabe und Verantwortung der Gewählten nachzudenken.

Zur Begrüßung erhielten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine grüne Tasche mit dem Aufdruck „Hoffnungsträgerin/Hoffnungsträger“. Damit verdeutlicht die Diözese Rottenburg-Stuttgart, wie sie ihre ehrenamtlichen Verantwortungsträger sieht: sie sind die Hoffnungsträger für die Zukunft der Kirche am Ort.

Domkapitular Matthäus Karrer begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und betonte in seinem Impulsvortrag die gemeinsame Würde aller Getauften als Zeugen für das Reich Gottes in der Welt. Im prophetischen, priesterlichen und königlichen Amt auf das jeder Mensch getauft wird, verwirkliche sich dieser Auftrag. Der gelte nicht nur für Hauptberufliche, sondern eben ganz grundlegend allen Menschen, die zur Kirche gehören. Dies zeige sich z. B. dort, wo Menschen einander segnen, oder Verantwortung in Kirche und Gesellschaft übernehmen.

Anhand eines großformatigen Kartensets-„Wie wir Kirche sehen“ tauschten sich die Teilnehmer über ihre persönlichen Kirchenbilder aus und versuchten so auch den Prozess in den Gemeinden abzubilden. Die Kartensets setzen sich aus 23 Bildern zusammen, die ganz unterschiedliche Aspekte einer Kirche am Ort veranschaulichen.

Nach dem Mittagessen konnten sich die Verantwortungsträger aus erster Hand über Unterstützungsmöglichkeiten der Diözese und der Dekanate informieren. Rückmeldungen der Teilnehmer bezogen sich vor allem auf das Verhältnis von Ehrenamtlichen zu Hauptberuflichen. Hier wurde an verschiedenen Orten ein durchaus hoher Beratungs-und Begleitungsbedarf erkennbar. Dekanatsreferent Philipp Friedel unterstrich die Bereitschaft sich konkret auf die Bedürfnisse der einzelnen Kirchengemeinden einzulassen, „damit sie ihren Weg gut gehen können.“

 In sieben Workshops vertieften die Teilnehmer ihre besonderen Interessen. Dabei wurde deutlich, wie wichtig der Austausch untereinander und die Vernetzung vor Ort ist. Mit einem geistlichen Abschluss, den die Gruppe der diözesanen Gemeindeentwickler in der Vinzenzkirche gestaltete, ging ein erlebnisreicher Tag in Untermarchtal zu Ende.

 

Zur Geh-Hin-Kirche werden

Im >>echo<<, der Ostalb-Dekanatszeitung Ausgabe Juli 2016, beschreibt Pressereferentin Sibylle Schwenk, wie der Entwicklungsprozess in Neresheim angekommen ist:

„Die Jammerphase über mangelnden Kirchenbesuch haben wir längst hinter uns gelassen“, Judith Durner, Mitglied des Prozessteams.

Es kostet schon ein bisschen Überwindung. Rausgehen aus dem geschützten Raum der Kirche, der Kirchengemeinde, Lebenswirklichkeiten wahrnehmen und sich anhören, was Menschen von Kirche heute erwarten. Die Seelsorgeeinheit Neresheim mit ihren sechs Kirchengemeinden in Elchingen, Ohmenheim, Kösingen, Dehlingen, Dorfmerkingen und Neresheim selbst, geht Schritt für Schritt voran. Was an den Adventssonntagen mit den vier Grundhaltungen des diözesanen Wandlungsprozesses „Kirche am Ort“ – vertrauen, lassen, erwarten, wertschätzen -  begonnen hat und in der Orientierung der Lebenswirklichkeiten der Menschen vor Ort fortgeführt wurde, entwickelt sich weiter.

„Wir haben bei der Klausurtagung im Februar entschieden, dass die Kirchengemeinderäte jeweils zu zweit Menschen unserer Seelsorgeeinheit besuchen und mit ihnen über Kirche und Glauben reden“, beschreibt Judith Durner, zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats Neresheim und Mitglied des Prozessteams. Die „Jammerphase“, die sich ständig und immer von mangelndem Kirchenbesuch geprägt sieht, hat man in Neresheim längst hinter sich gelassen.

Zur Geh-Hin-Kirche werden. Das steckt als ein Ziel der Wandlung dahinter. „Wir sind da, es gibt uns“, soll als Botschaft rüberkommen. Und es geht darum, über Dinge zu reden, die normalerweise nicht thematisiert werden. „Es gibt eine gewisse Not über Seelsorge, über den Glauben und innere Werte zu sprechen“, beschreibt Pfarrer Adrian Warzecha. Spirituelle Elemente im Leben zulassen. Das soll auch als Teil des Prozesses wieder mehr Platz bei den Kirchengemeinderatssitzungen haben. „Wir müssen auch unseren eigenen Glauben anschauen“, ist Pastoralreferent Ulrich Schneider überzeugt.

Erste Erfahrungen der Kundschafter – das zehnköpfige Prozessteam hat sich im Übrigen bereits im Vorfeld an Betriebe und Institutionen vor Ort gewagt – sind fast durchweg positiv. Die Aufnahme der „Kirchenleute“ war bisher immer sehr gastfreundlich, auch wenn es zuweilen mehrere Anläufe benötigte, um einen Gesprächstermin zu ergattern.

Innerhalb des Wandlungsprozesses gibt es bereits erste Ergebnisse: Als Folge des Anspruches, eine diakonische Kirche zu sein, hat man sich entschieden, eine Projektstelle mit sechs Stunden wöchentlich für eine(n) Caritas-Beauftragte(n) einzurichten. Diese wird von der Gesamtkirchengemeinde und dem Dekanat finanziert. Außerdem wird es einen „Runden Tisch der sozialen Dienste“ geben, wo alle sozialen Akteure der Seelsorgeeinheit samt den Kommunen und der Caritas zusammenkommen.

Experimentieren ist angesagt. Neues wagen. Aufbrechen. Was im „Experiment am See“, nach Erscheinen dieses Beitrags geplant ist, bleibt bis dahin noch ein Geheimnis. Lassen wir uns überraschen.

                       

 

Sakramentenkatechese im gesellschaftlichen und kirchlichen Wandel

Handout zu einem Vortrag von Prof.Dr. Dr. Michael N. Ebertz aus Freiburg anläßlich einer Fortbildungsveranstaltung des Berufsverbands der Gemeindereferent-innen der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Foto: A. Kamlage

Einfach Gott zur Sprache bringen - Diözesankongress für Kinder- und Familiengottesdienste

Mehr als 450 Teilnehmerinnen aus der ganzen Diözese Rottenburg-Stuttgart versammelten sich auf Einladung des Instituts für Fort-und Weiterbildung (IFW) am 2. Juli in Untermarchtal. Die fast ausschließlich von Frauen dominierten Gottesdienste für Kinder und Familien bilden in zahlreichen Kirchengemeinden das Fundament der Glaubensweitergabe. „Wie kann ich überhaupt von Gott sprechen?“ provozierte der Augsburger Religionspädagoge Prof. Dr. Langenhorst in seinem Impulsvortrag. In der vollbesetzten Vinzenzkirche machte er deutlich, dass ein angemessenes Sprechen von Gott eigentlich gar nicht möglich ist: „Wovon man nicht sprechen kann, muss man dichten, sich annähern und feiern“. Damit ermutigte er die anwesenden ehren- und  hauptberuflich Aktiven, Kindern Geschichten von Gott so zu erzählen, wie Kinder sie brauchen und verstehen. Er nennt sie „runde Geschichten“, die neugierig machen und die Phantasie aktivieren. Er betonte, dass für Kinder diese Geschichten nicht rationalisiert oder erklärt werden brauchen.

In 20 Workshops, die sich auf dem gesamten Gelände der gastgebenden Vinzentinerinnen ausbreiteten ging es dann um konkrete Umsetzungen. Religiöse Wochenrituale für den Kindergarten, kirchenpädagogische Projekte für den Kirchenraum oder Anleitungen für Kinder, um sie zur Stille hinzuführen wurden vorgestellt, erprobt und für die eigene Praxis umgesetzt.

 Inge Merk von der Erzählfigurenwerkstatt bringt Leben und Glauben mit Erzählfiguren ins Spiel. Die Freie Bildungsreferentin aus Biberach legt den Frauen in ihrem Arbeitskreis ans Herz, biblische Geschichten zu sich selber sprechen zu lassen: „Was brauche ich?“ ist ihre erste Frage. Mit den zahlreichen Figuren, die sie mitgebracht hat, können die Teilnehmerinnen Geschichten aus der Bibel darstellen. Es gibt aber auch Figuren aus der heutigen Zeit. So übersetzen die Figuren die Geschichte auf ganz einfache Weise. „Das schafft Identifikation und Resonanz“, sagt sie und ermuntert die Teilnehmerinnen zur Reduzierung auf den Kern der Botschaft, den sie selber in der Geschichte spüren. Indem sie Sprache und Bewegung trennen, langsam sprechen und die Geschichte in einzelnen Standbildern so weit als möglich selber sprechen lassen, entsteht eine intensive Erfahrung. Das geht den Erwachsenen so, und bei Kindern ist es mindestens genauso.

In seiner Predigt im abschließenden Gottesdienst erinnerte Bischof Dr. Gebhard Fürst an die Freude, die uns erfüllt, wenn wir Kinder in die Mitte der Liturgie stellen. Dass Kinder Liturgie aktiv mitfeiern können, in Gesten und mit dem ganzen Körper ist ein ganzheitliches Erlebnis, das die katholische Liturgie als Tradition von jeher pflege.

Ulrike Mayer-Klaus, Referentin für Liturgie mit Kinder-und Familienpastoral organisiert und leitet die Tagung mit großer Umsicht. Selbst die ständigen Regenschauer bringen sie nicht aus der Ruhe. „Wer hierher zum Kongress kommt spürt: wir sind eingebunden in das größere Netzwerk in unserer Diözese. Die Menschen werden gesehen und erfahren Wertschätzung. Sie sagen: hier kriegen wir was.“

Der Familienkongress motiviert zum selbstbewussten und eigenständigen liturgischen Handeln in der Heimatgemeinde. Das ist gerade in Zeiten, in denen es vor Ort oft mühsam ist, doppelt wertvoll. Qualifizierung geschieht außerhalb des Kongresses in Basis-Qualifizierungskursen des IFW und durch die Möglichkeit von abrufbaren Angeboten, die für Dekanate oder Seelsorgeeinheiten speziell dem Bedarf angepasst werden.

"Ich bin wütend und müde..."

Redaktion Feinschwarz 25. Juni 2016
„Ich bin wütend und müde.“ Wenn von der Kirche nichts mehr zurückkommt.

feinschwarz.net

Christiane Bundschuh-Schramm entdeckt in Hartmut Rosas Resonanzbegriff eine Kategorie, mit der die Lähmung in den kirchlichen Entwicklungsprozessen und die Frustration vieler Hauptamtlichen erklärt werden kann.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart reiht sich in die Gruppe der Bistümer, die einen pastoralen Zukunftsprozess begonnen haben, gerade beginnen oder in Kürze starten. Die Erfahrungen der letzten eineinhalb Jahre sind differenziert, auch gut, aber eine diffuse Form der Ermüdung beim haupt- und ehrenamtlichem Personal hält  ich hartnäckig. Bei einer aktuellen Diskussion um die Fortschritte des Zukunftsprozesses bringen hauptamtliche Mitarbeiter/innen die Stimmungslage auf den Punkt: „Ich bin wütend und müde“. Der Eindruck täuschte also nicht, die verbreitete Müdigkeit konnte bislang nicht überwunden werden, sie paart sich hingegen mit anhaltender Wut.

Nun hat uns Harmut Rosa mit seiner Soziologie der Weltbeziehung ein Erklärungsmodell geliefert, mit dem die  errschende Lähmung beschrieben werden kann. In der Sprache Rosas geht es um eine stumme Weltbeziehung versus einer resonanten Weltbeziehung. Die Gegenüberstellung ist nicht nur beschreibend gemeint, sondern  auch normativ. Eine resonante Weltbeziehung ist das Kriterium für gutes oder gelingendes Leben. „Das gute Leben (…) ist das Ergebnis einer Weltbeziehung, die durch die Etablierung und Erhaltung stabiler Resonanzachsen gekennzeichnet ist, welche es den Subjekten erlauben und ermöglichen, sich in einer  antwortenden, entgegenkommenden Welt getragen oder sogar geborgen zu fühlen"

Resonante Weltbeziehungen sind das Kriterium für gutes oder gelingendes Leben. Als Resonanzachsen macht Rosa drei verschiedene ausfindig, nämlich die horizontalen Resonanzachsen, das sind die zwischenmenschlichen und politischen, die diagonalen Resonanzachsen zu den Dingen und die vertikalen zur Welt als Ganzer, zu denen die Religion zu rechnen ist. Resonanz und Resonanzbeziehungen, so Rosa, sind dann gegeben, wenn Subjekte von dem durchaus fremden „Weltausschnitt“ affiziert und bewegt werden, diesen wirksam zu erreichen, so dass gegenseitige Anverwandlung geschieht. Entscheidend ist dabei, dass beide „Entitäten“ sowohl aufeinander antworten und mit eigener Stimme sprechen. Es ist also eine wechselseitige Beziehung mit einem Moment des Unverfügbaren, denn Resonanz kann man nicht machen, aber in einem Resonanzraum erfahren. Rosas Anliegen ist es herauszufinden, wie Gesellschaft beschaffen sein muss, um Resonanzräume zur Verfügung zu stellen, in denen Subjekte stabile Resonanzachsen ausbilden können, die wiederum Resonanzerfahrungen wahrscheinlich machen.

Die Beziehung der kirchlichen Subjekte zum Weltausschnitt „Kirche“ ist verstummt. Liest man die Ich-Aussage der pastoralen Mitarbeiter/innen auf diesem Hintergrund, bleibt nur der Schluss, dass die Beziehung der kirchlichen Subjekte zum Weltausschnitt Kirche verstummt ist. Ihre Resonanzerwartungen, dass sie gleichzeitig Resonanz erzeugen wie erfahren, werden nicht erfüllt. In der Spätmoderne kommt hinzu, dass Menschen ihre Resonanzerwartungen hauptsächlich auf eine Resonanzachse fokussieren, nämlich die Arbeit. Im Falle ihres Verstummens stehen dann keine Ersatzquellen zur Verfügung, was schnell in die Resignation, in  den Zynismus und dann ins Burn-out driften lässt.

Damit ist ein grundlegender Widerspruch sichtbar, der sich seit dem Konzil in der Kirche ereignet hat. Seit dem Konzil gibt es nämlich ein großes Resonanzversprechen, dass das Volk Gottes Kirche ist und daher wirksam Kirche gestalten, mit eigener Stimme sprechen kann und dies eine wirksame Wechselwirkung erzeugt. Um so größer aber das Versprechen um so größer die Erwartungen derer, die nach dem Konzil mit Verve angetreten sind, diese Kirche zu gestalten, zu prägen und auch zu verändern – hauptamtlich wie ehrenamtlich.

II. Vatikanum: ein großes Resonanzversprechen, das sich nicht erfüllt hat.

Hinzu kommt, dass die gleichen Personen den Eindruck erwecken, dass sie nicht nur keine Resonanz erzeugen können, sondern umgekehrt kaum mehr affiziert und berührt werden. Dies dürfte sich wohl auf das beziehen, was Kirche ihnen persönlich zu bieten hat: Die Gottesdienste scheinen auch die nicht mehr zu nähren, die für sie verantwortlich sind; von den Personen, die diese Kirche repräsentieren, scheint kaum ein Funke mehr überzuspringen – wie auch, wenn sie wütend und müde sind.

Offen ist, ob sich der Mangel an Resonanz auch auf die vertikale Resonanzachse der Religion bezieht. Wenn die Spätmoderne mit dem Verstummen der Resonanzachse der Religion einhergeht, legt sich die Vermutung nahe, dass auch kirchliche Mitarbeitende von dem möglichen Verstummen der Resonanzachse der Religion betroffen sind. Religion, so Rosa, besagt ja, dass die Urform des Daseins eine Resonanzbeziehung ist, nämlich da ist eine/r, der/die mir antwortet und entgegenkommt. Die Wechselbeziehung gegenseitiger Anverwandlung gerät ins Wanken, wenn die eine Seite der Beziehung in der Spätmoderne unter Plausibilitätsdruck geraten ist, und dies auch in der eigenen Gottesbeziehung des haupt- oder ehrenamtlichen Christen.

Offen ist, ob sich der Mangel an Resonanz auch auf die vertikale Resonanzachse der Religion bezieht. Wendet man Rosas Resonanztheorie auf die Krise der Kirche an, wird deutlich, wie weitreichend die Zukunftsprozesse der Diözesen, von denen der Rottenburger nur einer ist, gehen müssen. Eine Verkürzung solcher Prozesse auf ein bisschen Strukturveränderung oder ein wenig Pastoralkorrektur ist nicht zielführend. Ich bin daher froh, dass die „Ich-Aussage“ meiner Kollegen/innen aufdeckt, was im Sinne eines Zeichens der Zeit aufgedeckt werden muss.

 

Eine Rezension von Rosas Buch durch Michael Schüßler folgt in Bälde auf feinschwarz.net.

 

Wir hören genau hin ... . Hearing 2016

Vertreterinnen und Vertreter verschiedener diözesaner Berufsverbände trafen sich auf der Liebfrauenhöhe in Ergenzingen mit dem Team der Prozessteuerung "Kirche am Ort - Kirche an vielen Orten gestalten".

Ziel der Hearings war genau hinzuhören, wie die hauptberuflichen Mitarbeiterinen und Mitarbeiter den Entwicklungsprozess aufnehmen. Die verantwortlichen Vertreterinnen und Vertreter gaben sehr offen und sehr klar wieder, wie es bei den pastoralen Diensten, aber auch bei Pfarrsekretärinnen gerade Stand der Dinge ist.

 

Auf der facebook-Seite des Kirchenetwicklungsprozesses werden derzeit einzelne Statements zur breiteren Diskussion gestellt:https://www.facebook.com/groups/1734968043382708/

Jede Menge Herz in Herbrechtingen

Die Auftaktveranstaltung des Dekanats Heidenheim zum Entwicklungsprozess „Kirche am Ort - Kirche an vielen Orten gestalten“ hat am 12. Juni 2016 viele beeindruckt. Aus allen sechs Seelsorgeeinheiten, der italienischen muttersprachlichen Gemeinde und dem Dekanatsrat waren Frauen und Männer zusammengekommen, um ihren Rucksack für den Weg in die Zukunft zu packen. Jeder hatte ein eigenes Symbol dabei. Diese gingen von vertrauten Gegenständen über Besonderheiten bis hin zu tiefgründigen Symbolen, die Vergangenheit und Zukunft zusammenbrachten. Durch die meisten Symbole zog sich als roter Faden ein starkes Bemühen durch, Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen Weg zu ermöglichen, Kirche als zukunftsfähig zu erleben. Hier beginnt das Dekanat nicht am Nullpunkt, sondern hat sich über die vergangenen Jahre mehr und mehr diesen Belangen geöffnet.

Im Gottesdienst, der von einer Vielzahl von ganz unterschiedlichen Professionen bespielt und durchgeführt wurde, stand der Dekanatsrucksack im Mittelpunkt. Ilse Ortlieb, die als Dekanatsreferentin den Entwicklungsweg zusammen mit dem Prozessteam maßgeblich begleitet, stellte ihn als Weg in die Zukunft vor. Beim anschließenden Empfang im Gemeindesaal zeigte sich der aus Rottenburg angereiste Referent der Hauptabteilung Pastorale Konzeption, Wolfgang Müller, sehr beeindruckt und erfreut über die hohe Motivation, die in diesem Auftakt zu spüren sei. Mit seinem Partner Wolle, dem Schaf, entspann er kurzweilig, aber tiefgründig, dass die Herde Jesu Christi keinen Aktionismus, sondern vertrauen brauche. Dabei betonte er, dass die Gemeinden ja nicht bei Null beginne, sondern alle in den zurückliegenden Jahren schon zahlreiche Veränderung erlebt haben. Über das große Herz für die Jugend zeigte sich der ehemalige Leiter der Jugendkirche Ludwigsburg besonders erfreut. Nach dem am selben Wochenende zueende gegangene Jugendforum der Diözese zeige das Dekanat Heidenheim, wie aus Worten schon jetzt taten geworden sind.

Das Schicksal der gelben Gießkanne

Einsam steht sie da, verloren und anscheinend nicht mehr brauchbar in der ansonsten bestens sortierten Teeküche im Bischöflichen Ordinariat. Sie wird nicht mehr fürs Gießen gebraucht. Es gibt größere, neuere und zweckmäßigere Gefäße. Deshalb kann sie weg.

Es liegt vermutlich daran, dass ich als Schwabe  - genetisch bedingt - sowieso nur unter Lebensgefahr Sachen wegschmeisse. Ansonsten "ka mr's beschtimmt no irgendwenn fier ebbes braucha". ...So auch dieses Giesskännle. Zugegeben fällt mir im Moment kaum etwas Sinnvolles ein. Aber deshalb gleich wegwerfen? Das bringe ich einfach nicht übers Herz und über den Mülleimerdeckel. Deshalb behalte ich es und stelle es auf meinen Tisch. Da sieht es doch erstmal schön aus. Ok, und macht es noch unmöglicher, dort das zu tun, wofür dieser Ort einmal gedacht war: unverfügbar und damit frei zu sein, offen für das, was der Augenblick erfordert ...

Ich höre hier auf ... im Kopf bauen sich Bilder auf, in denen sich die gelbe Gießkanne mit der Situation von Gewohnheiten und einstigen Lieblingsthemen in Kirchengemeinden verbindet. Die Parallelen sind offensichtlich. Es ist leicht gesagt: "Weg damit! Platz für Neues!" Auch wenn "die" hundertmal Recht haben - "so ebbes macht mr doch it!".

Und so ist die Reaktion auf Veränderung - zumindest im schwäbischen Teil Deutschlands - nicht "wegschmeissen", sondern "behalten". Weil man sich schwertut, etwas, was früher einmal gut war, jetzt plötzlich sinnlos und verzichtbar zu finden.

Solange wir uns da nicht eingestehen, dass beides eine Berechtigung hat, wird Veränderung in Gesellschaft und Kirche nur zu weiterem Frust führen. Deswegen betont ‪#‎kircheamort‬ - der Entwicklungsweg der Diözese Rottenburg-Stuttgart so sehr, dass es auf die Haltungen ankommt: wertschätzen (" so a Kännele isch scho au praktisch, vor ällem, wenn mr scho sieba andere hot..."); erwarten ("etzt gucket mr mol, ob mr's it doch no fier ebbes braucha ka..."); vertrauen ("dr Herrgott wird scho wissa, fier was so a Kännele guat sich ..."); loslassen ("... moinscht wirklich, dass es eines Tages amol so weit komma wird ... ???").

Kisslegg - an vielen Orten mit Bischof Fürst

"Kirche, die hingeht" - Bischof Fürst besucht Kisslegg und staunt über zahlreiche Orte der Begegnung.

#KircheamOrt aktuell auf dem Katholikentag

Im Leibniz-Saal des Kongresszentrums stellten Dr. Johannes Warmbrunn, Sprecher des Diözesanrates und Domkapitular Matthäus Karrer zusammen mit Dr. Christiane Bundschuh-Schramm die Kernpunkte des diözesanen Entwicklungsprozesses "Kirche am Ort - Kirche an vielen Orten gestalten" vor.

Bereits eine halbe Stunde vor Beginn war der Raum heillos überfüllt mit Menschen aus allen Teilen Deutschlands. Das Interesse am Thema Kirchenentwicklung war allenthalben auf dem ganzen Katholikentag groß und das wurde auch in diesem Workshop deutlich. Im Unterschied zu Vortrags-und Diskussionsveranstaltungen bieten Werkstätten allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine aktive Mitgestaltung an.

Nach einer kurzen Einführung in die Besonderheiten des Rottenburger Entwicklungswegs waren die Anwesenden aufgefordert zu notieren, was sie persönlich brauchen um aufzubrechen. In den Beiträgen wurde deutlich, wie groß das Bedürfnis nach Transparenz und klaren Zielbeschreibungen quer durch die Republik ist.

Christiane Bundschuh-Schramm sprach von der "Kirche, die uns locken will" und skizzierte den Entwicklungsweg als Aufbruch vom vertrauten sicheren Ufer über den Fluß der Veränderung zum neuen Ufer, an dem Gott selber schon auf uns wartet. Anhand der Prozessmaterialien "Wie wir Kirche sehen" konnten die Teilnehmenden ihre Vorstellungen der Kirche des neuen Ufers beschreiben. Identität und Vernetzung waren wiederkehrende Begriffe, die mit Beschreibungen wie "wirkliche Begegnung findet statt" oder "in Bewegung bleiben" näher identifiziert wurden.

Für Domkapitular Karrer geht es im gesamten Prozess um die "Wozu-Frage" von Kirche. Damit stellte er die Inhalte eindeutig vor die Strukturen. Dr. Warmbrunn unterstrich die Bedeutung der lokalen Entwicklung und den Blickwechsel auf die Lebenswirklichkeiten der Menschen, in denen sich Evangelium genauso ereigne wie in den gewohnten Gleisen.

Im Anschluss war genügend Zeit, um nachzufragen und eigene Erfahrungen von Kirchenentwicklung einzubringen. Für alle ermutigend ist das Vertrauen auf Gott, der alle diese Wege nicht nur mitgeht, sondern sich bereits im Erkunden des Neuen zeigt.

Pastorales Neuland entdecken

 

 

Podium: Pastorales Neuland entdecken
Katholikentag in Leipzig 28. Mai 2016

 „Jedes Bistum ist dabei, das Rad neu zu erfinden“, stellte Moderator Klaus Nientiedt beim Podium „Pastorales Neuland entdecken“ der Konferenz der Diözesanräte Mitte-Südwest am 28. Mai im Haus Leipzig fest. Dabei unterscheiden sich die Ausgangsbedingungen – die einen drängt laut Domkapitular Matthäus Karrer (Diözese Rottenburg-Stuttgart) die finanzielle Not, die andern ziehen Konsequenzen aus Personalhochrechnungen, die dritten suchen eine inhaltliche Neuausrichtung, um angesichts gesellschaftlicher Veränderungen zukunftsfähig zu bleiben. Doch die Fragestellung ist überall dieselbe: Wie kommt die Kirche wieder näher zu den Menschen? Können XXL-Gemeinden wirklich die Lösung sein?

 Die vier Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass es einen Blickwechsel braucht.

Markus Konkolewski, Leiter des Bereichs Kommunikation, Steuerung und Organisationsentwicklung des Bistums Magdeburg, plädierte für die Umsetzung überschaubarer Projekte, „die Lust machen“, anstatt eine Gesamtlösung für die alten Strukturen zu suchen. Statt „Was geht noch?“ könne man die Frage stellen: „Was geht jetzt wieder?“ Dies bewähre sich in den ostdeutschen Bistümern, die stärker unter dem Gläubigenmangel leiden als unter Priestermangel, hauptsächlich weil die jungen Leute in den Westen ziehen, „wo sie lokal ankommen, aber nicht bei der Kirche“.

 „Wir müssen neu entdecken, eucharistisch zu leben“ H.Schönemann

„Wir bieten nicht an, was wir haben; wir hören und sehen nicht, was Menschen brauchen“, so analysierte Ingeborg Schillai, Präsidentin der Diözesanversammlung Bistum Limburg, die westdeutsche Situation. Sie setzt auf das gemeinsame Priestertum: „Alle Menschen sollten erkennen, dass sie auf Grund ihrer Taufe und Firmung Verantwortung haben – und zwar nicht nach dem Motto ‚was muss noch gemacht werden‘, sondern ‚was kann ich? was ist meine Begabung?‘.“ Anstatt zu warten, bis die Leute kommen, sollten Christen „dahin gehen, wo Menschen etwas von Kirche brauchen, in die Schule, ins Krankenhaus.“ Damit trifft sie sich mit Karrers Ansatz: „Es braucht eine Haltung, den veränderten Lebensverhältnissen der Menschen gerecht zu werden.“ Karrer plädierte dafür, nicht nur das Ehrenamt innerhalb der Kirche wertzuschätzen, sondern gerade auch das Ehrenamt von Christen in weltlichen Bezügen.

Hubertus Schönemann, Leiter der Katholischen Arbeitsstelle für missionarische Pastoral in Erfurt, mahnte, es sei zu wenig, sich um die Versorgung mit Eucharistie zu sorgen. Eucharistie könne nur gefeiert werden, wo auch eucharistisch – aus einer Haltung der Hingabe und Dankbarkeit – gelebt werde.

 „Große Räume haben Vorteile“ H.Schönemann

Hubertus Schönemann provozierte einen erweiterten und theologisch tieferen Denkhorizont hinsichtlich des Gemeinde- und Amtsverständnisses: „Priestermangel haben wir nur in einem bestimmten Verständnis von Kirche und Priesteramt.“ Die Frage sei nicht, wie man es hinbekomme, dass Priester übersichtlich die Gemeinden steuerten. „Eine Pfarrei kann groß sein, wenn sich nicht alle kennen müssen, sondern wenn kleine Gemeinschaften in der Gemeinde den Glauben leben.“ Große Einheiten haben laut Schönemann durchaus Vorteile, denn sie bieten “die Chance, unterschiedliche Lebenswirklichkeiten in den Blick zu bekommen und darauf zu reagieren.“ Als Beispiel nannte er Aachen, wo sich innerhalb einer Gemeinde verschiedene Personalgemeinden entwickeln – eine Jugendkirche, ein Angebotsspektrum für ästhetisch Anspruchsvolle und anderes Milieugerechtes.

Schönemann sprach sich aus theologischen Gründen für territoriale Gemeinden aus, „denn das ist uns von Gott anvertrauter Raum“. Was in den letzten Jahrzehnten zusammengefallen sei, müsse jetzt wieder getrennt und neu gedacht werden: die territoriale „Pfarrei“ und die aus Beziehungen bestehende „Gemeinde“.

 „Was brauchen die Menschen, die mit uns zusammenleben?“I. Schillai

Schönemann warnte davor, angesichts vieler Strukturfragen die zentrale, die „missionarische“ Frage zu vergessen: „Wozu ist Kirche da? Welche Sendung haben wir Christen?“ Erst wenn dies beantwortet sei, könne man fragen, welche Strukturen geeignet sind, diese Sendung zu erfüllen. Viel Applaus erntete sein Appell „Wir brauchen Priester, die sich selber nicht so wichtig nehmen, die unterstützen, wie Getaufte ihre Sendung wahrnehmen.“ Karrer unterstrich, priesterliche Berufung sei nicht von einer bestimmten Sozialform der Kirche abhängig. ER selber sei im Jugenddachverband BDKJ, in der Gemeinde, im Dekanat Priester gewesen und sei es jetzt im Ordinariat. Im Blick auf die jungen Priester hoffe er auf den „Franziskuseffekt“. Er habe den Eindruck, dass nach einer Phase der Konzentration auf Lehramt und Regelkonformität jetzt wieder mehr Priesternachwuchs nach der dienenden Dimension des Priesteramts frage.

 „Räte sind ein Schatz“M. Karrer

Räte und Gremien sind eine zukunftsfähige Komponente der Kirche, ergab die Diskussion. „Rätestruktur erzeugt immer Reibung, dennoch bin ich ein glühender Vertreter davon“, bekannte Matthäus Karrer und betonte, sie dürften nicht als „Abnickgremium“ aufgefasst werden. Ingeborg Schillai wies auf die Gefahr hin, dass sie angesichts ihrer inzwischen selbstverständlichen Akzeptanz die inhaltliche Auseinandersetzung vernachlässigten.

 „Ohne Ökumene geht Zukunft für Kirche gar nicht.“M Konkolewski

Dem Publikum lag für die Zukunft der Kirche die Ökumene am Herzen. Hubertus Konkolewski macht im Bistum Magdeburg die Erfahrung: „Der Erfolg ist größer, und es macht mehr Spaß.“

 zur Präsentation

Cäcilia Branz
Diözesanrat und Priesterrat Rottenburg-Stuttgart

Begegnen, vernetzen, beteiligen

Tagung zur nachhaltigen Integration von Flüchtlingen im ländlichen Raum

 HEILIGKREUZTAL - Aus verschiedenen Teilen Baden-Württembergs kamen 130 Personen im Kloster Heiligkreuztal zu einer Tagung zum Thema „Die Flüchtlingsfrage entscheidet sich im ländlichen Raum – Nachhaltige Integration als gemeinsame Herausforderung von Kirche und Kommune“ zusammen. Sie alle sind mit Flüchtlingen und der Frage nach deren Integration beschäftigt: Ob als Ehrenamtlicher in einem der zahlreichen Helferkreise, als Bürgermeister einer ländlichen Gemeinde, als Mitarbeiterin im Landratsamt oder als Referentin in einer Bildungseinrichtung. Eingeladen hatten der K-Punkt Ländliche Entwicklung im Kloster Heiligkreuztal, der Gemeindetag Baden-Württemberg, die Akademie Ländlicher Raum Baden-Württemberg und der Verband kath. Landvolk sowie zahlreiche Kooperationspartner aus kirchlichem und kommunalem Bereich.

Die Redner aus den unterschiedlichen Bereichen waren sich einig, dass der ländliche Raum maßgeblich zur Integration von Flüchtlingen beitragen kann und muss. Künftig werde es laut Dr. Joachim Drumm, Leiter der Hauptabteilung Kirche und Gesellschaft der Diözese Rottenburg-Stuttgart, nicht mehr darum gehen ob wir Migranten aufnehmen, sondern wie Integration in einer globalen Welt funktionieren kann. Deutlich wurde auch, dass die Bürgerinnen und Bürger mitgenommen werden müssen und nicht vor vollendete Tagsachen gestellt werden dürfen. „Stellen Sie Diskussionsplattformen zu Verfügung. Wenn die Bevölkerung ihre Fragen stellen können, können auch Ängste abgebaut werden“, ermutigte Hartmut Alker vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg. Die Kirche habe laut Dr. Thomas Broch, Flüchtlingsbeauftragter der Diözese Rottenburg-Stuttgart, einen besonderen Auftrag zur Integration. Sie habe dabei kein Sonderwissen, aber eine spezifische Erfahrung. Die Kirche verstehe sich schon lange als Weltkirche, die überall da sei, wo Menschen an Jesus Christus glauben. „Im Fremden begegnet uns der gekreuzigte und auferstandene Herr. Das ist der Horizont vor dem wir als Christen diese Fragen thematisieren“, so Broch.

Die Vernetzung zwischen Kirche, Kommune und Vereinen sei im Hinblick auf die anstehenden Aufgaben unabdingbar. Integration gehe alle an. Als Anker der Integration schlug Steffen Jäger, Beigeordneter des Gemeindetags Baden-Württemberg, vor, in den Rathäusern einen Flüchtlingsmanager zu installieren. Dieser solle Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Integration sei. Hier sei die Finanzierung allerdings noch nicht klar. Jäger forderte einen Masterplan zur Integration, denn Staat und Gesellschaft das Recht und die Pflicht haben festzulegen, wie Integration gelingen kann.

 Kerstin Leitschuh

 

MITEINANDER. Begegnungstag St. Martin

 

 

Am 1.1.2015 wurde in Stuttgart die Gemeindefusion St. Ottilia - St. Rupert - St. Martin mit San Martino vollzogen. Zur konstituierenden KGR-Sitzung im Mai 2015 machte Pfarrer Christoph M. Schmitz den Vorschlag, nach einer sehr langen Strecke mit vielen Strukturdebatten, einen Begegnungstag der engagierten Gruppen zu initiieren, entsprechend einem viel geäußerten Bedürfnis, sich kennen zu lernen.

Damit die KGRs gut ins "feeling" für die Gemeindeleitung und pastorale Herausforderungen in unseren Stadtbezirken reinkommen, wurden sie als "Kundschafter" in die Gruppen losgeschickt, um die engagierten "Profis" zu befragen und "Botschafter" aus den Gruppen einzuladen, in zwei "Botschaftertreffen" miteinander einen Begegnungstag zu entwickeln (von der Basis her), auf dem wir uns als Gemeinde mit unserer Botschaft zeigen wollten. - Ein überraschend anderes Konzept als die bekannten Gemeindefeste.

Eine 6-köpfige Vorbereitungsgruppe hat den Prozess über 9 Monate vorangebracht, jede/r verantwortlich für ein Ressort. Hier war schon zu spüren, dass diese Gruppe herzhaft "Zug" hatte - es waren Leute, die außer praktischen Fähigkeiten mit "biblischem Training" (KCG, Wort-des-Lebens, Abendrot-Liturgie u.a.) eine geistliche Perspektive mitbrachten und damit die Fähigkeit, pastoral zu "sehen". Wir haben darauf geachtet, dass die Treffen konzentriert und knackig den Prozess in der Vorbereitung auf den Tag sichtbar machten. Bald zeichnete sich ab, dass sich lokale Befindlichkeiten zu relativieren begannen; die Lust der Beteiligten, sich in einem gemeinsamen AUFTRAG zu verbinden überwog deutlich.

Am Samstag, 23. April 2016 fand er nun statt. In der Stadthalle im Hallschlag hieß es: "MITEINANDER. Begegnungstag St. Martin". Tolle Beiträge aus allen Grunddiensten von engagierten Gemeindemitgliedern und Einrichtungen, mit denen wir vernetzt sind; sie haben gespürt, dass sie wichtig sind und eine Botschaft haben, die spannend ist.
Integration ereignete sich "im Spiel". Viele gute Kräfte wachen dabei auf (siehe auch ein selbstverfasstes Gebet, mit dem jemand den Tag mitgetragen hat.) 
Der Bezirksbürgermeiser meinte angesichts der bunten, vollen Halle, das sei ja ein richtiger Katholikentag! Solche Pastoral macht einfach Spaß! - Und es zeigt mir einmal mehr, wie sehr wir alle zusammen, Hauptberufliche wie Ehrenamtliche geistliches Futter brauchen, damit unsere Gemeinden in unserer Diözese mit business as usual nicht nur zu Tode verwaltet werden. Von dem Tag kann man zehren, es ist Aufbruchstimmung zu spüren, die wir hoffentlich gut begleiten können.
 
Christoph M. Schmitz

Gebet einer Teilnehmerin am Begenungstag St. Martin

Gebet - Gottes Volk

Wie wunderbar ist die Vielfalt, oh Herr,
mit der Du uns geschaffen hast.
Wie verschieden wir doch alle sind,
jeder in seiner Einmaligkeit.

Selbst, wenn wir aus einer Familie, die gleichen Wurzeln,
so ist doch keiner gleich, jeder verschieden.
Eine große Buntheit, oh Herr, hast Du in und durch uns geschaffen,
eine Buntheit, um einander gut zu unterstützen und zu ergänzen.

So ist es wie in einem Getriebe mit vielen Zahnrädern,
fehlt eines oder fällt eines aus, so steht das Ganze still.

Herr, öffne uns die Augen für jeden Einzelnen,
für dessen Wirken - mag es noch so klein sein.
Du hast uns zusammengeführt und so geschaffen,
zu Deinem heiligen Getriebe.

Du hast Dir Dein Volk erschaffen,
uns zusammengeführt in Deinem Namen.
Lass uns das so erkennen und leben,
dankbar für die Vielfalt und Buntheit.

Vielfältig ist auch das, was wir bieten,
bieten für andere, die zu uns kommen;
für andere die Angebote,
damit sie sich bei uns willkommen und aufgenommen fühlen.

Vielfältigkeit zeigt dieses Fest,
dieses Miteinander in mitten der Welt,
einer Welt, die noch eine ganz andere Vielfalt bezeugt,
die Vielfalt der Landschaften, der Pflanzen und Tiere.

Oh Herr, lass uns jeden Tag neu diese Vielfalt und Genialität entdecken,
in der Schöpfung, der Welt und den vielen Gesichtern,
in denen, in unserer Stadt und der Gemeinde.

Gib uns die notwendige Ehrfurcht im Umgang miteinander,
damit wir diesen Schatz hüten, nicht beherrschen.

Stärke jeden Einzelnen in seiner Einmaligkeit,
lass ihn seine Talente und Gaben erkennen, diese auch einsetzen, dort,
wo Du den Einzelnen siehst und vorgesehen hast.

Lass uns wachsen in Deiner Nachfolge,
Deiner grenzen- und bedingungslosen Liebe.
Lass uns wachsen im guten Umgang miteinander,
in der Wertschätzung dessen, was der andere ist und tut.

So halte segnend und schützend, liebevoll und barmherzig
Deine allmächtige Hand über uns und über dieses Fest des Miteinanders.

Schenke uns viele gute Begegnungen,
viele gute Erfahrungen, viele berührenden Zeugnisse und
viel Freude in friedlicher Ausgelassenheit, im Miteinander.

Du, Herr, in Deiner Herrlichkeit,
Dich preisen wir und loben Dich,
Dir, Herr, öffnen wir unsere Herzen,
um mit Dir und durch Dich zu wachsen, zu wirken, zu lieben.

Amen.

 

Christiane Maria Haid M.A. OFS 22.04.2016

Gebet einer Teilnehmerin am Begenungstag St. Martin

Gebet - Gottes Volk

Wie wunderbar ist die Vielfalt, oh Herr,
mit der Du uns geschaffen hast.
Wie verschieden wir doch alle sind,
jeder in seiner Einmaligkeit.

Selbst, wenn wir aus einer Familie, die gleichen Wurzeln,
so ist doch keiner gleich, jeder verschieden.
Eine große Buntheit, oh Herr, hast Du in und durch uns geschaffen,
eine Buntheit, um einander gut zu unterstützen und zu ergänzen.

So ist es wie in einem Getriebe mit vielen Zahnrädern,
fehlt eines oder fällt eines aus, so steht das Ganze still.

Herr, öffne uns die Augen für jeden Einzelnen,
für dessen Wirken - mag es noch so klein sein.
Du hast uns zusammengeführt und so geschaffen,
zu Deinem heiligen Getriebe.

Du hast Dir Dein Volk erschaffen,
uns zusammengeführt in Deinem Namen.
Lass uns das so erkennen und leben,
dankbar für die Vielfalt und Buntheit.

Vielfältig ist auch das, was wir bieten,
bieten für andere, die zu uns kommen;
für andere die Angebote,
damit sie sich bei uns willkommen und aufgenommen fühlen.

Vielfältigkeit zeigt dieses Fest,
dieses Miteinander in mitten der Welt,
einer Welt, die noch eine ganz andere Vielfalt bezeugt,
die Vielfalt der Landschaften, der Pflanzen und Tiere.

Oh Herr, lass uns jeden Tag neu diese Vielfalt und Genialität entdecken,
in der Schöpfung, der Welt und den vielen Gesichtern,
in denen, in unserer Stadt und der Gemeinde.

Gib uns die notwendige Ehrfurcht im Umgang miteinander,
damit wir diesen Schatz hüten, nicht beherrschen.

Stärke jeden Einzelnen in seiner Einmaligkeit,
lass ihn seine Talente und Gaben erkennen, diese auch einsetzen, dort,
wo Du den Einzelnen siehst und vorgesehen hast.

Lass uns wachsen in Deiner Nachfolge,
Deiner grenzen- und bedingungslosen Liebe.
Lass uns wachsen im guten Umgang miteinander,
in der Wertschätzung dessen, was der andere ist und tut.

So halte segnend und schützend, liebevoll und barmherzig
Deine allmächtige Hand über uns und über dieses Fest des Miteinanders.

Schenke uns viele gute Begegnungen,
viele gute Erfahrungen, viele berührenden Zeugnisse und
viel Freude in friedlicher Ausgelassenheit, im Miteinander.

Du, Herr, in Deiner Herrlichkeit,
Dich preisen wir und loben Dich,
Dir, Herr, öffnen wir unsere Herzen,
um mit Dir und durch Dich zu wachsen, zu wirken, zu lieben.

Amen.

 

Christiane Maria Haid M.A. OFS 22.04.2016

Katholisches Dekanat Balingen eröffnet Prozess zur lokalen Kirchenentwicklung

„KiamO“ sind die fünf Buchstaben, die derzeit im Katholischen Dekanat Balingen in vieler Munde sind.
Hinter der Abkürzung verbirgt sich der Prozess „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“, welchen das Dekanat am vergangenen Sonntag offiziell gestartet hat. Dekan Anton Bock  konnte in der Wallfahrtskirche auf dem Palmbühl 100 haupt- und ehrenamtliche Vertreter und Vertreterinnen der Seelsorgeeinheiten und Kirchengemeinden aus dem ganzen Dekanat begrüßen.

Dekanatsreferent Achim Wicker sprach in seiner Hinführung von „einem starken Zeichen für die lokalen Kirchenentwicklung“ angesichts des großen Interesses. Vom Palmbühl ging es zu Fuß zur Schömberger Grundschule, um so auch ganz direkt zu erfahren, was Zeichen einer neuen „Geh-hin-Kirche“ sein kann, welche die Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit wahr und ernst nimmt und dorthin geht, wo die Menschen sind.

Vor der Grundschule präsentierte das Prozessteam exemplarisch, wie Kirche für die Menschen am Ort Schule aussehen kann. Michael Elmenthaler, Koordinator für den Prozess in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, erläuterte dann in der Zehntscheuer im Detail, was auf die Seelsorgeeinheiten in den nächsten Jahren zukommt, wenn sie sich für den Prozess entscheiden. Die Realitäten vor Ort gilt es in den Blick zu nehmen, dabei mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen und dann zu schauen und zu entscheiden, welche Kirche am Ort und für die Menschen man sein will. Dabei ist es auch wichtig, zu schauen, wer Partner sein kann.

Im Anschluss stellte Dekan Anton Bock das Prozessteam vor, welches im Dekanat die Entwicklung begleitet. Diesem gehören an: Dr. Petra Graf (Ebingen), Rita Koch ( Balingen), Monika Spiegler (Onstmettingen), Elisabeth Eckenweber (Weilen unter den Rinnen), Manuela Mayer (Regionalleiter der Caritas Schwarzwald-Alb-Donau), Dekanatsreferent Achim Wicker und Dekan Anton Bock. Feierlicher Höhepunkt des Auftakts war die Andacht in der Schömberger Stadtkirche St. Peter und Paul, welche vom Prozessteam gestaltet wurde. Danach ging es noch mit 80 Teilnehmern in den Gasthof Staudamm zum gemütlichen Beisammensein und Austausch – auch so geht Lebenswirklichkeit.

 

An vielen Orten Kirche neu entdeckt

Tobias Haas – Seelsorger für Familien mit behinderten Kindern – bei der Aktion, eine Rollstuhlfahrerin mit 12 weiteren Personen auf einen kleinen Teppich zusammen zu bringen

Ehrenamtliche unterwegs im Dekanat Esslingen-Nürtingen

„Das ist gelungene Inklusion!“ rief Tobias Haas, Seelsorger für Familien mit behinderten Kindern. Eine Rollstuhlfahrerin war Mittelpunkt geworden anstatt Hindernis. Mit dieser beeindruckenden Interaktion begann die Busfahrt für 50 katholische Ehrenamtliche aus dem Dekanat Esslingen-Nürtingen im Jugendhaus St. Antonius in Wernau. „Kirche an vielen Orten erfahren“, war das Motto der Dekanatsfahrt am vergangenen Samstag. Im Rahmen des diözesanen Entwicklungsprozesses „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“ waren Mitglieder der Kirchengemeinderäte und ehrenamtlich Engagierte eingeladen.

In Nürtingen gaben die Mitarbeiter des „Fokus Familie“ einen Einblick in ihre Arbeitsbereiche. Von der Schwangerschaftsberatung über die Familienpflege und Gehörlosenseelsorge bis hin zur Psychologischen Familien- und Lebensberatung findet sich im Fokus Familie in der Werastraße 20 alles unter einem Dach. Durch die beeindruckende Vernetzung und Kooperation der verschiedenen Dienste ist es möglich, schnelle und konkrete Hilfe zu leisten. So konnte einer in Not geratenen schwangeren Frau mit behindertem Kind innerhalb von drei Tagen eine Familienpflegerin zur Seite gestellt werden.
Ein Höhepunkt der Busfahrt durch den Landkreis Esslingen war der Besuch der S21-Baustelle in Weilheim. Dort hatten die Teilnehmer die Möglichkeit einen Einblick in die Arbeitswelt von Betriebsseelsorger Peter Maile zu bekommen. „Durch den Peter erleben wir Kirche ganz anders“, sagt Armin Stauss, Bauleiter der österreichische ARGE. Peter Maile sucht den direkten Kontakt zu den Arbeitern während ihrer Schicht im Tunnel oder am Feierabend in den Wohncontainern. Es geht um Beziehungsthemen, um Mobbing, Einsamkeit, Trauer und Tod. Maile sagt von sich selbst, er sei der Einzige in diesem Betrieb, der Zeit hat. Er ist ein neutraler Ansprechpartner für die Bauarbeiter. Bei ihm steht der Mensch im Mittelpunkt, nicht dessen Leistung. Kirche bekommt hier ein konkretes Gesicht.
In Ruit, dem jüngsten Dekanatsmitglied, das vor einem Jahr zusammen mit Kemnat zum Dekanat Esslingen-Nürtingen stieß, gab Pastoralreferentin Brita Groß Zeugnis ihrer Arbeit als Klinikseelsorgerin. Brita Groß erzählte von den Angehörigen einer Frau, die seit sieben Jahren im Wachkoma liegt. Deren Zustand verschlechterte sich markant und dennoch redete niemand über den Tod. Groß bricht das Eis, spricht über das Ende der lebenserhaltenden Maßnahmen, über Tod und Abschied. Und wie so oft, spürte sie Erleichterung bei den Angehörigen, dass sie als Seelsorgerin den Mut hatte, Klartext zu reden.
Am Ende der Dekanatsfahrt bedankte sich eine Frau aus Denkendorf bei Dekanatsreferentin Barbara Strifler, Organisatorin der Fahrt. Sie sei seit Jahrzehnten in der Kirche aktiv, aber heute habe sie nochmals einen ganz neuen Einblick bekommen, wo und wie Kirche vor Ort präsent ist. Die vielen Gesichter und die dazugehörigen Geschichten nehme sie als Ermutigung für ihr Engagement mit.
Neben den genannten kirchlichen Diensten stellten sich auch das Jugendreferat Esslingen-Nürtingen (Julia Eberle), die Fachstelle Kirche und Schule (Nicole Schmieder), die Kirchenmusik (Thomas Specker), die Katholische Erwachsenenbildung (Dr. Emanuel Gebauer), die Notfallseelsorge (Gabriele Greiner-Jopp) und die Familienpastoral (Gabriele Leuser-Vorbrugg) vor. So wurde ersichtlich, dass viele verschiedene kirchliche Orte zusammen Kirche im Dekanat bilden. Dies zu erkennen und sichtbar werden zu lassen, ist eines der Ziele des Entwicklungsprozesses von „Kirche am Ort“.

Das Katholische Dekanat Esslingen-Nürtingen erstreckt sich über den Landkreis Esslingen. Es umfasst 34 Kirchengemeinden und jeweils vier italienische und kroatische katholische Gemeinden. Die Kirchengemeinden sind in 14 Seelsorgeeinheiten zusammengefasst. Fast 120.000 Katholiken leben im Dekanat. Die Leitung des Dekanats liegt bei Dekan Paul Magino und seinem Stellvertreter Pfarrer Martin Schwer in Zusammenarbeit mit dem Dekanatsrat, der Geschäftsstelle und der Rechnungsführung.

 

PM: Ute Rieck, Dekanatsreferentin für Öffentlichkeitsarbeit

Wandern im Zeichen St. Martins

Auftakt zum Samstagspilgern im Dekanat Ludwigsburg

Fachtag Ehe- und Familienpastoral

Fachtag Ehe- und Familienpastoral 6. April 2016
„Familienorientierung im Wandlungsprozess – beziehungsfördernde Pastoral in Gemeinden stärken“

Bericht für KS von der Fachtagung am 6.4.2016 im Tagungshaus St. Antonius , Wernau

Der Titel mag vielleicht etwas sperrig klingen – die Sache ist es ganz und gar nicht. Wie können in der Pastoral Paare und Familien in den Blick kommen? Und wie erfahren sie, dass „Kirche am Ort und an vielen Orten“ ein Lebensraum sein kann, der hilft, gut miteinander zu leben?

Zu diesem Thema hatten der Fachbereich Ehe und Familie, das Institut für Fort- und Weiterbildung und die Hauptabteilung Pastorale Konzeption eingeladen. Es kamen 26 Interessierte  - zum Teil ganze Seelsorgeteams, die das Thema „Familie“ als Schwerpunktthema ihrer Arbeit gewählt hatten.

 Am Vormittag führte Fau Dr. Zwicker-Pelzer, Professorin für Beratung und Erziehungswissenschaften, kompetent und lebensnah in den „ganz normalen Wahnsinn“ des komplexen Familienlebens ein. Es ist eine Herausforderung, eine Familie zu gründen, Kinder ins Leben zu belgeiten und sich bei alldem als Paar nicht aus den Augen zu verlieren. Gerade bei den Lebensübergängen sind da schwierige Zeiten und Krisen ganz normal. Manchmal zerbrechen Lebensentwürfe daran, sie sind jedoch auch eine Chance, zu wachsen, und so können aus Krisen Wendepunkte werden.  Diese Lebensübergänge zu begleiten - ermutigend, vernetzend und unterstützend - ist eine wichtige Aufgabe für die Pastoral. Die Referentin betonte, dass es gerade in schwierigen Situationen wichtig ist, die Zukunft in den Blick zu nehmen und den Fokus auf das Gelingende zu legen. Dass es Orte und Momente gibt, wo Menschen einander von ihren Erfahrungen und Hoffnungen erzählen. Dabei kann die frohe Botschaft, dass Gott uns diese Zukunft verheißt,   ermutigen und so einen Horizont eröffnen.

Am Nachmittag  wurde in Gruppen die Umsetzung in die konkrete Arbeit konkretisiert:

Familie als pastoraler Ort (Mechthild Alber, Fachb. E+F),
Willkommenskultur  in Gemeinden (Beate Gröne, Familienbund),
Wenn Kinder auffallen /schwierg werden (Ulrike Mayer-Klaus, Institut  FWB),
Angebote für Paare nach der Familienphase( Johanna Rosner-Mezler, Fachb. E+F)

 

Dabei wurde deutlich, dass die christliche Religion in ihren Sakramenten und Ritualen ein Wissen um die Bedeutung der Lebensübergänge hat, an denen uns Gottes Zuspruch ermutigen und bestärken kann.  Dies sind auch Chancen, um mit Menschen (wieder)  in Kontakt zu kommen, wobei unsere Haltung darüber entscheidet, ob dies gut gelingt. Oft ist man dann erstaunt, wieviel an „Glaube, Hoffnung und Liebe“ in Familien gelebt wird, die man im normalen Gemeindealltag kaum zu Gesicht bekommt. Es geht aber auch darum, an die Orte zu gehen, wo Familien sind, und darum zu wissen, was es an hilfreichen Einrichtungen und Angeboten außerhalb des eigenen Tuns noch gibt.

Dr. Jörg Kohr von der Hauptabteilung Pastoral verknüpfte am Ende die Ergebnisse mit dem Prozess Kirche am Ort – und an vielen Orten“. Die positiven Erfahrungen der gemeinsamen Veranstaltung sollen künftig fortgeführt werden.

 Mechthild Alber, Fachbereich Ehe und Familie , ehe-familie@bo.drs.de

 

Resonanz zu „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“ unter dem Eindruck des Tages:

- Wertschätzend – bedingungslos angenommen sein, auch / gerade weil auffälliges Verhalten
- Wichtiger Ort: Trauvorbereitung, kess
- Vertrauen in das, was vor Ort in und mit den Lebenswirklichkeiten von Familien entsteht und sich entwickelt
- Familie als (Haus-)Kirche vor Ort bestärken und wertschätzen
- Den Familienbegriff an die Realität anpassen
- Vielfalt von spirituellen Formen
- Diakonische Familien-Pastoral
- Finanzielle Unterstützung für Familien (bei Angeboten der Kirche am Ort)
- Vernetzen von Jung und Alt
- Biographiearbeit
- Offenheit
- Wahrnehmen

Multimedial in Seitingen-Oberflacht

REPORTAGE-TOUR „Kirche an vielen Orten - multimedial in Seitingen-Oberflacht“

Die Kirche auf dem Berg in Seitingen-Oberflacht bleibt nicht verborgen. Wie im Evangelium prägt sie bei Tag und bei Nacht die Landschaft der Ostbaar nordwestlich von Tuttlingen.

Direkt neben der Kirche wohnt Pastoralreferent Alexander Krause mit seiner Familie im Pfarrhaus. Daran hat man sich inzwischen an vielen Orten gewöhnt.

Doch der gebürtige Oberschwabe verfügt noch über Begabungen, die in dem Dorf ganz besondere Impulse geben. Er hat einen eigenen Fernsehsender und nennt ihn „Kirchberg TV“.

Im Internet auf der Plattform von YouTube tummeln sich weltweit Millionen von Videobloggern. Die meisten von ihnen sind nach Einschätzung von Krause kirchenfern oder kirchenfeindlich. „Ich alleine kann das nicht ändern.“ Trotzdem hat er eine Leidenschaft für dieses Medium bei sich kultiviert: „Das muss dir Spaß machen, sonst kannst du das nicht machen.“ Entstanden ist die Idee, weil er seinen Firmlingen nicht nur Spaßbilder, sondern Erinnerungen weitergeben wollte. Beiträge über Firmwochenenden im Kloster und spirituelle Einheiten bis hin zu Erklärungen von geprägten Zeiten wie Weihnachten oder Ostern sind Hauptthemen seines TV-Kanals.

Die Rückmeldungen sind gut, das ist Krauses Motivation. Die Abonnentenzahlen sind es definitiv nicht: „JuliensBlog hat 1,3 Mio. Abonnenten - ich hab über hundert.“

Einen Teleprompter kann er sich nicht leisten, also kommt seine Botschaft einfach aus ihm heraus. An videotechnischen Gags arbeitet er mit Leidenschaft und entdeckt so für sich ständig weitere Möglichkeiten für seine Videodrehs.

 Was bringt seine Kreativität für die Entwicklung der Kirche am Ort?

Zunächst: ich spüre bei Alexander Krause, dass die Kamera einfach sein Medium ist. Durch seine Person und seine Eigenart Glaubensweitergabe frohen Mutes anzugehen, wird sein Glaube greifbar. Er selber sieht darin ebenfalls Hoffnungsfunken für die Kirche in Seitingen-Oberflacht: „Ich sehe viele Hoffnungszeichen. Ich spüre Sehnsucht nach kirchlichen Angeboten und eine Sehnsucht nach Gott.“

Dieser Sehnsucht gibt er auch in anderen Projekten Raum. So führte er Einheimische im Rahmen einer Spirituelle Dorfführung zu markanten Orten und zeigte u.a. an Tankstelle, Rathaus, Bach und Dorfwirtschaft, wie Gott in den alltäglichen Dingen zu finden ist. Neben Gemeindemitgliedern tauchen da auch Neugierige auf, die mit Kirche nicht viel am Hut haben, aber wissen wollen „mit welchen Augen sieht der mein Dorf, in dem sich schon ein Leben lang bin.“.

Alexander Krause gibt seinen Charismen Raum an zugegebenermaßen ungewöhnlichen Orten. Er will die Welt im Dorf nicht ändern, aber bereichern.

Und das kann man sehen, weit über den Kirchturm hinaus.

Link: https://www.youtube.com/channel/UCvxgCDd4NYhmiR29OxWtpeQ

 

Die Kirche am Ort nach außen tragen

Sybille Schwenk macht künftig Öffentlichkeitsarbeit im katholischen Dekanat Ostalb

Total vernetzt: von links Dekanatsreferent Tobias Kriegisch, die neue Presse- und Öffentlichkeitsreferentin des Dekanats Ostalb
Total vernetzt: von links Dekanatsreferent Tobias Kriegisch, die neue Presse- und Öffentlichkeitsreferentin des Dekanats Ostalb, Sybille Schwenk, und Pius Angstenberger. 
Thomas Siedler

Aalen sz Seit 1. Februar hat das katholische Dekanat Ostalb mit Sybille Schwenk eine neue Öffentlichkeitsreferentin. Sie ist jeweils vormittags im Haus der katholischen Kirche in Aalen, Weidenfelder Straße 12, erreichbar. Damit hat sie eine halbe Stelle angetreten, die von der Diözese Rottenburg-Stuttgart finanziert wird.

„Mit Sybille Schwenk konnten wir eine professionelle Journalistin gewinnen, die schon viele Jahre Pressearbeit geleistet und sich als Buchautorin einen Namen gemacht hat“, sagte Dekan Pius Angstenberger bei ihrer Vorstellung. „Die neue Öffentlichkeitsreferentin wird die nächsten fünf Jahre verbindlich die Arbeit des Dekanats auf schnellen und gemeinsamen Wegen nach außen tragen“, skizzierte Angstenberger die Funktion der neuen Stelle.

Die Diözese habe für die Öffentlichkeitsarbeit zehn neue volle Stellen geschaffen, die auf 25 Dekanate verteilt worden seien, erläuterte Tobias Kriegisch, mit Martin Keßler einer der beiden Dekanatsreferenten, denen Sybille Schwenk zugeordnet ist. „Sie wird in griffigen Texten unsere Arbeit in der Kirche der Region darstellen“, so Kriegisch. Menschlichkeit und diakonischer Auftrag stünden im Vordergrund.

Sybille Schenk produziert auf Papier und digitale Formate, die alle zwei Monate erscheinen und an die Gemeinden der acht Seelsorgeeinheiten im Dekanat gerichtet sind, das sich mit dem Ostalbkreis deckt. Die rund 1000 Exemplare gehen an die hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiter, an die Kirchengemeinderäte und die ehrenamtlichen Kräfte sowie an die Presse, liegen aber auch in den Kirchen auf. Das erste Format kommt auf Pfingsten heraus. Außerdem soll die bereits bestehende Homepage aktualisiert und auf den neuesten Stand gebracht werden.

Entwicklungsprozess in drei Phasen

Die neue Öffentlichkeitsreferentin steht schon mitten in ihrer Arbeit für einen Entwicklungsprozess, den die Diözese angestoßen hat, um die Kirche lebendig und greifbar zu machen, um sie an Plätze zu bringen, die seither wenig oder gar nicht beachtet wurden. Der Prozess „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“ hat bereits im Dekanat begonnen, und Schwenk wird ihn nach außen darstellen.

 Laut Kriegisch besteht dieser Prozess aus drei Phasen. Nach Erfassung der Realität in den Gemeinden würden Prioritäten gesetzt und Schwerpunkte gebildet. „Nicht hinter die Seelsorgeeinheiten zurück“ heißt die Weisung der Diözese, wenn über die künftige Kirche nachgedacht wird. Wollen innerhalb der Veränderungen durch den Prozess jedoch zwei Gemeinden fusionieren, soll dies ermöglicht werden.

 

Quelle: Schwäbische Zeitung

... und so stand es in der Schwäbischen Post

mit freundlicher Genehmigung des Verlages

Simone Jäger als Dekanantsreferentin eingesetzt

Ein Gottesdienst beendete am Samstagabend das Gemeindeforum in Sankt Johannes und markierte gleichzeitig mit der Einsetzung von Simone Jäger offiziell den Beginn von "Kirche am Ort".

Diözesanreferent Clemens Dietz überreicht Simone Jäger eine grüne Kerze als Symbol für den Aufbruch. 

Es war ein fröhlicher und dank ihrer Kirchenband ein sehr schwungvoller Gottesdienst, der am Samstagabend in der katholischen Kirche Sankt Johannes den offiziellen Start von "Kirche am Ort" kennzeichnete. Der Gottesdienst beendete darüber hinaus ein zweieinhalbstündiges Gemeindeforum zu diesem Thema, zu dem über 70 Katholiken aus dem gesamten Dekanat zusammengekommen waren. Gemeinsam hatten sie versucht, Ideen zu entwickeln, wie dieser von der Diözese Rottenburg-Stuttgart angestoßene Prozess im Lauf der kommenden fünf Jahre im Dekanat Göppingen-Geislingen konkrete Formen annehmen kann. Ihre Fragen zu den Themengebieten "Kirche heute", "neue Wege", "Kirche am Ort" und "Veränderungen" wurden von Domkapitular Matthäus Karrer und Dekanatsreferentin Simone Jäger beantwortet.

Die Heilige Messe markierte den Beginn dieses Prozesses, weil in ihrem Rahmen die speziell für diese Aufgabe eingestellte Dekanatsreferentin Simone Jäger (wir berichteten) offiziell für das Amt beauftragt wurde. Als "Aufbruchszeit" bezeichnete Matthäus Karrer die Stimmung in der Diözese und den einzelnen Dekanaten. Dazu passe die österliche Schriftlesung aus dem 21. Kapitel des Johannesevangeliums - trotz der momentanen Fastenzeit. "Dieses Kapitel spiegelt das ganze Leben", betonte der Prediger und setzte die einzelnen Verse in Bezug zu den Herausforderungen der "Kirche am Ort"-Idee. "Wir müssen wieder Brücken bauen", appellierte Karrer an seine Zuhörer, weil es um die Zukunft der Kirche und des Glaubens gehe. Im Anschluss an seine Worte und die Eucharistiefeier wurde Simone Jäger von Clemens Dietz in ihr Amt eingesetzt. Als Symbol überreichte der Diözesanreferent ihr eine grüne Kerze, um ihr "grünes Licht für den neuen Aufbruch" zu signalisieren. Er wünschte ihr Tatkraft und Freude, Mut und Ermutigung, Begeisterung, Gottvertrauen und "Seinen Segen". Auch Dekan Martin Ehrler überreichte ihr mit launigen Worten ein kleines Geschenk.

Simone Jäger bedankte sich für die netten Wünsche, für all die Anregungen beim Gemeindeforum und bei Freunden und Bekannten für die Unterstützung. An die Vertreterinnen von fünf der 14 Seelsorgeeinheiten im Dekanat Göppingen-Geislingen, die sich bereits auf den Weg von "Kirche am Ort" begeben haben, überreichte sie brennende Kerzen als Symbol für das Licht Jesu, das diesen Weg begleiten soll.

Am Ende zitierte sie eine Geschichte mit dem nachdenklichen und zum "Kirche am Ort" passenden Fazit: "Es kann sein, dass der Weg von gestern nicht zu den Menschen von heute führt."

 

entnommen aus: SÜDWESTPRESSE, Text und Foto: CLAUDIA BURST | 15.02.2016

 

Raus zu den Menschen

Simone Jäger ist Dekanatsreferentin für "Kirche am Ort" im katholischen Dekanat Göppingen-Geislingen. Die 46-Jährige stellt sich dieser Herausforderung während der nächsten fünf Jahre.

Eigentlich ist Simone Jäger Gemeindereferentin. Dieser Beruf war - und ist - für die gebürtige Schwäbisch Gmünderin eine Herzensangelegenheit. Sie liebt den direkten Kontakt zu den Menschen und die Möglichkeiten, Wege zu finden, wie sie helfen kann. Deshalb hat sie auch erst eine ganze Weile überlegen müssen, als sie das Angebot für die ganz neue Stelle im Dekanat bekam, bekennt die verheiratete Mutter zweier Teenager-Söhne. Es handelt sich dabei um die auf fünf Jahre angelegte 50-Prozent-Koordinationsstelle als Dekanatsreferentin für den Prozess "Kirche am Ort" im katholischen Dekanat Göppingen-Geislingen.

Aber gerade, weil es ihre langjährige Erfahrung in der Basisarbeit ist, durch die sie sich für diese neue Aufgabe profiliert hat, sagte sie zu. Im November hat sie ihr Büro im "Haus der katholischen Kirche" in Göppingen bezogen und angefangen, ihre Aufgaben zu strukturieren.

Für die Diözese Rottenburg-Stuttgart ist "Kirche am Ort" eine Antwort auf den Dialogprozess der vergangenen Jahre. "Dabei entstanden viele Fragen nach der Zukunft der Kirche, die vor Ort beantwortet werden müssen", erklärt die Expertin den Grund für diesen neu eingeschlagenen Weg der Diözese.

Eine der wichtigsten Aufgaben, die als erstes angegangen werden müsse, sei der Kontakt zu den Menschen auf allen kirchlichen Ebenen. "Wir müssen raus zu den Menschen. Wir wollen an die Lebenswirklichkeiten der Menschen von heute andocken und rausfinden, wie und wo wir sie erreichen können. Und zwar auf pastoraler Ebene -- um ihnen das Evangelium so zu verkünden, dass sie in ihrer heutigen Lebenssituation wieder Hoffnung schöpfen."

Um dieses Ziel zu erreichen, hat Simone Jäger wie ihre Kollegen in anderen Dekanaten eine Art Fahrplan erhalten, wie sie vorgehen soll. "Kirche am Ort" bedeutet die Vernetzung aller kirchlichen Orte und Einrichtungen am Ort und in der Seelsorgegemeinde. Darunter fallen die Kirchengemeinden, die Gemeinden für Katholiken mit anderer Muttersprache, aber auch die kirchlichen Einrichtungen wie Altenhilfeeinrichtungen, Pflegeeinrichtungen, Behinderteneinrichtungen, Erwachsenenbildung, Schulpastoral, Orte der Caritas und so weiter.

Als erstes soll jede Seelsorgeeinheit ein Prozessteam mit Vertretern aus allen diesen kirchlichen Orten für die kommenden fünf Jahre bilden. Dies seien ihre direkten Ansprechpartner, denen sie ihre Infos weitergebe und die sie dann auf dem Weg begleite, erläutert Simone Jäger. Wichtig sei die enge Vernetzung zwischen all diesen Stellen in einer Seelsorgeeinheit. "Die Vernetzung geschieht auch über Perspektivwechsel", sagt die Dekanatsreferentin. Sie gibt ein konkretes Beispiel: "Jede Gemeinde einer Seelsorgeeinheit kennt sich selbst. Aber es ist doch interessant zu erfahren, wie sie von den anderen Gemeinden wahrgenommen wird. Oder wie uns die evangelischen Kollegen wahrnehmen. Oder das Personal des Pflegeheims."

Neben der Einsetzung und Begleitung der Prozessteams und der Vernetzung auf Seelsorgeeinheitsebene gehört die Koordination zwischen all den Prozessteams zu Jägers Aufgaben. "Das heißt, wenn sich irgendwann die ersten Erfahrungen und Ergebnisse abzeichnen, organisiere ich Sitzungen oder Veranstaltungen, auf denen sich die einzelnen Prozessteams miteinander austauschen und berichten können, welche Erfahrungen sie mit Kirche am Ort gemacht haben." Zum Dekanat Göppingen-Geislingen gehören 14 Seelsorgeeinheiten mit 40 Kirchengemeinden.

CLAUDIA BURST | 09.02.2016

Was es schon gibt, was ausprobiert wird, was sich bewährt
und was nachgeahmt werden kann ...

Neue Formate von Kirche - FRESH X

Sensibilität gewinnen in der LiturgieFRESH X heißt ein Netzwerk, das die Kirche erneuern will: Gottesdienst in der Kneipe, christliches Leben auf dem Bauernhof, Kirche im Café. So sollen die Menschen erreicht werden, die mit dem traditionellen Gottesdienst am Sonntagmorgen nicht viel anfangen können – und die Nachfrage nach solchen Angeboten ist groß. In Rottenburg haben sich jetzt 200 Menschen getroffen, um sich über diese und mehr Ideen auszutauschen. Niko Sokoliuk war für uns dabei.

Ein Videobeitrag aus der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

 

Studientag Familienpastoral

Foto: M. Spendier

Sensibilität gewinnen in der Liturgie

„Vielfältige Familiensituationen brauchen liturgische Vielfalt!“, lautete das Thema eines Studientags des Referats Liturgie mit Kindern und Familienpastoral des Instituts für Fort- und Weiterbildung in Kooperation mit dem Fachbereich Ehe und Familie und der Hauptabteilung Pastorale Konzeption am 23. januar 2016 in Untermarchtal. Mehr als 30 Teilnehmende brachten ihren Erfahrungsschatz in die Gesprächsrunde über verschiedenste Familiensituationen heute ein. Dazu passte der Impuls von Mechthild Alber, Fachbereich Ehe und Familie,  in dem die sozialen Grundbedürfnisse der Menschen mit Erwartungen an Kirche und Liturgie entfaltet wurden.

Christoph Schmitt, Referent für Liturgische Dienste am Institut, lenkte den Fokus auf vier Grunddimensionen der Liturgie, die sowohl liturgische wie menschliche Erfahrungsbezüge miteinander verbindet.

 Einen Schwerpunkt bildeten Praxisbeispiele aus der Diözese:

  • Simone Jäger, Dekanatsreferentin für „Kirche am Ort“ im Dekanat Göppingen-Geislingen, strukturierte ihre langjährige Erfahrung als Leiterin eines Kinderkirchen-Teams  und betonte dabei die Notwendigkeit verlässlicher, klar strukturierter und wertschätzender Begleitung und Unterstützung der ehrenamtlichen Teams, die gerade im Prozess Kirche am Ort ihre Wirkung zeigen werden.
  • Pfarrer Stefan Cammerer aus Ulm stellte ein erprobtes Konzept von vielfältigen Gottesdienstfeiern vor, die aus den Bedürfnissen der Familien entwickelt wurden und damit auf die „Lücken“ der Kirchengemeinden nicht nur reagierten, sondern eine aktive Perspektive eröffneten.
  • Elisabeth Redelstein, Referentin für Familienpastoral im Dekanat Heidenheim, akzentuierte die „neuen Orte“ der Familienpastoral. Sie stellte unter anderem Gottesdienstformen vor, in der das Thema Mehrgenerationen nicht nur ein Schlagwort sind, sondern Großeltern mit Enkeln und Kindern wie Eltern gemeinsam Glauben entdecken und feiern.

 Zwischen den Referent/innen und Teilnehmenden entwickelte sich ein intensiver Austausch und Weihbischof Dr. Johannes Kreidler zeigte sich beeindruckt über den hohen Reflexionsstand der Frauen und Männer: Die Diözese habe damit ein gutes Potential, zukünftig Pastoral und Liturgie im Familienbereich zu fördern. Der Weihbischof bestärkte die Teilnehmenden, in diese Richtung weiterzugehen. 

Ulrike Mayer-Klaus, Referentin Liturgie mit Kindern und Familienpastoral
im Institut für Fort- und Weiterbildung

Regionalforum für Zweite Vorsitzende

Knapp hundert gewählte Vorsitzende von Kirchengemeinden aus den Dekanaten Ostalb und Heidenheim versammelten sich am 23. Januar 2016 zum Regionalforum auf dem Ellwanger Schönenberg. Trotz Blitzeis ließen es sich die engagierten Frauen und Männer nicht nehmen, auf Einladung der Diözese über die besondere Aufgabe und Verantwortung der Ehrenamtlichen nachzudenken.

Bereits am Eingang erhielten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine grüne Tasche mit dem Aufdruck „Hoffnungsträgerin/Hoffnungsträger“. Damit wurde schon deutlich, wie die Diözese Rottenburg-Stuttgart ihre ehrenamtlichen Verantwortungsträger wahrnimmt: sie sind die Hoffnungsträger für die Zukunft der Kirche am Ort.

Domkapitular Paul Hildebrand begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und betonte in seinem Impulsvortrag die gemeinsame Würde aller Getauften als Zeugen für das Reich Gottes in der Welt. Im prophetischen, priesterlichen und königlichen Amt auf das jeder Mensch getauft wird verwirkliche sich dieser Auftrag. Der gelte nicht nur für Hauptberufliche, sondern eben ganz grundlegend allen Menschen, die zur Kirche gehören. Dies zeige sich z. B. dort, wo Menschen einander segnen, oder Verantwortung in Kirche und Gesellschaft übernehmen.

Anhand eines großformatigen Kartensets-„Wie wir Kirche sehen“ tauschten sich die Teilnehmer über ihre persönlichen Kirchenbilder aus und versuchten so auch den Prozess in den Gemeinden abzubilden. Die Kartensets setzen sich aus 23 Bildern zusammen, die ganz unterschiedliche Aspekte einer Kirche am Ort veranschaulichen.

 Nach dem Mittagessen konnten sich die Verantwortungsträger aus erster Hand über Unterstützungsmöglichkeiten der Diözese und der Dekanate informieren. Dekanatsreferent Tobias Kriegisch erläuterte dies im Anschluss noch einmal ganz konkret. dabei betonte er, dass im Entwicklungsprozess die Dekanate helfen wollen, „dass sie ihren Weg gut gehen können.“ Damit unterstrich er, dass die Entscheidungen auf diesem Weg immer bei den Kirchengemeinden in den Seelsorgeeinheiten bleiben. Am Schluss betonte er: „Die Angebote kommen von Herzen und mit Herzblut.“

In sieben Workshops vertieften die Teilnehmer ihre besonderen Interessen. dabei wurde deutlich, wie wichtig der Austausch untereinander und die Vernetzung vor Ort ist. Mit einem geistlichen Abschluss, den die Gruppe der diözesanen Gemeindeentwickler gestalteten, ging ein erlebnisreicher Tag auf dem Schönenberg zu Ende.

Von Ballkleidern, Winterjacken und ganz viel Hilfe

Das Kleiderstüble in Remseck

Etwas verloren hängt es da: Das blaue Ballkleid in zartem Blau, bodenlang, tiefer Ausschnitt. „Das hängt schon länger hier“, sagt Irmgard Eichinger. Kein Wunder: Irmgard Eichinger verkauft ihre Second-Hand-Sachen im Kleiderstüble in Remseck vor allem an solche, die nicht auf Bälle gehen: Flüchtlinge und Arme in der Region. Die Hausfrau ist seit 30 Jahren im Kirchengemeinderat der katholischen Kirchengemeinde Hochberg. Sie betreibt mit Frau Hüppop und 10 Helfern seit 20 Jahren das Kleiderstüble und sie weiß: „Die Frau Professor kommt eben nicht zu uns.“

Angefangen hat das Kleiderstüble als die Flüchtlinge des Jugoslawienkriegs nach Deutschland kamen. Seit Mitte 2015 sind es wieder Flüchtlinge, die billige Kleidung suchen, vor allem Kinderkleidung, aber auch Haushaltssachen und Rucksäcke, kurz: alles was man tragen kann. „Es ist der Wahnsinn, was hier alles abgegeben wird“, sagt Irmgard Eichinger. „Deshalb haben wir ganz, ganz kleine Preise.“ Flüchtlinge, die zum ersten Mal kommen, bekommen einen Satz Kleidung umsonst. Dann kostet etwa die gefütterte, anthrazitfarbene Winterjacke drei Euro, eine Hose zwei, ein Hemd ein Euro. Der Erlös des Kleiderstübles geht an soziale Projekte in der Gegend.

Seit die Flüchtlingswelle auch Baden-Württemberg erfasst hat, ist auch die Hilfsbereitschaft der Menschen gewachsen. Jeder Ort ringsum hat seine Flüchtlinge, doch ist die Zahl noch relativ überschaubar, sagt Irmgard Eichinger. 50-60 sind es in Neckargröningen und genauso viele in Aldingen. „Wir haben sehr viele, die auch im Alltag der Flüchtlinge helfen wollen“, sagt sie, „bei Arztbesuchen, dem Ausfüllen von Formularen oder bei der Kinderbetreuung.“ Die Flüchtlingshilfe klappt hier sehr gut, dank der vielen Ehrenamtlichen.

„Wenn ich Not sehe, dann muss ich einfach helfen“, sagt Irmgard Eichinger. „Das war schon früher so.“ Früher, da war sie in der Jugendarbeit tätig. Jetzt sind es die Senioren, um die sie sich kümmert. Sie besucht die Alten, wenn sie krank sind, oder beim Geburtstag. Das gehört für sie zum christlichen Glaube dazu: Dass man für andere da ist, im Bereich des Möglichen, betont die Rentnerin. Jetzt sind es die Flüchtlinge, die in Not sind und die Hilfe brauchen. Zum Glück: Viele packen mit an, wenn Irmgard Eichinger selbst bei ihrer Arbeit Hilfe braucht.

Fast wäre vor ein paar Tagen sogar das blaue Ballkleid gekauft worden, erzählt Irmgard Eichinger. 10 Euro sollte es kosten, doch die Frau, die sich dafür interessierte, wollte es dann doch nicht anprobieren. Schade, das schöne Stück wird wohl noch einige Zeit auf eine neue Besitzerin warten müssen und dann wahrscheinlich noch länger auf den passenden Anlass. Auch wenn alles andere schnell den Besitzer wechselt, Ballkleider sind im Kleiderstüble in Remseck nun mal ein Ladenhüter.

Glühwein trifft Evangelium

 

Die Hütte auf dem Weihnachtsmarkt erinnert mit etwas Fantasie an den Stall von Bethlehem. Das ist aber eher Zufall als Absicht. Absicht dagegen ist, dass Frauen und Männer aus den Vaihinger katholischen und evangelischen Gemeinden den Stand als festen Bestandteil ihrer kirchlichen Arbeit sehen.

Elisabeth Dörrer-Bernhardt ist Pastoralreferentin und Sinnsucherin. Dahinter verbirgt sich eine Gruppe, die Wege sucht mit Menschen in Kontakt zu kommen, die nicht klassischerweise in einer Gemeinde beheimatet sind. In diesem Jahr zu Weihnachten verteilt Elisabeth Dörrer-Bernhardt bunte Kärtchen. Darauf sind kurze Impulse gedruckt: Weihnachten ist ein Geheimnis oder Weihnachten ist ganz viel Liebe oder Weihnachten ist der Hauptgewinn in deinem Leben. Die Kärtchen verteilt sie an der Hütte der Kirchengemeinde. So kommt sie mit den Besuchern des Weihnachtsmarkts ins Gespräch. Mit Erfolg, sagt Elisabeth Dörrer-Bernhardt. „Die Menschen lassen sich gerade zu Weihnachten gern ansprechen. Mit manchen kommt man dann auch ins Gespräch über Gott und die Welt.“

Der Vaihinger Weihnachtsmarkt ist für die Gemeinden inzwischen zu einem neuen Ort von Kirche geworden. Hier wird aber nichts verkauft, sondern verschenkt. Die kleinen Kärtchen, Giveaways, Streichhölzer oder Kekse bauen die Brücken zum Gespräch. Frau Dörrer-Bernhardt beschreibt, wie die Gespräche entstehen: „Da gibt es die Neugierigen, die Kritischen, aber auch viele, die sich gerne beschenken lassen. Und auch Leute aus den Gemeinden die sagen: Schön, dass Ihr da seid!“. Dabei lacht sie und man merkt ihr an, wie wohl sie sich in diesem Teil ihrer Arbeit fühlt.

Der Stand eröffnet Ehrenamtlichen eine Mitarbeit, die sich auch nur punktuell engagieren möchten. Mitmachen kann jeder. Zur Unterstützung stehen Hauptberufliche im Hintergrund zur Verfügung: „Die kommen gerne. Das macht ja auch Spaß, einfach mal so im Publikumsverkehr zu stehen. In den Passantengesprächen tauchen eben ganz schnell Themen auf, die im Kirchenraum sonst nicht zur Sprache kommen.“

Wie passen christliche Botschaft und Glühwein zusammen? Beide laden zum Verweilen, zum Innehalten mitten in der Stadt ein. Elisabeth Dörrer-Bernhardt sieht eine Rückwirkung in die Gemeinden : „Dieses Hinausgehen ermöglicht interessante Begegnungen.“ Kirche an vielen Orten wird in diesen vielen kleinen Begegnungen griffig.

Die Weihnachtshütte in Vaihingen zeigt: die christliche Botschaft verändert sich. Glaube wird hier nicht mehr von oben herab verkündigt. Er wird im Gespräch auf Augenhöhe weitergegeben. „Gott kommt nach wie vor in die Welt“, sagt Elisabeth Dörrer-Bernhardt, „aber nicht mehr als Frage-Antwort-Spiel. Im konkreten Geschehen, in den Worten der alltäglichen Begegnung ereignet sich hier das Evangelium.“

Wir haben einen Auftrag für Ben

Ben Baiersbronnerle ist 43 Jahre alt, hat zwei Kinder und ist beruflich stark eingespannt. Wenn er Zeit hat, arbeitet er im Garten und schaut Sport im Fernsehen. Er ist katholisch, hat aber wenig Lust über Glauben zu reden. Kein Wunder: Ben Baiersbronnle ist eine Schaufensterpuppe. Er steht für die 95% Baiersbronner Katholiken, die sonntags nicht in die Kirche kommen. Seit einem halben Jahr sitzt die Schaufensterpuppe bei jeder Sitzung des Kirchengemeinderats mit dabei: Als Stellvertreter der Kirchen fernen Mehrheit.

Dominik Weiß, Pfarrbeauftragter in der Gemeinde St. Maria in Baiersbronn, hat sich Ben ausgedacht: „Die Schaufensterpuppe erinnert uns daran, dass wir nicht für uns selbst da sind, sondern auch für die, die nicht in die Kirche kommen. Ben steht für dieses Bewusstsein.“ Raus aus der Binnenperspektive: Nicht immer das tun, was gewohnt, interessant und bequem für die ist, die immer da sind. „Wir haben einen Auftrag für Ben“, sagt Dominik Weiß.

Das hat Konsequenzen. Ein großes Banner kündigt für alle sichtbar den Wandlungsprozess in der Gemeinde an. Bei einer Gemeindeversammlung konnten die Teilnehmer ihre Wünsche an die Kirchengemeinde äußern. Passend dazu werden jetzt für alle die, die nicht auf der Versammlung waren, grellgelbe Briefkästen aufgehängt. Dort können sie ihren Frust und ihre Anregungen loswerden. Bei der Diskussion um die Gottesdienstzeiten will der Kirchengemeinderat – Dank Ben – jetzt auch die Wünsche derer berücksichtigen, die - noch - nicht kommen. Auf dem Weihnachtsmarkt, so wurde überlegt, könnte das Team der Seelsorger neue Kontakte knüpfen. Alles Ideen, um auch auf Menschen wie Ben zuzugehen. Bei Abendveranstaltungen jedoch diskutieren bisher noch die eher Kirchentreuen über die Zukunft der Gemeinde und in der sonntäglichen Predigtreihe geht es um die Haltungen, die die Grundlage des diözesanen Prozesses „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten“ sein sollen.

Ein Jahr lang geht es im Wandlungsprozess der Gemeinde erst mal ums Zuhören und Sprechen. „Das Tun kommt dann“, sagt Dominik Weiß. Dann starten die Versuche, die den neuen Weg der Kirchengemeinde aufzeigen sollen. Bis dahin tauchen immer neue Ideen auf, wie man Ben erreichen könnte. Der erste Schritt aber ist Dominik Weiß wichtiger: „Es geht darum, Ben erst einmal kennenzulernen.“ Erst dann geht es um die Fragen: Was braucht Ben, was kann Kirche für ihn tun, wie ihm den Glauben nahe bringen.

Eine Frau aus dem Kirchenchor ist sich heute schon sicher: „Wie Ben ist auch mein Mann.“ Überall in Baiersbronn erkennen Leute andere oder sich selbst in der Rolle des Ben wieder, auch wenn er nur dem statistischen Mittel entspricht. Die Charakterzüge des Ben, die haben die Seelsorger bisher aus den Erfahrungen mit den Menschen am Ort gewonnen. Der Pfarrbeauftragte Dominik Weiß ist sich bewusst, dass dieser Ben nur einem Klischee entspricht. Aber in jedem Klischee, sagt er, steckt auch etwas Wahres. Derzeit ist Ben eben nur ein Stellvertreter.

 

Auftaktgottesdienste im Dekanat Esslingen-Nürtingen

Mit zwei Gottesdiensten in Plochingen und Kirchheim starte das Dekanat Esslingen-Nürtingen in den Prozess "Kirche am Ort - Kirche an vielen Orten gestalten".

 

Mit einer Brotbackmischung entwicklen die Seelsorgeeinheiten vor Ort ihre Lebens-Mittel - da läuft einem das Wasser im Mund zusammen ...

 

Auftakt in Plochingen

Auftakt in Kirchheim u.T.

Lebenswirklichkeiten akzeptieren

Erstes FORUM Kirche am Ort im Dekanat Ludwigsburg

Mit einer Podiumsveranstaltung in Ditzingen richtet das Dekanat Ludwigbsurg den Blick auf die Lebenswirklichkeiten.

Prof. Dr. Michael Ebertz aus Freiburg forderte differenzierte Angebote, um kirchenferne Menschen in den Gottesdienst zu holen.

Ein Pressebericht auds der Ludwigsburger Kreiszeitung vom 25.11.2015

Kirche im Wandel

Baiersbronn  zeigt, wie's gehen kann ...

 

Im Sommer haben zwei Jugendliche aus unserer Kirchengemeinde den Film "Kirche im Wandel" für die Gemeindeversammlung zum Prozessauftakt gedreht, aufrufbar auf Youtube:

 

Es ist eine Perspektive auf "Kirche im Wandel", die die Jugendlichen selbst entworfen haben, keine Perspektive "pastoraler Profis", was man dem Film auch anmerkt. Auf jeden Fall eine originelle, witzige, kreative und sehr professionell umgesetzte Annäherung an das Thema.

Das Feuer soll weiterbrennen ...

Auftaktveranstaltung im Dekanat Calw

 

„Feuer oder Asche? Wohin geht die Kirche der Zukunft?“ Unter diesem Thema lud das Katholische Dekanat Calw am Samstag, 21.11., zum Dekanatstag im Kursaal in Hirsau ein.

 Insgesamt 140 Katholiken machten sich am vergangenen Samstag von Gündringen bis Birkenfeld, von Loffenau bis Althengstett auf den Weg, um den Dekanatstag in Hirsau mitzuerleben. Dekan Holger Winterholer erinnerte in seiner Begrüßung an das II. Vatikanische Konzil, das vor genau 50 Jahren zu Ende gegangen ist. Damals habe Papst Johannes XXIII. gesagt: „Tradition heißt: Das Feuer hüten, nicht die Asche aufbewahren.“ Diesen Impuls gelte es in dem von der Diözese geplanten Wandlungsprozess „Kirche am Ort. Kirche an anderen Orten gestalten“ in den kommenden fünf Jahren umzusetzen.

Pastoralreferent Wolfgang Müller, lange Zeit Jugendreferent in Ludwigsburg, nun für Öffentlichkeitsarbeit im Bischöflichen Ordinariat zuständig, machte mit einem Zelt deutlich, dass Gott nicht nur in der Kirche, sondern überall da zu finden sei, wo Menschen sind. Er erinnerte an den Weg des Volkes Israel durch die Wüste, auf dem Gott im Zelt mit seinem Volk unterwegs gewesen sei. Diesen Impuls habe er als Jugendseelsorger aufgegriffen und hätte sich mit einem Zelt, auf dem gut sichtbar „Ich bin da“ geschrieben steht, aufgestellt, wo Jugendliche in Ludwigsburg unterwegs waren – der Beginn der Entstehung einer Jugendkirche. Auf die Menschen zugehen, nicht warten. Neue, bisher noch nicht gegangene Wege zu gehen. Dabei darauf zu vertrauen, dass Gott immer schon da sei. Dazu machte der Referent aus Rottenburg Mut.

Die Teilnehmer beschäftigten sich danach im Gespräch in Kleingruppen mit der Frage, welche Veränderungen in den Gemeinden des Dekanats notwendig seien, damit wieder mehr Feuer in der Kirche erfahrbar sei, welche Befürchtungen und Ängste auf einen solchen Veränderungsprozess hin andererseits da seien.

Mit den Ergebnissen wurde Domkapitular Paul Hildebrand, einer der beiden Verantwortlichen für diesen Wandlungsprozess konfrontiert. Er machte deutlich, dass die Menschen vor Ort oft am besten wüssten, was Not tut, was für die Zukunft benötigt wird. Die Diözese sei offen für die Ergebnisse, die sich an den einzelnen Orten entwickeln würden. Andererseits sei dem Bischof und dem Diözesanrat dieser Prozess so wichtig, dass personelle und finanzielle Mittel in einem bisher nicht gekannten Umfang dafür zur Verfügung gestellt würden.

Nach diesem Auftakt für den Prozess „Kirche am Ort. Kirche an vielen Orten gestalten“ war es Dekan Holger Winterholer ein Anliegen, gemeinsam mit Hannefriedel Westphal, der Zweiten Vorsitzenden des Dekanats, all die Kirchengemeinderäte mit der Martinusehrennadel auszuzeichnen, die 15 Jahre und mehr in diesem Amt tätig waren und sind.

Geehrt wurden: aus Altensteig Marie-Luise Mutz und Angelika Tiede; aus Althengstett Renate Dunkel und Jochen Koch; aus Bad Hertenalb Gisela Anger, Erika Müller-Bauer und Marianne Engelhardt; aus Bad Wildbad Alfred Domm, Alfred Etzel, Kurt Günthner, Romeo Pacella, Anke Palme, Guido Schmid und Werner Trigub; aus Birkenfeld Ursula Bach; aus Calmbach Hildegard Schwarz; aus Calw Götz Bernklau, Giacomo Brighina, Gudrun Fuchs, Margit Gans, Anita Gauß, Regina Gnirs, Thomas Jahn, Susanne Keck und Paul Negwer; aus Haiterbach Franz Walter; aus Höfen Maria Popp; aus Mötzingen Roswitha Müller und Bernhardette Morlok; aus Nagold Angelika Callsen und Hubertus Klose; aus Gündringen Veronika Rais-Wehrstein; aus Vollmaringen Gabriele Jäger, Cornelia Kolthoff, Mathilde Nesch und Walter Volz; aus Neuenbürg Peter Flor; aus Rohrdorf Wolfgang Bucher, Maria Knöller, Wilhelm Lagger und Carola Schlecht; aus Schömberg Renate Eschwey; aus Straubenhardt-Schwann Renate Jakumeit und Beatrice Fischer-Gelb, aus Unterhaugstett Brigitte Philippi.

Nach einem die körperlichen Kräfte stärkenden Imbiss wurde noch ein außergewöhnlicher Gottesdienst gefeiert, der mit einem Feuer außen vor dem Kursaal begann. Er erinnerte daran, dass auch die Jünger Jesu nach seinem Tod in der Krise steckten, dass nichts mehr weiterging, das Feuer nur noch glimmte. Der Auferstandene selbst forderte sie auf, nicht aufzugeben, die leeren Fischernetze nochmals auszuwerfen. Darum gehe es auch heute, alles, was wir haben und geben können, in die Waagschale zu werfen. Zum Zeichen dafür warfen die Gottesdienstteilnehmer einen Holzscheit in die Feuerschale mit der Glut, so dass das Feuer wieder zum Brennen kam. Mit an diesem Feuer entzündeten Kerzen zog man in einer Lichterprozession zur nahen Aureliuskirche. Dort empfing jede Gemeinde eine große Kerze für den nun beginnenden Prozess „Kirche am Ort“.

Am Ende des Dekanatstags war auch Dekanatsreferent Hans-Joachim Remmert glücklich, dass der Tag einen so guten Verlauf genommen hatte. „Ich hatte das Gefühl, dass die Leute nicht nur gute Begegnungen und Gespräche hatten, sondern dass sie aus dem Tag auch Impulse, Kraft und Mut für die Gemeindesituationen vor Ort mitgenommen haben.“

 Hans-Joachim Remmert, Dekanantsreferent

Neues von WOLLE ...

... Wolle, das Schaf war wieder unterwegs in der "Kirche am Ort".

Böblingen sieht GRÜN

und

Hirtenbriefe heutzutage

 

Kirche an vielen Orten - diesmal im Zirkus Charles Knie in Böblingen

 

Was es nicht alles gibt: in Stuttgart trafen sich die Katholischen Circus- und Schaustellerseelsorger zu ihrer Jahrestagung in der Katholischen Akademie in Stuttgart Hohenheim.

Natürlich darf da ein Zirkusbesuch nie fehlen.

... hier geht's zum Bericht

Von Tansania lernen

Kirche hat Zukunft, wo sie sich einlässt auf Fragen, Sorgen und Erfahrungen der Menschen.

 In Tansania lautet die Chiffre für einen ähnlichen Ansatz „Small Christian Communities“ – kleine christliche Gemeinschaften (KCG).

Dr. Anthony Makunde war zu Gast in Rottenburg und erläuterte, wie das in seinen Gemeinden gelingt.

 

... hier geht's zum Bericht

 

 

Die beiden Neuen bei "Kirche am Ort ..."

"Hallo und Grüß Gott ...!"

 

15 Jahre Jugendstiftung JUST

Neues Förderprogramm

Jugendarbeit soll offen sein, Brücken bauen, Grenzen überwinden. Deshalb ruft die Jugendstiftung „just“ ab Oktober 2015 für drei Jahre den Förderschwerpunkt „Grenzgänger“ aus. Wir wollen Verantwortliche in der Jugendarbeit ermutigen und dazu anstiften, neue Wege zu gehen, quer zu denken, Kooperationen zu schließen und  ihren üblichen Wirkungskreis zu verlassen. Für diese Projekte wird es einen eigenen Fördertopf geben, der vom  Sparkassenverband Baden-Württemberg zur Verfügung gestellt wird. Hierfür danken wir herzlich!

Projektideen des Stiftungsrates der Jugendstiftung "just" zu "Grenzgänger:

  • Kochen mit Flüchtlingen
  • Zwei Kirchtürme miteinander verbinden
  • Mit Straffälligen gespendete Fahrräder für Flüchtlinge reparieren
  • Kirchengemeinden treffen sich an der Grenze und veranstalten ein Fest
  • 1 Woche Ramadan begehen
  • Kooperationen mit Musikschulen, Ballettschulen, Sportvereinen
  • Interkulturelle Kreativworkshops
  • wird fortgeführt...

 

Wandlung 2015

www.wandlung2015.de

Alle 26 Tagungen WANDLUNG 2015 haben stattgefunden. Jetzt finden verschiedene Treffen zur Auswertung statt. Die Zusammenfassung der Rückmeldungen der Teilnehmden aus allen Tagungen finden Sie hier:

WANDLUNG 2015 Auswertung der Teilnehmenden

 

 

Projekt AUFBRECHEN - Katholische Kirche in Stuttgart

Wie das Projekt AUFBRECHEN und der Prozess KIRCHE am ORT zusammengehören

Weitere Informationen zum Projekt AUFBRECHEN auf der Internetseite des Stadtdekanats Stuttgart

 

 

Projekt "Aggiornamento" im Dekanat Ludwigsburg

"Kirche auf Wegen der Veränderung" war das Dekanat Ludwigsburg
mit seinen  Kirchengemeinden mit dem Projekt Aggiornamento 2012-2015 -
was dabei aufgebrochen und gewachsen ist, 
können Sie in der Dokumentation zum Projekt nachlesen!
 
 

... damit der Prozess auf der Zunge zergeht ...

Die Prozessschokolade im Dekanat Ostalb sieht gut aus und schmeckt ... sehr interessant.

 

Mehr!